Hammerwerfer De Feo richtet Protestnote an WMA-Präsident Perkins

(Krefeld/Lyon/Paris/Berlin, 08. August 2015) Genug angeprangert. Substanziell kann es in der vorgekommenen Vielfalt ohnehin nicht breiter als breit getreten werden. Schließlich wollen wir unsere Leser nicht in Endlosschleife nach Art des Wanderpredigers mit grundsätzlich dem gleichen Tenor ermüden oder gar langweilen. Also gehen wir mit der Senioren-WM in Lyon (Hurra, heute ist Ruhetag!) erst wieder auf Sendung, wenn es wider Erwarten etwas Positives zu vermelden geben sollte. Beispielsweise: Der französische Staatspräsident Francois Hollande erklärt diese Titelkämpfe auf seinem Hoheitsgebiet zur Chefsache und inspiziert gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als Repräsentantin der zahlenmäßig zweitstärksten Meldenation nach den Gastgebern die grauseligen Schauplätze der Handlung.
Vorerst (?) nur noch soviel: Hammerwerfer Francesco De Feo (im Bild) aus Bari in Italien hat via Facebook für ein theoretisch nach Millionen zählendes Auditorium einen formalen Protest an WMA-Präsident Stan Perkins (Australien) zu den vielen Unzulänglichkeiten dieses Abziehbildes einer Senioren-Weltmeisterschaft öffentlich gemacht. Klitzekleiner Auszug: „Don’t worry, Mr. President?" (Machen Sie sich keine Gedanken?). Da De Feo vermutlich als Teilnehmer vor Ort ist, sollte er vorsorglich und sicherheitshalber die Protestnote mit einer paar passenden, launigen Worten Perkins persönlich überreichen. Vorausgesetzt, der lässt sich überhaupt noch blicken und verharrt nicht untätig in klimatisierten Räumlichkeiten?

Zwei Feriensportfeste füllen Sommerloch an Rhein und Ruhr

(Krefeld/Düsseldorf/Witten, 07. August 2015) Bringen wir Abwechselung ins Einerlei, berichten wir mal anstelle dieser unsäglichen Senioren-WM in Vive la France, von wegen leben wie Gott in Frankreich (woher kommt eigentlich dieser gute Ruf?), über etwas Positives. Die wettkampflose, die schreckliche Zeit an Rhein und Ruhr wird durch Feriensportfeste morgen in Düsseldorf und Sonntag in Witten unterbrochen. Beide Meetings mit Senioren-Wertung finden sich mit entsprechender Verlinkung zur Netzseite der gastgebenden Klubs in unserem Fenster „Veranstaltungen“ wieder.
Daneben weisen wir unsere geschätzte Leserschaft, die womöglich über die unsere Seite aufmachende Nachrichten-Spalte nicht hinauskommt, auf einige neuere Beiträge im „Flurfunk“ und „Ergebnisse“ hin. Überhaupt lohnt es sich, gelegentlich und vorsorglich im wieder einmal die verschiedenen Fenster aufzurufen, ehe einem noch etwas Wesentliches durch die Lappen geht.

