Ein Springer-/Werfertag für die Daheimgebliebenen und Rückkehrer

(Krefeld/Zülpich, 21. Juli 2015) Gestern war Halbzeit der Schulferien in Nordrhein-Westfalen, dem mit 17,84 Millionen Bürgern einwohnerstärksten aller 16 Bundesländer. Mithin fand am vergangenen Wochenende so eine Art Schichtwechsel statt: die einen kamen aus dem Urlaub zurück, die anderen sind dann mal weg. Das hat logischerweise herzlich wenig Einfluss auf die wettkampflose, die schreckliche Zeit. Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch für all jene im näheren geografischen Dunstkreis von Euskirchen, nicht weit von Köln/Bonn entfernt. Der TuS Chlodwig Zülpich hat ein Herz für die Daheimgebliebenen und/oder Zurückgekehrten, veranstaltet heute Abend (17 Uhr) auf der Sportanlage an der Blayer Straße einen Springer- und Werfertag mit Seniorenwertung. Auf dem Programm stehen alle vier Sprungdisziplinen (M/W 30 – 70) und Kugel, Diskus, Speer (M/W 50 – 80). Nachmeldungen sind bis eine Stunde vor dem jeweiligen Wettkampfbeginn möglich. – Alle Einzelheiten unter dieser Verlinkung.

Keine Spur einer Nackenverletzung bei Kugelstoßer David Storl

(Krefeld/Gotha, 20. Juli 2015) Kugelstoß-Wunderknabe David Storl (*1990) vom SC DHfK Leipzig ist nicht nur mit außergewöhnlichem Talent gesegnet, er hat offenbar auch außerordentliche Schnellheilungskräfte. Der noch knapp 24-Jährige hatte Freitag das Diamond League Meeting in Monaco wegen einer Nackenverletzung abgesagt, das der US-Amerikaner Joe Kovacs mit der „bombastischen“ Weltjahresbestleistung von 22,56m gewann. Doch gestern Mittag schlug der Doppel-Weltmeister aus Sachsen sehr zur Freude der fast 1.000 Zuschauer und Chef-Organisator Andy Dittmar vor historischer Kulisse im Rosengarten beim 18. Gothaer Schlossmeeting auf. Als wäre nichts gewesen, steigerte „Storli“ trotz schwieriger Bedingungen (20minütige Regenunterbrechung) seinen eigenen Meeting-Rekord in dem rein deutschen Teilnehmerfeld um 16 Zentimeter auf 21,68m und bewies eindrucksvoll sein konstant hohes Niveau. Derweil musste sich bei den Frauen Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge in einem Duell auf Augenhöhe der Chinesin Lijiao Gong mit 20,08 zu 20,34m geschlagen geben und ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Dieser Gong saß rechtzeitig vor der WM im Vogelnest zu Peking. Beide übertrafen die bereits 14 Jahre alte Veranstaltungsbestmarke (19,86m) von Nadine Kleinert vom SC Magdeburg. – Ein ausführlicher Bericht und alle weiteren Details unter diesem Link.

Traditionsreiches Schloss-Meeting morgen in Gotha: Hier stößt die Elite!

(Krefeld/Gotha, 18. Juli 2015) Hier kocht der Chef selbst! Ob dieser gern benutzte Werbespruch auch zugleich immer ein Qualitätsmerkmal ist, sei dahingestellt. Er ist jedoch zumindest nicht missverständlich. Mit hinter „Hier stößt die Elite!“ könnten Schelme, die einen Clown frühstücken, auch eine Erotik-Messe oder Sonstiges in der Richtung assoziieren. Dabei hatte ich mich – noch ohne das zu wissen – geziert, den Titel „Hier stößt der Hausherr selbst!“ zu verwenden, um derartige Fehlinterpretationen zu vermeiden. Aber solche Berührungsängste kann ich jetzt getrost über Bord werfen. Für das ausschließlich der Kugelstoßer-Zunft vorbehaltene 18. Schloss-Meeting morgen (Beginn 15 Uhr) in Gotha heißt es auf der eigenen Netzseite nun einmal plakativ just „Hier stößt die Elite!“. Und der 41-jährige Chef-Organisator Andy Gotha (SBL 18,74m) geht in einer Doppelrolle eben auch selber in die „Bütt“. Neben und außer ihm noch weitere sieben „schwere Jungs“ in einem diesmal rein deutschen Feld. Vorneweg kein Geringerer als Doppel-Weltmeister David Storl (*1990) vom SC DHfK Leipzig. Da stellt sich lediglich die Frage nach der Weite, nicht dem kommenden Sieger. „Storli“ hat bekanntlich 22,20m zu Buche stehen. Da könnte zumindest seiner eigener Meetingrekord von 21,52m gehörig in Gefahr geraten.
Das weibliche Pendant zu ihm ist „Christkind“ Christina Schwanitz (*24.12.1985) vom LV Erzgebirge, die sich ebenfalls in herausragender Form befindet. Die 29-Jährige ist in der Verfassung, die bereits 14 Jahre alte Veranstaltungsbestmarke (19,86m) der nicht mehr aktiven Nadine Kleinert vom SC Magdeburg zu knacken. Bei den Frauen gibt sich die deutsche Spitzenklasse ebenfalls ein Stelldichein, angereichtert durch zwei Chinesinnen und ein „Meisje“ aus den Niederlanden. – Alle weiteren Details unter diesem Link.

