Werfertag um den Bellinghausen-Cup musste leider abgesagt werden

(Bad HonnefKrefeld, 01. Juni 2015) Momentan ist gehörig der Wurm drin auf dem Sektor Veranstaltungen, der ohnehin Jahr für Jahr durch weg brechende Meetings an Gewicht verliert. Für die DM im Mehrkampf der Senioren/innen ist noch kein Ausrichter gefunden, aus dem gleichen Grund wurden die für 07.Juni 2015 terminierten „Westfalen Open“ abgesagt, unser eigenes Meeting haben wir wegen ständiger Nachberechnungen des DLV zunächst auf Eis gelegt, und nun fällt noch etwas aus, wofür es einen ebenfalls sach- und fachkundigen Organisator gab. Der erfolgreiche Kugelstoß-Spezialist Roland Wattenbach (*1955) von der LG Siebengebirge musste den für 13.Juni 2015 anberaumten 3.Werfertag des TV Eiche Bad Honnef um den Bellinghausen-Cup absagen. „Aufgrund fehlender Helfer – leider scheint dies ja bei uns kein Einzelfall zu sein – können wir nicht für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wettkämpfe garantieren. Wir werden im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen, voraussichtlich wieder im Zeitraum Mai/Juni, und dies rechtzeitig bekannt geben“, lässt Roland durch uns wissen. Natürlich wurden darüber hinaus alle persönlich via E-Mail angeschrieben, die bereits eine Online-Meldung abgegeben haben.

Siebenkampf-Weltrekorde durch Weia Reinboud und Anja Akkermann

(Stendal, 31. Mai 2015) Wunsch und Wirklichkeit sind nicht zuletzt im Sport zwei verschiedene Paar Schuhe. Doch was beim 3. Stendaler Hanse-Cup im Stadion „Am Galgenberg“ geboten wurde, war der ganz normale Wahnsinn und übertraf noch die eh schon ziemlich hoch gesteckten Erwartungen mit einem  im Vorfeld angekündigten Siebenkampf-Weltrekord durch die Niederländerin Weia Reinboud (Hellas Utrecht) in der W65. Sie machte ihr Vorhaben wahr, verbesserte die fast fünf Jahre alte bisherige globale Bestmarke (6.211 Punkte) der Österreicherin Marianne Maier um 42 Zähler. Doch damit nicht genug. Denn eine Altersetage tiefer steigerte ihre Landsfrau  Anja Akkerman (DEM Beverwijk) die Welt-Höchstmarke der W60 deutlich auf 5.709 Punkte, die bislang in der Version mit dem 500 Gramm schweren Speer Ulrike Hiltscher (5.458) aus Zittau seit dem Vorjahr innehatte. Die „fliegenden Holländerinen“ wurden mithin zu den Überfliegern dieses Mehrkampf-Meetings. Bekanntlich hatte Reinboud so ganz „nebenbei“ gestern im Rahmen des Zwei-Tage-Werkes ihren eigenen Hochsprung-Weltrekord um zwei Zentimeter auf 1,40 Meter angehoben (wir berichteten).
Verständlicherweise strahlten alle miteinander um die Wette. Nicht zuletzt der ausrichtende Stendaler LV ’92, der bei erst drei Auflagen bereits sechs Weltrekorde zu Buche stehen hat. Zuvor durch die Kanadierin Christa Bortignon bei der Premiere 2013 über 200 Meter und im Siebenkampf der W75 sowie Stabhochsprung-Spezialist Wolfgang Ritte vom SC Bayer 05 Uerdingen 2014 im Zehnkampf der M60.
Und so hieß es zum Abschluss des rundherum gelungenen Wochenendes in der Hansestadt "Auf Wiedersehen in 2016!". Das dies vorzeitig gesichert ist, war gestern bei einer Podiumsdiskussion zu erfahren (siehe Beitrag im Fenster „Flurfunk“).