Desaströser Ergebnisdienst der WM zwingt uns zur Arbeitsverweigerung

(Krefeld/Lyon, 06. August 2015) Eigenlob stinkt gemeinhin. Gleichwohl dürfen wir mit Fug und Recht konstatieren, dass wir nicht nur, jedoch vor allem mit der Ergebnis-Berichterstattung von Senioren-Meisterschaften, national wie international, hinsichtlich Umfang und Aktualität Maßstäbe gesetzt haben. Das entspricht auch unserem selbst verordneten Anforderungsprofil und Credo als Internet-Portal von, aber nicht nur für Senioren-Werfer/innen schlichtweg die Nr. 1 der einschlägigen Netzseiten für die „ewigen Talente“ zu sein. Viel Konkurrenz haben wir da freilich nicht zu schlagen. Wofür wir nichts können. Doch irgendwann schweigt des Sängers Höflichkeit. Der (vorübergehende) Zeitpunkt ist bei den 21. Senioren-Weltmeisterschaften momentan im französischen Lyon gekommen. Der desaströse Ergebnisdienst dieser Titelkämpfe erinnert an die Anfänge der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV), als sie noch im Hollerith-Verfahren stattfand.
Das macht ein vernünftiges Arbeiten schier unmöglich. Erschwerend kommen Verbindungsprobleme auf die Seite
www.lyon2015.com zu gelangen hinzu. Das reicht über ständige Error-Meldungen bis zu Computerabstürzen mit neuem Hochfahren oder gar zu rekonstruierender Wiederherstellung der beschädigten Soft-/Hardware. Nervig, zeitraubend: kurzum unzumutbar hoch Drei! Ganz abgesehen von der sehr schlichten grafischen Darstellung der Ergebnislisten, die vermutlich ein Erstklässler ansehnlicher gestaltet hätte. Warum haben die Franzosen nicht eine gescheite Sport-Software wie zum Beispiel von Fidalservizi erworben? Da stand ihnen wohl ihr restlos übertriebener Nationalstolz im Wege mit Italienern zu kooperieren. Igittigitt!

„Merde“ war noch das netteste Schimpfwort

Diesbezüglich erreichten uns viele Mails von Mitgliedern. Das netteste Schimpfwort via France war noch „merde“. Übersetzung sicherlich nicht erforderlich. Das bestätigt, freut und ehrt uns. Nur zaubern können wir leider nicht, Rat haben wir ebenfalls keinen parat. Sonst würden wir unseren Redaktionssitz auf die Insel der Reichen und Schönen nach St.Barth verlegen, da unser Geld mit brandheißen Steuer- und Anlagetipps mehren.
Sei's drum: Eingedenk dieser gequirlten Sch… werden wir mit einer komprimierten Ergebnis-Berichterstattung in der vagen Aussicht auf eine halbwegs geordnete Zusammenfassung bis nach den Titelkämpfen warten und hoffen auf Verständnis unserer täglich durchschnittlich 1.500 Stammbesucher. Insofern müssen wir es der Findigkeit der interessierten „Kiebitze“ überlassen, sich durch das heillose Chaos zu wurschteln. Zumindest dieser kleine Hinweis: die französischsprachige Version unter „Resultats“ aufrufen und dann gefühlte drei Kilometer abwärts scrollen. Denn bis soeben (08:00 Uhr) waren Ergebnisse/Results (noch?) nicht verlinkt. Viel Geduld dabei! Spaß zu wünschen wäre pure Ironie und Verarschung.
Und jede Wette, dass anderswo alles glatt gebügelt und antiseptisch daherkommt oder einfach totgeschwiegen wird, als wäre im lecker warmen Lyon alles Eitel Sonnenschein.

Senioren-WM: Franzosen mit der Organisation restlos überfordert

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Krefeld/Lyon, 07. August 2015)
Was beherrschen die Franzosen in Perfektion? Die Antwort sei gleich mitgeliefert: stolz zu sein bis irgendwann der Arzt zur Einweisung in die Klapsmühle kommt. Aber auf was eigentlich? Mit der Organisation einer Massenveranstaltung mit schlimmstenfalls 8.042 gemeldeten Sportlern (die freilich nicht alle erscheinen, indes für die Franzmänner immer noch viel zu viele) aus 98 Nationen sind sie hoffnungslos überfordert. Klarer Fall – das ist kein Smalltalk mit einem leckeren Rotwein oder Champagner zum Befeuchten der trocken geredeten Schnüss. Das ist richtig Arbeit, erfordert Geschick, Talent, Engagement und jede Menge kompetenter, sach- und fachkundiger fleißiger Menschen. Nicht nur die mangelhafte Ergebnis-Übermittlung und der klägliche Internet-Auftritt (auf der Veranstalter-Startseite steht immer noch der Meldeschluss) geben Anlass zur Klage für die Daheimgebliebenen. Viel schlimmer trifft es die Teilnehmer/innen. Das heillose Durcheinander und organisierte Chaos setzt sich bis in alle, wirklich alle Bereiche fort. Es würde definitiv zu weit führen und diesen Rahmen restlos sprengen, hier und jetzt ins Detail zu gehen. Dabei liegen erst drei von insgesamt zwölf Wettkampftagen (auf den Ruhetag freuen sich schon alle) bei den 21. Senioren-Weltmeisterschaftren vom 04. bis 16. August in Lyon hinter allen unmittelbar Beteiligten und den Tausenden wissbegierigen Sehleuten an den Computern weltweit.

