GAA alias DLV geht die DM der Senioren/innen am Allerwertesten vorbei

Kolumne

Das späte Wort am Sonntag

(Zittau/Flughafen Dresden, 12. Juli 2015)
Halten wir fest, dass the „German Athletics Association“ (GAA) – unser diesjähriger Aprilscherz, Copyright by Hans-Peter Skala aus Ratingen – die Deutschen Senioren-Meisterschaften aber so was vom am Allerwertesten vorbeigehen. Wie anders wäre es zu erklären, dass zwei geschlagene Wettkampftage vergehen mussten, ehe endlich gestern Abend die Ergebnisse von der Senioren-DM ganz tief im Osten in Zittau online unter Ergebnisse auf seiner Netzseite abrufbar waren?! Und das wahrscheinlich erst auf „Zuruf“ von Lampis. Gisela Stecher, die Leiterin Wettkampforganisation Senioren, war jedenfalls überrascht, richtiger: entsetzt, als ich ihr diesen ungeheuerlichen Vorgang geschildert habe.
Das spielte logischerweise für die Teilnehmer vor Ort keine Rolle. Sie kennen ihre eigenen Resultate und die der unmittelbaren Konkurrenz schließlich. Was sie darüber hinaus interessiert, konnten sie am Aushang nachsehen. Es geht um die daheimgebliebenen Sehleute, die wissen wollen wie ihre Angehörigen und/oder Sportkameraden/innen abgeschnitten haben. Obendrein wird gerne fabuliert, was für einen selber möglich gewesen wäre, so man(n)/frau sich für einen Start entschieden hätte, statt zu Hause geblieben zu sein. Hätte, hätte, Fahrradkette. Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer(lusconi) Steinbrück feiert mit seinem Spruch fröhliche Urständ.
Auch in den sozialen Netzwerken machte sich der Unmut über die Ignoranten des nationalen Dachverbandes breit. Wer soll auch wissen, bis Lampis den ultimativen Tipp mit Verlinkung gab, dass der örtliche Ausrichter HSG Turbine Zittau das neugierige Volk mit dem Objekt der Begierde in seinem Internet-Portal nicht allein ließ? Mit Zahlen können wir nicht dienen. Doch sie werden nach dem Sturm der Entrüstung allein auf Facebook erklecklich gewesen sein. Ein paar Nummern kleiner waren die Anfragen bei mir wo sie zu finden wären, die in meiner Abwesenheit meine Frau leider nicht beantworten konnte.
Bevor dann morgen in der heimischen Redaktionsstube noch ein ausführlicher Nachschlag in den Fenstern Flurfunk und Ergebnisse erfolgt, sei eines vorausgeschickt: Der vielfach bis hin zur Senioren-EM 2012 erprobte und bewährte Gastgeber, Name genannt und mithin bekannt, verdiente sich mit allem Drum und Dran das Prädikat Extraklasse. Obwohl ich beileibe kein heuriger Hase bin und bei den Junioren angefangen bis Heute so manche nationalen Titelkämpfe mitgemacht oder als Sportjournalist darüber live, also nicht aus der Ferne, berichtet habe, vermag ich mich an etwas Besseres nicht zu erinnern. Und meine persönliche Regierungschefin kann ich als Zeugin benennen, dass ich nicht an Demenz light leide. An der härteren Version ebenfalls nicht. Sonst hätte ich mit meinem Leihwagen nicht den ‚Weg zurück vom Weinauparkstadion zum Flughafen gefunden. Aber, ich weiß, über solche Dinge sollten besser keine Späße gemacht werden. „Honig im Kopf“ nach dem äußerst erfolgreichen Spielfilm von und mit Til Schweiger ist eine ernste Sache. Außer für den direkt Betroffenen.
In diesem Sinne noch einen schönen Restsonntag oder gehabt zu haben und eine geschmeidige neue Kalenderwoche!      

