Fernsehbeitrag im WDR: Fit und flott mit Falten

(Köln/Krefeld, 04. August 2014)  Nicht immer, eher selten, kommt es seriös daher, wenn das (Privat-)Fernsehen über die Senioren-Leichtathletik berichtet. Die Gefahr dürfte nicht bestehen, wenn sich eine von Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Anstalt wie der WDR in Köln mit dem einstigen „Mister Tagesthemen“ Thomas Buhrow als Intendanten dieses Themas annimmt. Kommenden Mittwoch (Beginn 18.05 Uhr) gibt es im  Rahmen der Sendung „Hier und Heute“ einen 15-minütigen Beitrag über drei erfolgreiche „Oldies“. Neben Mittel-/Langstreckler Herbert E. Müller (M 85) vom TSV Bayer Dormagen sind es die Werferinnen Brita Kiesheyer (W 75) und Christa Winkelmann (W 80) vom CSV Marathon Krefeld. Die dazugehörige Anreißmeldung des Senders unter der Überschrift „Fit und flott mit Falten“ lautet: Sie sind cool drauf und wollen erst aufhören, wenn es 'unansehnlich' wird. Sie sind 76, 80 und 84 Jahre alt und können die Medaillen kaum mehr zählen, die sie bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften absahnen. Rennen, Werfen, Springen, das macht ihr Leben aus und lässt sie vielleicht sogar ein bisschen länger leben, als Senioren, die sich nicht von Sieg zu Sieg kämpfen. Reporterin Sabine Wagner hat Brita Kiesheyer und Christa Winkelmann aus Krefeld als begeisterte Athletinnen kennengelernt und als originelle Typen in und außerhalb der Stadien. Herbert Müller aus Grevenbroich bricht seine und andere Rekorde. Der 84-Jährige verrät uns sein Erfolgsgeheimnis: Seine Frau Helga, weil sie ihm den Rücken frei hält. Drei großartige Sportler, ihre Erfolge und ihr reiches Leben im hohen Alter.
Wer es live nicht sehen kann, dem sei die Konserve unter dem  nachfolgenden Link empfohlen: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/hier_und_heute/videofitundflottmitfalten100.html

Lampis einmal mehr Leit- und Leidmedium in Personalunion

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 03 . August 2014)
Es sei an die Kolumne vom 20. Juli und den kleinen Nachdreher vom nächsten Tag erinnert. Da war von den drei modernen Sprachregelungen zum guten alten Seniorensprecher die Rede. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte auf seiner offiziellen Verbandsnetzseite als dritte Variante „Aktivenvertreter/in“ beigesteuert. Nun halten wir mitnichten jeden vom DLV fabrizierten Schwachsinn nach, auf den wir ihn indirekt aufmerksam gemacht haben. Da hätten wir verdammt viel zu tun. Allerdings können – und wollen wir auch – nicht verhindern, dass uns irgendein nettes Vögelchen etwas zuträllert. Diesmal sogar aus höchst exponierten Kreisen, was im Innenverhältnis, so es denn bekannt würde, das Vögelchen, als Nestbeschmutzer ge- und bewertet werden könnte. Doch nach einem ungeschriebenen journalistischen Gesetz gewähren wir unseren Informanten selbstverständlich Vertrauensschutz. Den „Maulwurf“ aus dem Kommentar von gestern eingeschlossen, versteht sich. Also Nachfragen jedweder Art sind vergebliche Liebesmüh, zu was und von wem auch immer.
Nun jedoch zur Aufhellung des bis hierhin noch ein wenig nebulösen Vorganges. Wenn man unter www.leichtathletik.de die verschlungenen Pfade Verband, Kontakt, Bundesausschüsse und schlussendlich Senioren anklickt, erfährt der staunende Betrachter, dass Alfred Hermes und Lidia Zentner nun nicht mehr „Aktivenvertreter/in“, sondern „Athletensprecher/in“ sind. Lampis erneut und zum ungezählten Male Leit- und Leidmedium in Personalunion. Aber wir helfen gerne. Irgendwann stellt sich allerdings die Honorarfrage. Der DLV lässt sich schließlich auch jede Handreichung fürstlich bezahlen. Veranstalter können ein traurig’ und garstig Lied davon singen. Uns mit dem inzwischen 5. Werfermeeting eingeschlossen. Aber das Thema werden wir, so es nötig werden sollte, noch gebührend und gehörig ausschlachten. Nicht nur juristisch, auch öffentlich. Versprochen!