Geflügelte Wort "Viele Köche verderben den Brei" mit neuer Bedeutung

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 19. Juli 2015) Machen wir mal wieder nach längerer Zeit unseren beim neutralen Beobachter überwiegend beliebten virtuellen Sonntagsspaziergang durch die einschlägigen Netzseiten. Der darob bass erstaunte Leser erfährt in der als Servicewüste bekannten Seniorenspielecke des DLV, dass der Zeitplan für die Ü-35-WM vom 04. bis 16. August 2015 in Lyon (Frankreich) veröffentlicht wurde. Das wäre oberprima, wenn die (un-)verantwortlich Handelnden ihre eigentlichen Schulaufgaben, eben vordergründig ihre originären Pflichten, gleichermaßen wahrnehmen würden. Doch da mangelt es an allen Ecken und Enden. Als jüngstes Beispiel kann die vorwöchige Senioren-DM im östlichsten Zipfel unserer Republik herhalten. Ohne den überaus rührigen örtlichen Ausrichter HSG Turbine Zittau mit seinem auch in dieser Hinsicht glanzvollen Auftritt via Internet wäre es in der Außendarstellung eine höchst traurige Angelegenheit geworden. Unsere umfangreiche Berichterstattung in aller gebotenen Bescheidenheit einmal ausgeklammert.  
Dass im modernen Zeitalter von Online-Medien die Listen der deutschen Rekorde, der DLV nennt es geringschätzig Bestleistungen, nach dem Zufallsgenerator alle paar Monate gepflegt werden, ist einer von vielen Schwachpunkten. Dazu passt, dass in der – zunächst zwei geschlagene Tage lang nicht veröffentlichten – Online-Ergebnisliste in der Kopfleiste die deutschen Rekorde nicht genannt und entsprechende Leistungen nicht mit einem DR, von mir aus auch DB, gekennzeichnet werden. Klar, das eine bedingt das andere. Doch bei Europa- und Weltmeisterschaften ist das längst Standard, wie seit der Hallen-EM in Torun auch Live-Ticker und Livestream per Internet-TV. Nun soll hier keineswegs dem Rekordwahn gehuldigt werden. Aber das gehört nun einmal dazu. Und vor allem: wie soll der lokale Sportredakteur in Hintertupfingen, der als Allrounder von Badminton  bis Unterwasserrugby (gibt’s tatsächlich) unterwegs ist, von seinen „Schäfchen“ gescheit berichten, wenn er mit all dem nicht bedient wird? Eine Unmöglichkeit! Für eine aufwändige Recherche fehlt ihm schlichtweg der Faktor Zeit. Für den Bundesausschuss Senioren bekommt das geflügelte Wort aus Volkes Mund „Viele Köche verderben den Brei“ eine ganz neue Bedeutung. Also mehr nach dem Motto: Hannemann, geh du voran! Was er allerdings dann nicht macht.