Weia Reinboud verbesserte den eigenen Hochsprung-Weltrekord

(Stendal, 30. Mai 2015) Natürlich ist die Messe nach gerade einmal der zweiten Disziplin im Siebenkampf der Seniorinnen noch lange nicht gelesen. Doch die Niederländerin Weia  Reinboud (im Bild) liegt bei der selbst erklärten Mission Weltrekord für das Zwei-Tage-Werk voll im Soll. Denn das fortgeschrittene Meisje erzielte gewissermaßen als Durchlauferhitzer dahin heute Vormittag im Rahmen des 3.Stendaler Hanse-Cups mit im zweiten Versuch übersprungenen 1,40 Meter einen neuen Weltrekord im Hochsprung der W65. Die noch sehr junge alte Bestmarke hatte sie erst kürzlich mit 1,38m in ihren Besitz gebracht. Das Stadion „Am Galgenberg“ festigte damit ein weiteres, nun schon das vierte Mal seinen Ruf, ein hervorragendes „Pflaster“ für globale Höchstmarken zu sein. „Wenn im Hochsprung alles klappt, dann ist der Weltrekord im Siebenkampf in Gefahr“, hatte Reinboud vor dem Auftakt orakelt. Nehmen wir sie beim Wort. Lampis bleibt selbstverständlich auf Sendung.
Dazu noch ein Hinweis für die Freunde der Vielseitigkeit. Denn einige Etagen höher geht es an diesem Wochenende für die Männer und Frauen im Mehrkampf-Mekka Götzis in Vorarlberg (Österreich) bei großer deutsche Beteiligung um möglichst viele Punkte im Hinblick auf die Qualifikation für die WM 2015 im „Vogelnest“ von Peking (China). ORF Sport+ berichtet im Internet via Livestream.
Übrigens ist das unter Leichtathleten weltberühmte Möslestadion auch Schauplatz der Internationalen Österreichischen Mastersmeisterschaften am 20./21. Juni 2015. Nix wie hin!

Veranstaltungssterben: Offene "Westfälische" mussten abgesagt werden

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Kamen/Oberhausen/Krefeld, 31. Mai 2015)
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Manchmal. Nicht immer. Der  Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mit Sitz in Kamen teilt auf seiner Netzseite mit, dass die ursprünglich für Sonntag, 07. Juni 2015 terminierten Offenen Westfälischen Senioren-Meisterschaften der Leichtathleten/innen ausfallen. Trotz eifrigen Bemühens habe sich kein Ausrichter für diese Titelkämpfe gefunden. „Es gibt konkrete Planungen für die Durchführung im August/September. Hier haben bereits Gespräche stattgefunden“, heißt es weiter. Bleibt zu hoffen, dass den verheißungsvollen Worten auch Taten folgen und zumindest in diesem Falle dem allgemeinen Veranstaltungssterben Einhalt geboten werden kann. An höherer Stelle ist in diesem traurigen Zusammenhang beschönigend von gesundschrumpfen die Rede. Das ist die niedlichere Etikettierung für abschaffen, was wir allerdings den Machern in Westfalen nicht unterstellen wollen.
Des einen Leid könnte zu des anderen Freud’ werden. Nämlich die bislang aus dem Westfälischen eher karg frequentierten Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften. Zumal der Schauplatz am 20.Juni 2015 mit dem Stadion Sterkrade in Oberhausen ausgesprochen günstig, direkt an der Grenze des zweigeteilten, einwohnerstärksten Bundeslandes vom Nordrhein zu Westfalen liegt. Fast ein Heimspiel für alle Aktiven aus dem Ballungsgebiet des einstigen Kohlenpottes, wo Ortschaften nahtlos ineinander übergehen. Einzelheiten zu den „LVN Open“ unter diesem Link.
Und nicht vergessen: heute ist Weltnichtrauchertag. Da haben all jene nix zu "feiern", die sich dem blauen Dunst hingeben. Oder wie ist der missverständliche Arbeitstitel zu verstehen? Das müsste Sportlern allerdings herzlich egal sein. Eigentlich sollte das eine das andere ausschließen. Ausnahmen bestätigen wie stets auch hier die Regel. Jüngst habe ich bei einer Tasse Cappucino auf der Terrasse der (öffentlichen) Gastronomie des Golfklubs Stadtwald sitzend im Innenfeld der herrlichen Galopprennbahn in Krefelds grüner Lunge tatsächlich einen Golfer gesehen, der seinen Trolli nach einem Abschlag mit einem Glimmstengel im Mund vor sich herschob. Da legst di nieda! So es ein Wettspiel war, gehörte der Mann disqualifiziert. Besser noch lebenslänglich gesperrt. Das ist allerdings bei vielen organisierten Hobby-Golfspielern, oft Quer- und Seiteneinsteiger vom Tennis, das ihnen zu laufintensiv wurde, mit Verlaub, häufig nicht nicht mehr allzu lange. Die haben schon einiges auf der Lebensuhr. Der Spruch auf dem links dargestellten schmucken Emailleschild kommt schließlich nicht von ungefähr. Im zweifachen Wortsinne Schlagfertige pflegen auf diese Frage indes zu antworten: "Es geht auch beides." Nicht gleichzeitig, versteht sich. Wobei offen bleibt, ob die Chemie da nachhelfen muss(te). Aber Spaß beiseite.  