Brite Perriss Wilkins geht bei der EM als Blender in den Ring

Wenden wir uns im zweiten Teil der „Predigt“ noch unserem originären Anliegen zu. Der Brite Perriss Wilkins (*1967) taucht in der mutmaßlichen Teilnehmerliste nach Altersklassen und Disziplinen der Senioren-EM in Izmir im Diskuswurf der M45 mit einer Meldeleistung von 66,64 m auf. Donnerwetter! Dazu sei ergänzend erwähnt, dass der viermalige Olympiasieger Al Oerter (*1936) aus den USA  mit 66,12 m als offizieller Weltrekord-Inhaber der M45 geführt wird, aufgestellt am 28. März 1982 in Westfield (USA). Die soll der Insulaner von einer breiteren Öffentlichkeit völlig unbemerkt verbessert haben? Schwer vorstellbar, geradezu unglaublich. Stimmt auch nicht, wie unsere Recherche ergab. Wilkins, längst nicht so bekannt wie sein us-amerikanischer Nachnamensvetter Mac Wilkins (*1950; Bestleistung 70,86 m aus 1980, damals Weltrekord), warf jene 66,64 m am 30. August 1998 in Stanford (England). Das war seinerzeit britischer Rekord, ist bald schlappe 16 Jahre her und entspricht logischerweise nicht seinem heutigen Leistungsvermögen. Zumal er sich garantiert nicht mehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch, eine ungewollte englische Erfindung, ernähren wird, das womöglich einen anabolen Nebeneffekt hatte. Helmut Maryniak (*1968) vom 1.FC Passau, der sich jüngst und mithin aktuell auf 48,04 m verbesserte (wir berichteten), sollte also in aller Ruhe und Gelassenheit das gemeinsame Einwerfen abwarten, ehe er sich in vorauseilendem Gehorsam vor Ehrfurcht in die sündhaft teure Sporthose des ausländischen DLV-Sponsors macht.
In diesem Sinne auch allen anderen ruhig Blut, einen zauberhaften Sonntag und eine nicht weniger schöne neue (Arbeits-)Woche!

Kapitaler Rechenfehler ohne größere Folgen: Nur 14 Geheimniskrämer

(Izmir/Darmstadt/Krefeld, 01. August 2014)  Niemand ist perfekt. Der Chronist trotz allen Strebens danach leider auch nicht. Da wir jedoch ursprünglich als Mitglieder-Seite von und für Senioren-Werfer/innen entstanden sind (die Datei der 483 Sportkameraden/innen existiert noch im Hintergrund), wird uns gelegentlich „artfremd“ auf die Sprünge geholfen. Ganz ohne Besserwisserei und Häme, ohne es unter Facebook oder Twitter „weltweit“ zu zwitschern und an die große Glocke zu hängen. Vielmehr intern mit einem freundlichen Wink mit dem Lattenzaun, sich zuvor richtig Arbeit gemacht zu haben. Kurzum: in unserem gestrigen Beitrag in dieser Spalte hatten wir uns schlichtweg gehörig verrechnet. Es waren 256 (statt 214) auf der DLV-Meldeliste namentlich genannte Senioren/innen für die EM in Izmir, mithin nur noch 14 Geheimniskrämer/innen. Als Online-Medium hätten wir das heimlich, stille und leise, wahrscheinlich völlig unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit, korrigieren können. Aber wir stehen zu unseren Fehlern und schicken gleich eine Entschuldigung wegen – freilich unbeabsichtigter – Irreführung hinterher! Seid versichert, dass dies keinen mehr ärgert, als den in Autorenzeile genannten Verfasser. Der schwache Trost: Nur wer gar nicht arbeitet macht keine Fehler.
Es sei nicht verschwiegen, dass uns der nette Zeitgenosse mit großem Insiderwissen noch etwas gezwitschert hat. Das würde jetzt den Rahmen indes sprengen. Dazu morgen auf dieser Welle und an dieser Stelle mehr.