WMA-Seite ein wahr gewordener Albtraum

Ein wahr gewordener Albtraum ist das Portal des globalen Dachverbandes World Masters Athletics (WMA). Es wäre nämlich seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit gewesen auf den Feinzeitplan der Senioren-WM hinzuweisen. Darauf warteten schließlich 8.042 Startwillige aus aller Herren Länder  sehnsüchtig. Beim DLV werden Athleten anderer Nationen diese Nachricht wohl kaum gesucht haben. Die letzte offizielle Verlautbarung der WMA datiert vom 16. Juni. Immerhin dieses Jahres. Verschweigen wir in dem Zusammenhang nicht, dass Multi-Funktionärin Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen in ihrer Eigenschaft als Vizepräsident Exekutive in letzter Verantwortlichkeit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig wäre. Aber „Aussitzen“ und „Weglächeln“ gehören zu ihren Markenzeichen "Made in Saarland".
Die Netzseite der European Masters Athletics (EMA) ist gegen die der WMA ein geradezu übersprudelnder Quell mit relativ regelmäßiger Berichterstattung. Jüngst vom Vier-Länderkampf in Salzburg und der Senioren-DM in Zittau. Seltsam allerdings, dass die alte Adresse
www.evaa.ch immer noch nicht abgeschaltet ist. Die neue lautet www.european-masters-athletics.org . Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt hatte ursprünglich www.ema.org favorisiert. Aber da öffnet sich dem Betrachter die große weite Pornowelt. Gleichwohl wäre es geboten, dass K.K. aus F. seinen berühmt-berüchtigten Delegierfinger zur Abschaltung von "evaa" nebst Umleitung schwingt.
Wenden wir uns zu guter Letzt (?) dem so genannten „Mitteilungsblatt“ (ein falscher Ordnungsbegriff) und DLV-Zweitorgan des harmoniesüchtigen Senioren(ver)sprechers Alfred Hermes (im Bild) aus Jülich zu. Dabei wollen wir uns nicht seinen Kopf zerbrechen, wie er über was berichtet. Das ist ausschließlich seine Sache. Schlussendlich lassen wir uns auch nicht in unser Handwerk an der Tastatur pfuschen. Nur soviel: Er schreibt, dass er in Zittau viele erfreuliche und unerfreuliche Gespräche geführt habe. Nehme mal schlankweg an, dass aus seiner Sicht jenes mit mir in die zweite Kategorie fällt. Er fühlt sich von mir bisweilen falsch beurteilt. Letztlich wisse ich ja gar nicht, was er alles machen würde. Das trifft sicherlich nicht nur auf mich zu, ließe sich aber durch regelmäßige Rechenschaftsberichte auf seiner von angeblich über 5.000 Lesern täglich (!) frequentierten Seite leicht ändern. Entgegnet habe ich ihm allerdings, dass es mir für meine Kritik an ihm völlig reichen würde zu wissen, was er alles nicht macht. Damit war dann unser hart, jedoch sachlich geführter Disput zu Ende. Ziemlich beste Freunde werden aus uns wohl nicht mehr. Muss aber auch nicht sein. Viel Feind, viel Ehr!. Das gilt nicht nur in Bezug auf den „Götterboten“. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert mit Florian Silbereisen, seiner "atemlosen" Helene Fischer oder wem auch immer.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine ereignisreiche neue Kalenderwoche!

Gastgeber Österreich gewann drittes Mal in Serie den Vier-Länderkampf

(Krefeld/Salzburg, 17. Juli 2015) Obwohl der hammerwerfende „Playing Captain“ Gottfried Gassenbauer (Wien) aus verschiedenen Gründen auf dem letzten Drücker einige Absagen von ihm so bezeichneter Altspatzen kompensieren musste, hat es dem Gesamtkunstwerk offenbar nicht geschadet. Gastgeber Österreich gewann zum dritten Mal in Serie den Vier-Länderkampf der Altersklassen M/W35 – 80+ mit Tschechien, Kroatien und Slowenien relativ unangefochten. Dieser vom tschechischen Masters-Präsidenten und ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Gejza Valent (BL 69,70m) 2012 aus der Taufe gehobene staatenübergreifende (Interstate) Leichtathletik-Vergleich erlebte nunmehr im Universitäts- und Landessportzentrum Salzburg seine vierte Auflage. Ein ausgeklügeltes Punktesystem macht es bei dem breiten Altersspektrum möglich, dass es praktisch lediglich getrennte Wertungen bei Männern und Frauen gibt, die zu einem Gesamtklassement zusammengefügt werden. Ausführliche Berichte mit den umfangreichen Ergebnissen wurden auf den von uns verlinkten Netzseiten des gastgebenden Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (OELV) und des kontinentalen Dachverbandes European Masters Athletics (EMA) veröffentlicht.

Besondere Auszeichnung für EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin


Der als Ehrengast geladene EVAA-/EMA-Ehrenpräsident Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen empfing im Rahmen dieses „4th Interstate“, dem er von der Idee 2011 bis zur Premiere ideelle und organisatorische Anschubhilfe leistete, eine besondere Auszeichnung. Allerdings nicht für diese, sondern andere Verdienste. EMA-Vizepräsident Jerzy Krauze (Polen) überreichte seinem einstigen Verbandschef im Auftrage des Toruner Oberbürgermeisters Michal Zaleski eine Ehrenmedaille mit schmuckvoller, gebundener Urkunde (siehe Bild). Der OB bedankte sich damit für den großen Vertrauensvorschuss von Massin, der während seiner Amtszeit in letzter Verantwortung die Ausrichtung der 10. Hallen-Europameisterschaften vom 23. bis 28. März 2015 in die polnische Universitätsstadt und Geburtsstätte von Astronom Nikolaus Kopernikus (die Uni trägt seinen Namen) vergeben hatte.
Wie inzwischen alle Beteiligten wissen, war dies eine sehr gute Entscheidung. Die Polen setzten ganz neue Maßstäbe. Insbesondere in der Außendarstellung mit Live-Ticker der Ergebnisse und mehrstündigen täglichen Livestreams im Internet-TV. Davon wagen hierzulande die Senioren/innen nicht einmal zu träumen.