DLV stellte die Senioren-Hallenbestenliste der Saison 2014/15 online

(Darmstadt/Krefeld, 10. April 2015) Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat tatsächlich in der Senioren-Spielecke auf seiner Netzseite mit einer Anreißmeldung einen nicht ganz unwesentlichen Hinweis platziert. Üblicherweise bleibt es der Findigkeit des geneigten Besuchers überlassen, etwas neues Informatives in den Niederungen des Portals selber zu entdecken. Soweit die positive Kunde. Irreführend ist auf die Senioren/innen bezogen allerdings der Arbeitstitel „Erste Sommer-Bestenliste 2015 online“. Ganz abgesehen davon, dass der Sommer stets am 21. Juni eines jeden Jahres zu beginnen pflegt, handelt es sich bei der Ü-30-Generation um die Bestenliste der Hallensaison 2014/15, die zudem nicht verlinkt ist (warum eigentlich nicht?). Da ist dann doch wieder (Nach-)Forschergeist gefragt. Die Pfade dazu sind Ergebnisse > Bestenliste > Hallenbestenliste 2015 > Senioren/innen. Bei uns, Ehrensache, allerdings direkt mit diesem Aufruf.
Da sollte also jede/r einmal reinschauen, ob er/sie überhaupt und wenn „Ja“ mit seiner/ihrer Saisonbestleistung an der richtigen Stelle auftaucht. Denn Statistik ist ein ebenso schweres wie undankbares Geschäft. Es ist schier unmöglich jedes kleine Hallensportfest in Hintertupfingen, das womöglich nicht einmal öffentlich ausgeschrieben war, zu erfassen. Schon gar nicht Veranstaltungen im benachbarten oder fernen Ausland mit Ausnahme der Hallen-EM in Torun. Deshalb ist eine E-Mail-Adresse hinterlegt, unter der Korrekturen dankbar entgegen genommen werden.
Bei flüchtiger Durchsicht im ureigenen Interesse habe ich entdeckt, dass unser gelegentlicher Gastautor Torsten Lange (*1945) von der LG Kreis Ahrweiler im Kugelstoßen der M70 als Sechster mit 12,21m und Elfter mit 11,42m doppelt geführt wird. Schön für ihn, jedoch einmal zuviel. Das ist allerdings der „Klassiker“, der beim Gegenlesen durch einen Dritten hätte vermieden werden können und nicht unter „niemand ist allwissend“ fällt.

Alwin Wagner leitet illustren Kreis bei Trainingsaufenthalt in Südtirol

(Krefeld/Latsch, 09. April 2015) Es ist fast so etwas wie ein Kindergeburtstag. Halt nur ein paar Altersetagen höher und ohne Torte, aber garantiert mit jede Menge Spaß an der Freud'. Ein von Hand verlesener Kreis von insgesamt acht Kugelstoßern und Diskuswerfern, vornehmlich aus der 408 Mitglieder zählenden Lampis-Familie, fährt kommenden Sonntag für eine Woche zu einem Trainingsaufenthalt nach Latsch in Südtirol. Das war ursprünglich mal als offenes Angebot für Jedermann angelegt, zeitigte jedoch keine Resonanz. Es passt zu den sonstigen Gegebenheiten, dass Senioren/innen alle möglichen Fördermaßnahmen einfordern, sie, so sie geboten werden, dann jedoch nicht wahrnehmen. Doch in diesem Falle hieße es auf hohem Niveau zu jammern. Denn durch gezielte Akquise hat sich eine illustre Truppe zusammen gefunden, die das Spektrum aufsteigend von M50 bis 70 abdeckt: Als da wären: Peter Holthuijsen (M50) aus Erkelenz, Uwe Heimrich (M55) aus Zella-Mehlis, Rolf Griesberg aus Köln, Dieter Krumm (beide M60) aus Langenzenn bei Fürth, Herbert Mussinghoff aus Gmünd in der Eifel, Georg Ortloff aus Schweinfurt, Hans Josef Weitz (alle M65) aus Köln-Zündorf und als „Stubenältester“ Axel Hermanns (M70) aus Krefeld. Alle mehr oder weniger hoch dekoriert bis hinauf zum Hallen-Weltmeistertitel der Senioren. Also beileibe keine sportlichen Waisenknaben. Aber noch prominenter ist mit dem ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Alwin J. Wagner (64 Jahre) aus Melsungen bei Kassel der Trainer. Und der hat im Vorfeld für die erste Hälfte ein vielseitiges Programm mit zwei Einheiten pro Tag unters fahrende Volk gestreut, das so manchem älteren Herrn Angst und Schrecken einjagte. Für den Mittwoch ist als aktive Regeneration eine 25 Kilometer lange Mountainbike-Tour durch die Apfelplantagen an der Etsch vorbei bis Meran vorgesehen. Den Rest danach bis Samstag hat Alwin für die Teilnehmer als Wundertüte offen gelassen.
Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen sind alle, die geografisch bedingt in vier verschiedenen Partien sternförmig anreisen, die fünf "Westler" gemeinsam, gespannt wie die Flitzebogen und voller Vorfreude. Sollte es den einen oder anderen überstrapazieren, steht mit Herbert Mussinghoff ein Dr.med. und Oberarzt für Orthopädie in der Hinterhand. Im Fenster „Flurfunk“ werden wir ab kommenden Montag täglich berichten, gegebenenfalls auch darüber, ob Herbert auf seinem beruflichen Gebiet gefragt war.

