Stets vor dem PC das Gehirn einschalten und sauber recherchieren

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 11. Juni 2015)
Bevor Nachrichten in die digitale Welt gesetzt werden, sollte vor dem PC tunlichst das Gehirn eingeschaltet und sauber recherchiert werden. Auf „Erdmännchen TV“ in der Senioren-Spielecke auf der DLV-Netzseite wird gestern der unvoreingenommene Leser und bass erstaunte Insider mit dieser Meldung konfrontiert: „Die Initiative für das Rahmenprogramm bei den Weltmeisterschaften der Aktiven in Peking ging von der Masters Commission des Weltverbandes IAAF aus, der unter anderen Margit Jungmann, Vorsitzende des DLV-Bundesausschusses Senioren, angehört. Vorgesehen sind ein Wettbewerb über 800 Meter der Männerklasse M50+ sowie ein weiterer über 400 Meter der Frauenklasse W50+.
Falsch! Zumindest die Behauptung im ersten Satz. Stellen wir nach dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt“ richtig. Vorab: Margit J. aus R. hat mit dieser Aktion herzlich wenig zu tun. Genau nullkommanix. Vielmehr wurde die
Idee bereits 2005 bei der WM der Männer/Frauen in Helsinki (Finnland) praktiziert, als es für Senioren Vorentscheidungen in Lahti gab und die Endkämpfe dann während des Marathonlaufes im Olympiastadion von 1952 austragen wurden. 2012 bei der EM, ebenfalls in Helsinki, gab es ähnliche Senioren-Einlagen.
Nun zur Entstehung: Der ehemalige WMA-Präsident Torsten Carlius (Schweden) war 2005 der Initiator, der zusammen mit dem seinerzeitigen EVAA-Präsidenten Dieter Massin (Ahlen) und Vesa Lappalainen (Finnland) die Organisation leitete. Noch interessant, für etwaige spätere Verlautbarungen aus dem Bereich Märchen und Sagen: Carlius und Massin waren es auch, die die Wahl zum IAAF-Weltbesten Master initiierten, was später auf Europa und Deutschland herunter gebrochen wurde.
Derweil beim DLV so gut wie nichts umsonst ist, im Gegenteil immer teurer wird, war dieser Service für ihn, allen anderen sowieso, kostenfrei.

Kasseler Auestadion mit DM 2016 Durchlauferhitzer für höhere Weihen

(Darmstadt/Kassel/Krefeld, 10. Juni 2015) Wie der Medienservice, immerhin den gibt es, des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt gestern um 14.55 Uhr über den „Ticker“ laufen ließ, ist die Entscheidung gefallen. Nämlich die, dass der nächste Nachwuchs für die Seniorenklasse, die Männer/Frauen, ihre Deutschen Meisterschaften 2016 am 18./19. Juni im Auestadion in Kassel austragen. Schön, dass bei den wahnwitzigen Verbandsauflagen wenigstens dafür noch Ausrichter zur Verfügung stehen. Der ungewöhnlich frühe Termin dieser Titelkämpfe erklärt sich dadurch, dass im nächsten Jahr sowohl die Europameisterschaften in Amsterdam/NL (06. bis 10. Juli), als auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (Brasilien) mit den Leichtathletik-Wettbewerben vom 12. bis 21. August auf dem Programm stehen. Die einzige Großstadt Nordhessens (194.000 Einwohner) ist damit gewissermaßen der Durchlauferhitzer für die bundesdeutsche Creme de la Creme, die sich berechtigte Hoffnungen auf höhere Weihen machen darf.
Die üblichen Verdächtigen mit internationalem Format und Prädikat sind jedoch schnell an zwei Händen abzuzählen, kommen vorwiegend aus dem Stoß-/Wurfbereich und vom Mehrkampf. Das beschauliche Auestadion (Fassungsvermögen 18.737 Plätze) war zuletzt 2011 Schauplatz der damals verregneten DM. Größere Arenen mit Laufbahn, die es hier zu Lande ohnehin kaum noch gibt, streng genommen nur noch das Berliner Olympiastadion, vermögen allein deutsche Leichtathleten sowieso nicht mehr zu füllen. Insofern ist es zu begrüßen, dass einzelne Wettbewerbe telegen und publikumswirksam mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor ausgelagert werden. Da sei nur an das stimmungsvolle Kugelstoßen der Männer und Frauen im Vorjahr vor dem Ulmer Münster erinnert. Störend war allein der dilettantische Kommentar von Peter Leissl im ZDF-Livestream. Da gab es für die bedauernswerte Klientel vor dem PC-Bildschirm ordentlich was auf die Ohren. Das wäre wie maßgeschneidert für Reporter-Ikone Siggi Heinrich von EUROSPORT gewesen. Aber selbst das Fernseh-Leben ist nunmal kein Wunschkonzert. Leider!