Senioren-DM: DLV tritt seine Informationspflicht einmal mehr mit Füßen

(Krefeld/Zittau, 11. Juli 2015) Irgendwann fällt auch bei mir die Online-Klappe. Obwohl die Messe des ersten Tages der Deutschen Senioren-Meisterschaften der Ü-35-Generation in Zittau gestern Abend gegen 20,30 Uhr gelesen war, suchte man auf allen denkbaren Kanälen selbst noch um 22 Uhr vergeblich nach der Ergebnisliste. Erwartungsgemäß war tagsüber natürlich von einem Live-Ticker oder gar Livestream keine Spur. Die Senioren/innen sind willkommenes Zahlvieh, ohne jeden Anspruch auf den sonst üblichen Standard. Also habe ich meine persönliche Neugier und mein Informationsbedürfnis für die geneigten Leser nach einer Mütze voll Schlaf notgedrungen bis heute Morgen gleich nach dem frühen Aufstehen (wegen des Abfluges von Düsseldorf nach Dresden und der Weiterfahrt mit dem Leihwagen nach Zittau) zügeln müssen.
Und heute wieder nix unter Ergebnisse auf der DLV-Netzseite, auch nicht über den Umweg Meisterschaftstermine. Dabei handelt es sich um eine Deutsche Meisterschaft unter dem Patronat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Mehr Geringschätzigkeit geht nicht. Auch kein Hinweis in der Senioren-Spielecke, wo im Laufe des Vormittags ein Beitrag vom selbst ernannten Flunkerer zu bestaunen war. Da erfahren wir so Erhellendes, dass an den drei Tagen 215 Kampfrichter 1.107 Starts zu überwachen hätten. Es sind indes 2.126, was bei 1.050 Gemeldeten auch nahe liegender erscheint. So jedenfalls unsere Information durch die Leiterin Wettkampf-Organisation, Gisela Stecher aus Grevenbroich.
Einen Link zur Online-Ergebnisliste behält uns der Großmeister der Ästhetik aus Berlin mit bürgerlichem Namen Flucke hingegen vor. Folglich war wieder einmal eigener Forschergeist gefragt. Fündig wurden wir schließlich auf dem Internet-Portal des örtlichen Ausrichters HSG Turbine Zittau, der im Übrigen einen blitzsauberen digitalen Auftritt hinlegt. Da sollten die Verantwortlichen des DLV mal genauer hinschauen. Durchaus als Lehrstück geeignet.

DLV schweigt (bisher) die Deutschen Senioren-Meisterschaften tot

(Zittau/Darmstadt/Krefeld, 10. Juni 2015) Stell’ dir vor es sind Deutsche Senioren-Meisterschaften der Ü-35-Generation und eine breitere Öffentlichkeit bekommt’s nicht mit? Das muss sich niemand erst vorstellen – es ist so. In der Senioren-Spielecke auf der Netzseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt (bisher) kein Sterbenswörtchen von den dreitägigen Titelkämpfen, die heute im Weinauparkstadion im ostsächsischen Zittau beginnen und am Sonntag enden. Sie werden einfach totgeschwiegen. Ganz so, als würde es sie nicht geben. Die „Oldies“ laufen einmal mehr auf Reserve als fünftes Rad am/im Wagen, dazu noch ohne Luft im Reifen. Ein Armutszeugnis ohnegleichen des vielköpfigen Bundesausschusses Senioren mit der multiplen Vorsitzenden Margit Jungmann aus Rehlingen. Die „Saar-Perle“ sitzt – derzeit eher schwitzt – einfach alles aus.
Nun sind wir alle miteinander bannig gespannt, ob und wenn „Ja“ wie die Berichterstattung vor Ort aussehen wird. Erinnern wir in diesem Zusammenhang daran, dass das vergleichsweise kleine Polen bei der Hallen-EM Ende März 2015 in Torun mit Live-Ticker und Livestream via Internet-TV hohe Maßstäbe gesetzt hat. Was auch hierzulande ab U-soundso-Meisterschaften aufwärts bereits Standard zu sein pflegt, können sich die Senioren/innen vermutlich bis zum Jüngsten Gericht abschminken. Aber so wir denn der Sängerin Katja Ebstein (übrigens in Polen geboren) glauben schenken dürfen, soll es Wunder ja immer wieder geben. Mit der von ihr gemachten Einschränkung: Man muss sie nur sehen. Wo nix ist, gibt es allerdings auch nichts zu sehen. Der DLV lässt bereits vorab schön grüßen.
Unter den 1.050 Gemeldeten aus 573 Vereinen befindet sich auch viel Werferprominenz. Ohne jetzt einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können und wollen, reicht das breite Altersspektrum von Andy Dittmar (M40) bis Klaus Albers, Hermann Albrecht (beide M75), Lothar Huchthausen und Peter Speckens (beide M80). Bei den fortgeschrittenen Mädels tun wir uns mit Hochkarätern etwas schwerer. Mehr unter der am 07. Juli aktualisierten Meldeliste, die weiterhin eine blanke erste Seite enthält. Schwach auch dies aus der Servicewüste an der Alzheimer, pardon: Alsfelder Straße.