Selbstgefällige WMA-Präsidium schaut tatenlos zu


Und was macht eigentlich derweil das sicherlich vollzählig versammelte Präsidium des globalen Senioren-Dachverbandes World-Masters-Athletics (WMA), die, der, das nicht mehr und weniger als das Patronat über diese Titelkämpfe hat? Es darf gemutmaßt werden, dass Präsident Stan Perkins (Brisbane/Australien) und seine „Vize“ Margit Jungmann (Rehlingen/Saarland) von all dem nichts wissen, was in beeindruckender Akkuratesse (Vollkommenheit) bei dieser WM so alles gründlich daneben geht. Eingedenk der sengenden Hitze in der Metropole der Rhone-Alpes-Region werden sie, nehmen wir mal an, in einer klimatisierten VIP-Lounge auf einem Canapé (Sofa) sitzen und bei Rotwein oder Schampus edel belegte Canapés (mundgerechte Häppchen; die sprachpanschende German Athletics Association alias DLV würde es Fingerfood heißen) speisen.
Wenngleich auch ein kritischer Ruf letztendlich verpflichtet, lassen wir es hiermit schlecht sein und schlagen ein Straußen-Ei, pardon, Monsieur Strauss-Kahn, über das mal als Festival für die Leichtathletik-Senioren/innen gedachte Stelldichein. Genügen jedoch wenigstens wir der (Chronisten-)Pflicht und nennen aufgrund vieler bei uns eingegangener Mails zwei Quellen, wo Ergebnisse und Fotos halbwegs unfallfrei eingesehen werden können sollen. Soviel Konjunktiv muss in Frankreich schon sein. Und unter dieser E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sind wütende Proteste an den Webmaster zu richten. Natürlelehmann in seiner Muttersprache. Alles andere würde eh schlichtweg von ihm oder seinem „Abfangjäger“ mit (un-)gebotenem Stolz ignoriert.
Viel Spaß und Erfolg! Wobei auch immer. Nicht zuletzt unser pauschaler Dank an all die emsigen Maulwürfe, die im Interesse der gemeinsamen Sache im Internet gewühlt haben und fündig geworden sind.