Blatter macht immer noch nicht die Flatter

Was die Fußball-Welt in dieser Woche bewegte, fand in Zürich (Schweiz) beim Wahlkongress der FIFA statt. Die Konsequenz von der Geschicht: der Blatter macht immer noch nicht die flatter. Der greise 79-jährige Eidgenosse (man bemerke die Doppeldeutigkeit), oder ist er womöglich schon senil, will von den korrupten Machenschaften und der Geldanhäufung zum eigenen Wohle in seinem Präsidium nichts gewusst haben. Wer's glaubt wird selig. Da kommt viel Arbeit auf Papst Franziskus zu. Von wegen Seligsprechungen.
Für Werktätige wird die kommende 23. Kalenderwoche in einigen Bundesländern durch Fronleichnam (04. Juni) einen Arbeitstag weniger haben. Früher gab's da die Wahl zwischen Prozession oder Sportfest. Weitestgehend wird der/die wettkampfaffine Leichtathlet/in heutzutage vor diese schwerwiegende Gewissensfrage nicht mehr gestellt. Wären wir wieder beim Veranstaltungssterben. Nicht alle "Todesfälle" hat freilich der DLV zu verantworten. Gleichwohl zu viele. Aber er nennt es ja Gesundschrumpfung. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen immer schön tapfer bleiben.
In diesem Sinne noch eine schönen Sonntag, mit oder ohne Hochamt, und eine ereignisreiche erste Juni-Woche! 

DLV ruderte in der unsäglichen Nationaltrikot-Frage heftig zurück

(Lyon/Darmstadt/Krefeld, 30. Mai 2015) Tue Gutes und rede darüber, sagte dereinst DLV-Ehrenpräsident Theo Rous aus Alpen am Niederrhein als brillanter Redner und Plauderer. Bedankt für die Steilvorlage, lieber NRW-Landsmann, machen wir sogleich. Aufgrund unserer ständigen Brandmarkung in der unseligen Trikotfrage als einzig wirkliche Interessenvertretung der Senioren/innen, zuletzt bei der Straßen-EM in Grosseto (Italien), legte sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mächtig in die rhetorischen Riemen und ruderte heftig zurück. Im Info-Brief zum Anmeldeverfahren zu den 21. Senioren-Weltmeisterschaften vom 04. bis 16. August 2015 in Lyon (Frankreich) heißt es nunmehr unter Punkt 3.4: „Die internationalen Seniorenverbände EVAA und WMA berufen sich in der Trikotfrage auf  § 143 der Internationalen Wettkampfregeln. Dort heißt es: ,... nehmen die Wettkämpfer in der einheitlichen, zugelassenen Kleidung ihres Nationalen Verbandes teil. Der DLV empfiehlt seinen Athleten/innen, sich an diese Regel zu halten, da er die Athleten/innen nicht durch eine mögliche Disqualifikation im Wettkampf gefährden möchte. Wir sehen durchaus, dass den Athleten/innen dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Um dem entgegenzuwirken, hat der DLV zwei Maßnahmen getroffen: Der DLV verlangt von seinen Athleten/innen nicht, dass immer das Trikot der aktuellen Kollektion getragen werden muss. Die Trikots können auch einer früheren Kollektion entstammen.“
Na also, geht doch. Endlich entspricht es der Interpretation, die EMA-Vizepräsident Jerzy Krauze (Polen) bei der Technischen Besprechung zur Hallen-EM 2015 in Torun im Beisein der DLV-Delegation zum Besten gab und EMA-„Präses“ Kurt Kaschke aus Freudenstadt als Teilnehmer am Straßenlauf in Grosseto zehn Kilometer lang, davor und danach plakativ öffentlich zur Schau trug. Ein Trikot aus einer älteren Kollektion nämlich (siehe Foto).
Und was macht der gewählte Senioren(ver)sprecher: er hält in dieser Sache auf seiner Verharmlosungsnetzseite  wieder einmal die (Tastatur-)Finger still, lässt seine Schutzbefohlenen im Dunkeln tappen. Logo! Leider kommen wir nicht überall an. Flankierende Maßnahmen wären deshalb ganz nützlich.