Ein sehr bewegtes Berufs- und Privatleben pflastern seine 60 Jahre

(Freudenstadt/Krefeld, 07. April 2015) Nicht gerade vom Tellerwäscher zum Millionär. Doch dieser „Selfmademan“ hat ein bewegtes Berufs- und Privatleben vorzuweisen. Ohne gleich alle Stationen aufzuzählen, eh ein Unding, versuchte sich der gelernte Elektriker bei Miele in Gütersloh später als Animateur auf Mallorca und im Ostsee-Resort Damp 2000, um auf dem zweiten Bildungsweg schlussendlich in ruhigere Fahrwasser zu gelangen. Aktuell hat er ein Auskommen mit einem geregelten Einkommen als Realschullehrer in Freudenstadt im Schwarzwald. Diese stark vergröberte, unstet anmutend Vita gehört zu Kurt Kaschke (im Bild), der heute sein 60.Lebensjahr vollendet. Das allein prädestiniert ihn freilich noch nicht, bei uns als Schlusspunkt der Geburtagstrilogie mit "Siggi" Wille und Hermann Albrecht bis in die Nachrichtenspalte zu gelangen. Stammbesucher wissen indes, dass „Kuddel“ seit Ende August 2012 als Präsident der European Masters Athletics (EMA) das höchste kontinentale Ehrenamt in der Senioren-Leichtathletik bekleidet. Zuvor war er in Nachfolge der deutschstämmigen Marina Hornicke-Gill (Spanien) sechs Jahre lang als Generalsekretär die rechte Hand seines charismatischen Amtvorgängers Dieter Massin aus Ahlen, der ihm große Fußspuren hinterließ. Keine leichte Aufgabe für K.K., der das kleine Einmaleins des Funktionsträgers als Breitensportwart im Landesverband Schleswig-Holstein erlernte. Details schenken wir ihm und uns jetzt an seinem Ehrentag, an dem nicht Verstörendes, sondern nur Nettigkeiten verbreitet werden soll(t)en.
Wer mehr über den so gepriesenen weltmännischen Erdenbürger mit dem Zahnpastalächeln wissen möchte, dem sei die verlinkte Riesengeschichte in der Online-Ausgabe des „Schwarzwälder Boten“ vom 15.Dezember 2014 empfohlen. So eine Art Weihnachtsmärchen. Echt zum Staunen. Da können und wollen wir nicht mithalten.

"Verbandsoberschwester" Jungmann bleibt Nachbetrachtung schuldig

Kommentar

Moment mal

(Krefeld, 08. April 2014)
Senioren-Deutschland, sofern es sich um Leichtathleten handelt, wartet und wartet… Geschlagene elf Tage seit Ende der – weit über die schwarz-rot-goldene Medaillenschwemme hinaus – sehr bemerkenswerten EM mit Winterwurf bislang vergebens. Seither wird die „Nachbetrachtung“ der scheinbar omnipotenten obersten Veteranin und „Verbandsschwester“ des DLV, Margit Jungmann, mit Spannung erwartet. Nichts, aber rein gar nichts ist auf der Märchen-Seite des DLV unter dem Stichwort „Senioren“ nachzulesen.
Die Besser-Wisser-Zentrale in Darmstadt hüllt sich in Schweigen, verharrt starr und reaktionslos im Funkloch. Kein Sterbenswörtchen der sonst so schreibwütigen (mit Tendenz ätzend-zersetzend, wenn es um Themen und Veranstaltungen außerhalb von Deutschland geht) Delegationsleiterin aus Rehlingen zur Europameisterschaft im polnischen Torun.
Diese Titelkämpfe hatten nachweislich einiges Neues auf den Markt gebracht. Allen voran die TV-Ausstrahlung im Internet direkt vom Ort des Geschehens. Live und nicht als Konserve dargeboten. Diese TV-Ausstrahlung hatte es in sich.
Wenn man’s genau nimmt, ist diese Form der Video-Teilnahme gar nicht so neu. Der DLV praktiziert gar beim Elitenachwuchs diese Form der Kommunikation in bewegten Bildern. Doch bei den älteren Semestern, in diesem Fall im „Bundesausschuss für Altkleidersammlung und Spracherneuerung“, ist diese technische Variante noch nicht angekommen. Meist nicht einmal ein Liveticker, wie er bei Landesmeisterschaften sogar schon Standard ist, zum Beispiel bei den „Westfälischen“.
Man/frau setzt immer noch auf traditionell und bewährt, läuft sich bei internationalen Meisterschaften die Hacken wund, um an Presseakkreditierung, Sonderparkplatz, Gratisverkaufsstand und Dauereinlassscheine ins Wettkampfbüro zu kommen.
Währenddessen wartet Deutschland auf die Jungmann’schen „Nachbetrachtungen“ zu Torun mit den besserwisserischen Empfehlungen, die im eigenen Lager nie umgesetzt werden, und wenn, dann mit jahrelanger Zeitverzögerung.
Nun steht die nächste Europameisterschaft vor der Tür (Meldetermin = 18. April): Grosseto/Italien mit den Straßen-, Wald- und Wiesenläufen, die den deutschen Teilnehmern keine DLV-Selbstbedienungsgebühren abverlangen und die die DLV-Empfehlung der Direktmeldung enthalten.
Aber über diese Regelungen und Empfehlungen spricht und schreibt man nicht, lässt derweil Senioren-Deutschland auf die beliebte „Nachbetrachtungsserie“ warten.
Vermutlich bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Ed-Burke-Bezwinger Hermann Albrecht zieht mit ihm nach Jahren gleich