Bundesausschuss der Senioren keine Insel der Glückseligen

Kommentar 

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Izmir/Krefeld, 02. August 2014)
Es versteht sich am Rande, dass in der Außendarstellung der schöne Schein gewahrt wird. Immer nur lächeln, niemals betrübt. Doch wie es drinnen aussieht, geht niemanden etwas an. Allerdings wissen wir nicht erst seit der NSA-Äffare, dass Maulwürfe überall auf der Lauer liegen und Grabenkämpfe veranstalten. So kann natürlich auch der Bundesausschuss Senioren nicht alles unter der Grasnarbe halten, lebt nicht auf der letzten verbliebenen Insel der Glückseligen. Da gibt es selbst unter (ehemaligen) Hengsten eine – logischerweise nur im übertragenen Sinne – Stutenbissigkeit. Neuester Stein des Anstoßes ist, dass Seniorensprecher Alfred Hermes (*1946) vom Pulheimer SC erfolgreich für sich einen der fünf Delegiertensitze des DLV bei der Generalversammlung des kontinentalen Dachverbandes EVAA am 26. August 2014 im Rahmen der 19. Senioren-Europameisterschaften im türkischen Izmir reklamiert hat.
Das entbehrt insofern nicht einer gewissen Pikanterie, weil er damit eine/n aus der in der Hierarchie höher angesiedelten langjährigen Offiziellen-Gilde um Vizepräsident Matthias Reick, die BA-Vorsitzende Margit Jungmann, Geschäftsführer Jörg Erdmann, Öffentlichkeitsarbeiter Karl-Heinz „Flunker“ Flucke und Senioren-Statist(iker) Jörg Reckemeier ausbootet. Es wird gemunkelt, dass es Flucke getroffen haben soll, dessen Rolle als „Knipser vom Dienst“ obendrein als entbehrlich angesehen wird. Bleiben wir im tierischen Bilde: Das sorgt für Futterneid. Dies auch unter einem weiteren Aspekt, dass bei Flucke handfeste eigene Interessen im Spiel sein sollen, da er seine vom Verband, mithin den Mitgliedern, bezahlte Dienstreise gerne mal mit Nebengeschäften zu garnieren pflegt. Sprich: Fotos von ihm abgelichtete Aktive an dieselben gegen Bares unters Volk bringt.
Warum jetzt intern so vehement gerungen wird, war wohl in der Vergangenheit augen- und ohrenscheinlich nicht gleichermaßen gefragt. So sickerte über verschiedene Quellen durch, dass für den Fall des Falles der DLV-Masseur als Ersatz-Delegierter für die Generalversammlung der WMA während der Senioren-WM 2009 in Lahti (Finnland) nominiert worden ist. Selbst wenn es letztlich nicht dazu kam, bleibt es ganz starker Tobak. Diese Kenntnis wusste Hermes schon anlässlich der WM im Vorjahr im brasilianischen Porto Alegre taktisch klug für sich zu nutzen. Und nun wieder. Das Druckmittel ist freilich durch diese Veröffentlichung fortan passé.
Für die eingangs erwähnte Versammlung ist den wie auch immer zusammen gesetzten „Fünf Weisen des DLV“ jedenfalls zu wünschen, dass sie ausnahmslos aus Erneuerern bestehen und für die Umbenennung vom völlig überholten, gestrigen European Veterans Athletic Association (EVAA) in European Masters Athletics (EMA) votieren. Die übrigen Tagesordnungspunkte lassen wir hier und jetzt geflissentlich beiseite. Und freuen wir uns, dass Hermes, „Der Göterbote“, anders als in seiner eigentlichen Funktion, diesmal tatsächlich Sitz und Stimme hat.

Senioren-EM: Völlig sinnfreies Unterfangen von 56 Geheimniskrämern

(Izmir/Darmstadt/Krefeld, 31. Juli 2014)  Ferienzeit = Sauregurkenzeit. Die gefühlt halbe Nation befindet sich irgendwo in Urlaub. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt bei hochbrisanter politischer Weltlage Seele und Beine beim Wanderurlaub in Südtirol (Nord-Italien) baumeln, besuchte von dort aus gestern die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Natürlich hat sie stets ihr inzwischen besser gesichertes Handy dabei, ist ständig online. Das sind wir auch. Dennoch ist die Nachrichtenlage dürftig, Sportfeste landauf, landab Mangelware. Wer den Anspruch hat seinen Stammgästen täglich etwas Neues an Informationen zu bieten, und das haben wir, der muss sich gelegentlich ein Thema schnitzen. Andere machen das ebenfalls. Beispielsweise die Senioren-Spielecke des DLV. Diesbezüglich  verweisen wir auf unsere gestern Abend eingestellte Glosse im Fenster „Flurfunk“. Viel Spaß!
Aber wat nu? Dafür gingen wir in den Keller und kramten Eingemachtes hervor: Die Meldezahlen für die Senioren-EM in Izmir. Namentlich mit Erlaubnis genannt sind es auf der Verbandsnetzseite 214 aus Deutschland. Inkognito kommen noch 56 zur Gesamtzahl von 270 hinzu. Die sind jetzt allerdings auch enttarnt. Denn auf der Netzseite des Lokalen Organisationskomitees gibt es inzwischen unter G wie Germany eine alphabetische Namensliste von A(dam) bis Z(orn). Soweit geht unsere Langeweile allerdings nicht, die 56 ehemaligen Geheimniskrämer heraus zu filtern und an dieser Stelle zu benennen. Dieser Beitrag diente lediglich einmal mehr dazu aufzuzeigen, wie sinnfrei deren Unterfangen schlussendlich war und auch beim nächsten Mal wieder sein wird.