Top Ten: Bernd Rehpenning hat sich neuem Monumentalwerk gewidmet

(Lausanne/Garbsen/Krefeld, 08. Juni 2015) Zeiten, Höhen, Weiten bei Lauf, Sprung und Wurf. Das bietet den Stoff, aus dem die Träume sind. Und natürlich ein reicher Fundus für Statistiken jeder Art. Da sind der Fantasie der „Zahlenmenschen“ fast keine Grenzen gesetzt. Bernd Rehpenning (*05.08.1938) aus Garbsen bei Hannover ist auf Deutschland herunter gebrochen so eine Art Gott Vater der Statistik. Dazu machte sich der Niedersachse über unsere Landesgrenzen hinaus als Schöpfer der weltweit angewandten Mehrkampf-Punktewertung „Modelresults2010“, eingeführt am 01. Mai 2010, einen Namen. Klar, dass sein Herz für die Leichtathletik nicht rein zufällig schlägt. Der inzwischen 77-Jährige kommt selber aus dem Werferlager mit zunächst dem Schwerpunkt Speer-, später Diskuswurf. Allerdings warfen ihn in den letzten Jahren gesundheitliche Rückschläge immer wieder zurück.
Der Liebe und Hingabe zur Statistik tat dies freilich keinen Abbruch. Bernd hat sich mit der ihm eigenen Akribie einem neuen Werk von monumentalem Ausmaß gewidmet, das nach teelöffelweiser Fertigstellung sukzessive auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne (Schweiz) online gestellt wird: Eine „Ewige Bestenliste“ der zehn besten Europäer in jeder Altersklasse (ab M/W35) und Disziplin. Und da er eben die erwähnte Vorliebe für die ansonsten meist stiefmütterlich behandelte dritte Fraktion hat, sind die vier klassischen Wurf-Disziplinen (Kugel, Diskus, Speer, Hammer) und auch schon der Wurf-Fünfkampf „tutto completto“, wie der italienische Softwareanbieter des kontinentalen Dachverbandes es nennen würde. Es fehlt nur noch der Gewichtwurf, eine amerikanische, allein von und bei den Senioren/innen ausgeübte Erfindung. Nicht nur für mich innerhalb des Wurf-Fünfkampfes ein großes Ärgernis, da er die „gelernten“ Hammerwerfer/innen klar bevorteilt.
Der gute Bernd ist zwar außerordentlich gründlich und gewissenhaft, gleichwohl weder allwissend, noch ein Hellseher. Wer sich also selber nicht entdeckt, obwohl er von seiner Leistung her an einer bestimmten Stelle geführt sein müsste, bei sich oder anderen sonstige Fehler aufspürt, der möge es ihn über die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wissen lassen. Dabei ist indes zu berücksichtigen, dass die international übliche Regelung Anwendung findet, wonach Leistungen erst berücksichtigt werden, wenn der Geburtstag in der neuen Altersklasse bereits gefeiert wurde. Wären wir gleich wieder bei dem gequirlten Schwachsinn, dass manche deutschen Rekorde „besser“ sind als der offiziell geführte Weltrekord. Der Beispiele gibt es mehr als genug. Nicht nur bei „Alles Müller, oder was?“ Gemeint ist in diesem Falle der einstmals tomatenblonde Guido vom TSV Vaterstetten, geboren am 22.12.1938.