Schriller Auftakt der Senioren-WM mit Pleiten, Pech und Pannen

(Lyon/Krefeld, 05. August 2015) Was interessiert eigentlich die vielen Daheimgebliebenen bezüglich der Berichterstattung von den 21. Senioren-Weltmeisterschaften in Lyon aus der Sicht derer, die vor Ort sind? Einmal abgesehen von Reportagen der Ergebnisse. Aber selbst da ist es bei in drei Stadien parallel laufenden Wettbewerben schier unmöglich, den Überblick zu bewahren. Erschwerend kommt ein völlig unzulänglicher Ergebnisdienst der gastgebenden Franzosen hinzu, die obendrein meilenweit hinter der Musik herlaufen (siehe auch gestrigen Kommentar). Das ist finsterstes Mittelalter, als die Zeitungen noch im Bleisatz produziert wurden. Der Auftakt der Titelkämpfe war auch sonst von Pleiten, Pech und Pannen begleitet. Ein kleiner, zwangsläufig unvollständiger Auszug:
1.
Fauxpas) 80m Hürden im Mehrkampf der W 75/80
Startkommando laut Athletenhandbuch: On your marks - set - Schuss. Tatsächlich: On your Marks – Schuss. Das hat logischerweise für sehr viel Unmut gesorgt. Den sich anschließend beschwerenden Mehrkämpferinnen wurde eine Wiederholung des Laufs angeboten. Auf eine derartige Energieverschwendung haben sie eingedenk des noch vor ihnen liegenden Programms verzichtet. Die Gesamtpunktzahl wird jedoch unter dem Zu-lange-in-den-Blöcken-kleben bis hin zur denkbaren Ergebnisverfälschung leiden.
2.) Hochsprung
Brita Kiesheyer (W75) übersprang mit großem Abstand zur Latte die Anfangshöhe. Diese fällt aber, da das beim Aufkommen ausbeulende Sprungkissen vermutlich zu nahe an den Ständern lag. Werner Angermund, selber ausgebildeter und lizenzierter Kampfrichter, moniert dies als DLV-Vertreter beim Kampfgericht. Es wird ihm Recht und der Versuch gültig gegeben. Angermund wird dann jedoch von der Anlage auf die Tribüne hinter den Sicherheitszaun verwiesen.
3.) Kugelstoßen
Derselbe Angermund kommt chinesisch süß-sauer lächelnd vom Kugelstoßen, der dritten Disziplin im Fünfkampf, zurück und erzählt: „Also, so etwas hab' ich auch noch nicht erlebt. Der Hauptkampfrichter mit der weißen und roten Fahne stand nicht am Balken, sondern im Sektor.“

Drunter und drüber auch beim Cross


Erheblichen Ärger gab es auch beim Crosslauf. Da wurden die Kampfrichter, Helfer sowie Helfeshelfer bei dem Massenandrang an Teilnehmern dem richtigen Rundenzählen und der Überrundungen nicht Herr. Der erfahrene, höchst erfolgreiche Herbert E. Müller (M85) beklagte, dass es drunter und drüber ging, einige Langstreckler eine Runde zu wenig laufen „durften“ und so nun vor einem Top-Athleten wie beispielsweise Klemens Wittig gelistet werden.
Was lernen wir daraus? Für das Lokale Organisationskomitee (LOC) scheint die Ausrichtung dieser WM so überraschend und kurzfristig gekommen zu sein, dass es keine Zeit hatte die vielen Kampfrichter und Helfer entsprechend einzuweisen, deren Kompetenz zu überprüfen und gegebenenfalls noch zu schulen. Der Begriff „Heitere Spiele“ wird in Vive la France (Es lebe Frankreich) noch eine ganz neue (Be-)Deutung erfahren. Viel schöner wäre indes im Interesse der Sportler/innen aus 98 Nationen, wenn die Organisatoren mit einem Machtwort des Weltverbandes WMA alsbald in die richtige Spur fänden.
Und was schreibt für uns Wissbegierigen daheim der Chef-Literat der DLV-Senioren/innen in der „Oldiethek“ auf der Verbandsnetzseite? Alle 716 (!) der gemäß offizieller Version des LOC’s 714 gemeldeten deutschen Aktiven wären bereits am 03.August angekommen. Wahrscheinlich hat er sie alle per Handschlag im TIC, dem Technischen Informationszentrum (Akkreditierungsstelle), begrüßt und gezählt. Was nicht allein wegen der falschen Zahl und üblichen Ausfallquote von bis zu 25 Prozent Honig blühender Blödsinn ist. Denn wegen des späteren Beginns ihrer Wettbewerbe sind längst noch nicht alle angereist. Und in seinen ersten WM-News erscheint der obligatorische, von Wikipedia „abgeschriebene“, entbehrliche Geografieunterricht zu Lyon und Umgebung. Da haben wir uns mit einer bloßen Verlinkung für wirkliche Interessenten begnügt. Klar, wer angibt, hat deutlich mehr vom Leben.