Sportsch(l)au: Der Mythos vom Verdauungsschnaps

(Köln/Krefeld, 14. Mai 2014) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 50. Kapitel zu diesem Themenkomplex, mithin die Jubiläumsausgabe. Begonnen hat es am 28. August 2011 mit dem Beitrag „Sportler leben im Schnitt acht Jahre länger“. Als wir uns seinerzeit via E-Mail das Okay von Froböse einholten, saß er gerade bei einem Cappuccino auf einer Terrasse in der Toskana und war verständlicherweise bester Dinge.
„Nach einem leckeren, womöglich opulenten Essen schnell noch einen kleinen Verdauungsschnaps. Das ist eine lange gepflegte Tradition. Auf Familienfeiern und im Restaurant wird er völlig selbstverständlich nach dem Essen als mutmaßlicher ,Fettspalter' serviert.
Er soll die Verdauung anregen und gegen das Völlegefühl wirken. Doch Schweizer Wissenschaftler fanden schon vor einiger Zeit heraus, dass der Alkohol sogar verdauungshemmend ist. Bei einer Studie verzögerte sich die Verdauung derer, die einen Schnaps tranken, deutlich gegenüber den Probanden, die nur Wasser und Tee konsumierten.
Deshalb mein Tipp: Runden Sie einen Abend voller kulinarischer Genüsse lieber mit einem Spaziergang ab, als mit einem sprichwörtlichen Verdauungsschnaps. Durch die körperliche Bewegung wird der Parasympathikus im Gehirn aktiviert. Dieser sorgt für Entspannung, die Förderung regenerativer Prozesse und einer Verbesserung der Darmmotorik. So können Verdauungsprozesse im Darm schneller ablaufen. Das erklärt auch, warum unsere Vorfahren, die ,Jäger und Sammler', keine Verdauungsprobleme hatten. Denn Bewegungsmangel und Grappa gab es zu ihrer Zeit nicht!“, so Prof. Dr. Ingo Froböse.

5. Lampis-Werfermeeting wirft seine Schatten voraus

(Krefeld, 13. Mai 2014) Es ist zwar noch eine kleine Weile hin. Aber da bekanntlich die Zeit rast ein guter Grund, noch einmal – und nicht das letzte Mal – auf unser 5. Lampis-Werfermeeting an Christi Himmelfahrt (29. Mai 2014) im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen aufmerksam zu machen. Athleten haben verständlicherweise gerne Planungssicherheit. Veranstalter allerdings auch. Denn bei rechtzeitiger Meldung können sie, in diesem Falle wir, besser auf die Gegebenheiten eingehen und, falls nötig, den Zeitplan entsprechend anpassen. Schließlich sind wir als vom Wurf kommende Organisatoren daran interessiert, dass jeder seine bestmögliche Leistung abrufen kann. Müßig zu erwähnen, dass die Anlagen für Kugel, Diskus und Hammer bestens präpariert sein werden. Einen Pakt mit Petrus für ein den Werfern/innen genehmes Wetter haben wir ebenfalls geschlossen. Jetzt muss er „nur“ noch greifen. Auch das ganze Drumherum bis hin zu einem Catering bei Biergartenatmosphäre wird hoffentlich keine Wünsche offen lassen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass jeder Ausrichter lauthals Hurra schreit, wenn er bei Einnahmen und Ausgaben mit dem Bauch vor den Tisch kommt, also eine schwarze Null schreibt. Durch jede Menge Eigenleistung im F
amilien- und Freundeskreis versuchen wir die Kosten so übersichtlich wie möglich zu gestalten und re-investieren bei zu erwartenden Überschüssen ausnahmslos in Ehren- und Sachpreise für die Aktiven. Maßstab dazu ist unter anderem ein faires, altersunabhängiges System nach „Results Model 2010“ von Bernd Rehpenning. Vorab eine Auslese von namhaften Athleten der Szene, die ihr Kommen bereits zugesagt haben. Die Reihenfolge stellt keine Rangfolge dar, und natürlich „Ladies first“: Jutta Steinhanses-Kordt, Rolf Griesberg, Reiner Görtz, Jan van Hooft (NL), Hermann Huppertsberg, Klaus Kynast, Gerd Sieben, Johann Stein, Ralf Unger, Hans Josef Weitz.
Alle weiteren Details zur Ausschreibung in unserem Fenster „Veranstaltungen“.     