(Satteldorf/Krefeld, 06. April 2015) Kleiner Mann, ganz groß. Der griffige Spruch könnte für ihn erfunden worden sein. Für einen Wurf-Allrounder ist er eher klein von Wuchs, dazu vergleichsweise ein Leichtgewicht. Ideal für den Rasenkraftsport, wo es neben Alters- auch Gewichtsklassen gibt. Doch „unser“ fortgeschrittenes heutiges Geburtstagskind Hermann Albrecht (*06.04.1940) aus Satteldorf im Nordosten von Baden-Württemberg hat sich den leichtathletischen Wurfdisziplinen verschrieben. Da gibt es mit dem Spezialgebiet Hammerwurf keine Weihen, die er bei den Senioren noch nicht erfahren hätte. Die Erfolgsbilanz wäre schlicht zu lang, das hier alles aufzulisten. Allerdings sei nicht verschwiegen, dass ihm auch die höchste nationale ideelle Auszeichnung zuteil wurde, so eine Art Bundesverdienstkreuz für die „Oldies but Goldies“ der (einstigen) olympischen Kernsportart. Hermann wurde während der nationalen Hallenmeisterschaften im Februar 2011 in Erfurt zum „Deutschen Senioren-Leichtathleten des Jahres 2010“ gekürt. Damals hatte er einen ganz speziellen Fünfkampf aus Hände schütteln, fotografiert werden, Interviews geben sowie die gleich anschließenden, parallel beginnenden, weit auseinander liegenden Wettbewerbe im Hammerwurf und Hochsprung zu bestreiten. Auch diese ungewöhnliche Hatz meisterte er mit Bravour. „Großartig, wenn ich mir die Liste meiner grandiosen Vorgänger bei dieser Ehrung anschaue“, diktierte er seinerzeit dem Chronisten auch dieser Zeilen in den Notizblock.
„Unsterblich“ machte sich der Jubilar jedoch ziemlich genau vor drei Jahren an Ostern 2012 bei den Hallen-Weltmeisterschaften mit Winterwurf im mittelfinnischen Jyväskylä als er den us-amerikanischen Hammerwurf-Giganten und turmhohen Favoriten Edward „Ed“ Burke (*04.03.1940) in einem gleichermaßen denkwürdigen wie geschichtsträchtigen Duell schlug. Als ob das noch nicht genug wäre, entschied bei 51,25 zu 51,24m ein winziger Zentimeter über Sekt oder Selters. Ob der Briefkopf des Mannes aus dem beschaulichen Satteldorf (5.200 Einwohner) seither durch die Zeile „Ed-Burke-Bezwinger“ geziert wird, ist indes nicht überliefert.   
Das jedoch schon: Hermann teilt mit seiner aus Rumänien stammenden Teodora nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch für die Schwerathletik innerhalb der Leichtathletik. Es ist keine Übertreibung, sie als werfenden Gegenentwurf zum stahbhochspringenden Ehepaar Ute und Wolfgang Ritte aus Moers am Niederrhein zu bezeichnen. Die nationalen und internationalen Erfolge durchaus eingeschlossen sowie männlicherseits die Ehrung zum Senioren-Leichtathleten des Jahres (W.Ritte gerade für 2014). Fraglos ein fast schon unverschämter Glücksfall, der Ehefrau nicht umschweifig und mit einer Träne im Knopfloch erklären zu müssen, mal eben für drei Stunden zum Training zu verschwinden und sie stattdessen mitzunehmen.
Es sei ihm und ihr von Herzen gegönnt. Genau wie die schöne Geburtstagsfeier am heutigen Ostermontag.
Und zu guter Letzt: Herzlichen Glückwunsch zum "75ten" vom Verfasser und der großen Werferfamilie, lieber Hermann!