Angebot für Nimmersatte: Ein Wurf-Zehnkampf der besonderen Art

(Mutterstadt/Krefeld, 09. Juni 2015) Ein Festival für nimmersatte und stark belastbare Werfer/innen bietet der RKS Phoenix Mutterstadt an. Es handelt sich um nicht weniger als zehn Disziplinen in einem Wettbewerb. Der dazugehörige Arbeitstitel ist die Offene Deutsche LSW-Meisterschaft im Wurf-Zehnkampf (sie nennen es fälschlicherweise Werfer-Zehnkampf). Wer es eine Nummer kleiner haben möchte, kann auch allein für die Offenen Pfalzmeisterschaften im Wurf-Fünfkampf seine Visitenkarte abgeben. Das Spektakel steigt am kommenden Samstag (Beginn 09.15 Uhr) für alle Klassen bis M/W85+ aufwärts im Sportpark an der Waldstraße.
Nun wird sich der unvorbelastete Betrachter fragen (dazu gehörte ich auch und musste in der 47seitigen Wettkampfordnung von LSW nachforschen), welche fünf Disziplinen sich den bekannten aus dem Fünfkampf hinzu gesellen. Als da sind: Schleuderball, Steinstoßen, Gewichtwurf einarmig, Kugelschocken und Keulenwurf. Wirkt nach meinem Geschmack ein wenig konstruiert, um mit aller Gewalt einen Wurf-Zehnkampf, pardon: Werfer-Zehnkampf, kreieren zu können.
Aber wem es gefällt? Nix wie hin! Nachmeldungen sind grundsätzlich möglich, Nachfragen per Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu richten.

WM in Lyon: Jungmann ließ sich von EMA die Butter vom Brot nehmen

Kolumne

Das Wort am Sonntag


(Lyon/Krefeld, 07. Juni 2015)
Wessen Veranstaltung ist das eigentlich? Während die federführende World-Masters-Athletics (WMA) auf ihrer miserabel gepflegten Netzseite, und das ist noch charmant untertrieben, mit – derzeit noch letzter – Nachricht vom 21.Mai 2015 auf den Meldeschluss 02.Juni für die 21. Senioren-Weltmeisterschaften vom 04. bis 16.August 2015 in Lyon (Frankreich) hinweist, berichtet die European Masters Athletics (EMA) bereits am 03.Juni, dass 8.042 Startwillige aus aller Herren Länder ihre Meldungen abgegeben haben. Dabei kann territoriales Vorrecht wohl kaum eine Rolle gespielt haben, sondern schlicht Schlampigkeit der WMA. Interessant in dem Zusammenhang zu wissen, dass Multifunktionärin und Verbandsoberschwester Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen als Vizepräsidentin Exekutive für diesen Bereich verantwortlich zeichnet. Natürlich muss sie sich nicht selber ihre wie auch immer gestylten Fingernägel an der Tastatur abbrechen, aber zumindest mit ihrem  Delegierfinger den Webmaster in Bewegung setzen. Unterstützend begleitet durch das Zauberwort mit fünf Buchstaben: rasch! Oder war es „bitte“?
Einmal unterstellt, dass die ungewöhnlich schnell nur einen Tag nach Meldeschluss veröffentlichte Zahl von 8.042 stimmen sollte, wäre es nach den 11.475 von 1993 in Miyazaki (Japan) und 8.946 von 2007 in Riccione (Italien) die dritthöchste in der Geschichte dieser Titelkämpfe. Als halbwegs verlässliche Größe haben aus Deutschland 439 Senioren/innen ihre Nennungen abgegeben. Halbwegs deshalb, da noch die übliche Dunkelziffer von etwa zehn Prozent hinzu kommt, die bei öffentlich erklärter Abwesenheit um Heim und Hof fürchten, daher (vorerst) namentlich nicht erwähnt werden wollen. Was sich spätestens am Ort der Handlung nicht mehr vermeiden lässt. Aber das Thema haben wir schon ausgequetscht wie eine Zitrone. Allerdings fällt mir dazu noch ein ketzerischer Spruch ein: Lieber ein stadtbekannter Säufer, als ein anonymer Alkoholiker. Na, dann Prost! Wobei: Ein Gläschen in Ehren kann keiner verwehren. Erst recht den obligatorischen Siegerschaumwein nicht, auch Sekt oder in Frankreich Champagner genannt. Lassen wir die weiteren Feinheiten jetzt weg.  
In diesem Sinne noch ein schönen Sonntag und eine geschmeidige neue Kalenderwoche!