Restaurant Camelot in Hrádek ein absoluter Tipp für DM-Teilnehmer

(Hrádek nad Nisou/Zittau, 10. Juli 2015) Machen wir nochmal ein Minderheiten-Programm für jene potenziell 1.050 Startwilligen plus Gefolgschaft zu den Deutschen Senioren-Meisterschaften an diesem Wochenende in Zittau im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Wer es zeitlich irgendwie ermöglichen kann, dem sei ein besonderer Tipp und überschaubarer Trip anempfohlen. Gleich hinter dem Weinparkstadion geht es über die Neiße-Brücke rechts ab ins nahe Hrádek nad Nisou (an der Neiße) in Tschechien. Auf dem dortigen Marktplatz befindet sich unübersehbar ein von innen uriges Restaurant mit Außengastronomie, das sich den landestypischen Namen „Camelot“ gegeben hat. Weiß der Kuckuck wieso, war Camelot doch der Sitz des mythischen britischen Königs Artus. Vielleicht abgeleitet von dessen der Sage nach berühmt-berüchtigten Tafelrunden mit seinen Rittern. Das wiederum würde Sinn machen. Denn hier kann man(n)/frau vorzüglich tafeln. Deftige Hausmannskost, heruntergespült mit einem frisch gezapften Budweiser und einem anschließenden Fettspalter oder Espresso zu ausgesprochen volkstümlichen Preisen. Jedenfalls 2011 noch.
Anlässlich der Auftakt-Pressekonferenz ein Jahr vor der Senioren-EM 2012 in Zittau habe ich auf Empfehlung des damaligen EVAA-Präsidenten Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen just an beschriebener Stelle mit meiner angetrauten Herzdame opulent gespeist und moderat getrunken. Zumindest Alkoholisches. Bevor sich der geneigte Esser und bekennende Senioren-Leichtathlet wieder sportlicher Betätigung zuwendet, sollte er auf dem normalen Dienstwege erst das nicht zu vermeidende Völlegefühl recycelt haben. Na, ihr wisst schon.
Für alle Fälle: Guten Appetit und wohl bekomme es!

Klaus Albers steigerte mit dem Diskus deutschen Rekord um 23 cm

(Bremerhaven/Krefeld, 09. Juli 2015) Wenn nicht er, wer sonst? Der Wurf-Allrounder Klaus Albers (*1940) mit dem Schwerpunkt Diskuswurf verbesserte gestern bei einem Werferabend seines Klubs GTV Bremerhaven den deutschen Rekord (44,39m) der M75 mit seinem sportlichen Lieblingsspielzeug. Dem hatte er sich am 13. Mai an gleicher Stelle bereits bis auf vier Zentimeter genähert. Nunmehr brachte er die gut ein Jahr alte Bestmarke von Roland Heiler (*1938) von der LAG Obere Murg in seinen Besitz. Etwas deutlicher, als er zuvor daran gescheitert war. Genau 23 Zentimeter. Der Jung-Fünfundsiebziger von der Waterkant ließ bei seinem besten Versuch die 1-Kilo-Scheibe bis zur Landung 44,62m weit segeln. Vielleicht war es für ihn der richtige Auftakt und Einstellung auf die recht späte Startzeit bei der Senioren-DM in Zittau. Da geht Klaus morgen Abend (Beginn 17.15 Uhr) erneut in den Ring. Leider kommt es nicht zum direkten Vergleich mit seinem Rekordvorgänger, der nicht gemeldet ist. Wie so viele, die den weiten Weg bis in den östlichsten Zipfel der Republik nicht auf sich nehmen wollen. 243 Startwillige weniger als im Vorjahr in Erfurt sind der schlagende Beweis.
Dabei war die thüringensche Landeshauptstadt trotz der hohen Qualität der Ausrichtung als Daueraustragungsort von nationalen Titelkämpfen, Halle wie Freiluft, auch schon auf dem Sinkflug in der Beliebtheitsskala. Aber das ist wieder eine andere Baustelle, über die sich die Verantwortlichen um Frontfrau Margit Jungmann mal ein paar Gedanken machen sollten. Klar, dass die Bewerber nicht auf den Bäumen wachsen. Viele scheinen jedoch nicht zu wissen, dass eine DM (könnte auch für die frühere harte D-Mark stehen) mit allem Drum und Dran ein ganz einträgliches Geschäft für die schwachmatische Vereinsschatulle ist.