Kürzel aW: alles Warmduscher - oder was?

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 11 . Mai 2014)
Wie offen sind eigentlich offen ausgeschriebene Meisterschaften? Wenngleich davon erfahrungsgemäß kein großer Gebrauch gemacht wird und die meisten Senioren/innen eben doch nicht über den Tellerrand ihres eigenen Regionalverbandes hinaus kommen, wirft es halt einige Fragen auf. Die Vorgehensweisen sind nämlich offenbar unterschiedlich. Die Konsequenz wäre die: wenn schon offen, dann mit allen Schlussfolgerungen. So müsste beispielsweise der - erfundene - Kugelstoßer Michael Krüger aus Quickborn in Schleswig-Holstein bei den Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften Ende Mai in Aachen bei entsprechender Weite mit allen daraus resultierenden Segnungen Titelträger werden können. Keine Aufschlüsse darüber liefert die Ausschreibung. Nicht ganz bis zu Ende gedacht, seit man sich irgendwann öffnete.
Die Rheinländer nahmen im Vorjahr eine getrennte Wertung vor, kürten die eigenen Athleten auch bei einem schwächeren Ergebnis zum Meister. Allerdings gestatteten sie den Fremdlingen in den technischen Disziplinen sechs Versuche, so die Leistung finalreif war. Stellen wir uns vor, dass bei den „French Open“ in Paris, dem bald beginnenden zweiten saisonalen Grand-Slam-Turnier im Tennis, wo die Scharapowas dieser Welt abstöhnen, nur Franzosen gewinnen könnten. Selbst wenn sie schon im Achtelfinale ausgeschieden sind. Unvorstellbar! Keine Sorge, liebe Fans von Sandplatzwühler Rafael Nadal, das ist nur eine Fiktion.
Folgende Lesart kommt aus Bayern, wobei wir immer schon vermutet haben, dass jenseits des Weißwurstäquators die Uhren etwas anders ticken. Ausgeschrieben als „Offener BLV DAMM Endkampf“, mischten sich gestern Gästeteams der LG BEC (M 70) aus Hessen und der LAC Degerloch (W 50) aus Württemberg unter die einheimischen Mannschaften in Dinkelsbühl. Die Teilnehmerlisten beider Klubs waren vor den jeweiligen Namen mit „aW“ gekennzeichnet. Das war garantiert nicht der Hinweis für den Platzmeister, dass es „alles Warmduscher“ seien. Vielmehr sollte es wohl „außer Wertung“ heißen. Freilich bis hierhin eine Mutmaßung, da beim Verfassen dieser Kolumne die Ergebnisliste noch nicht online war. Stimmt also doch irgendwie, dass in Bayern die Uhren anders ticken. Langsamer halt. Glücklicherweise haben sie nicht die elektronische Zeitmessung erfunden. Das war das schweizerische Unternehmen Omega, erstmals eingesetzt bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag und eine schaffensreiche neue (Arbeits-)Woche!

DSL-Idee von Robert Harting arg ins Stocken geraten

(Wiesbaden/Krefeld, 12. Mai 2014) Diskuswurf-Gigant Robert Harting (*1984), neuerdings M 30, vom SCC Berlin setzte sich vergangenen Samstag beim 19. Werfercup in Wiesbaden trotz hanseatischem Schmuddelwetter mit 67,46 m mal eben an die Spitze der freilich noch jungen Weltrangliste 2014. Nicht alles „fliegt“ jedoch derzeit beim Dreifach-Weltmeister und Olympiasieger so rund wie die 2-Kilo-Scheibe. Die von ihm ersonnene und vom äußerst erfolgreichen Krefelder Unternehmer Gerald Wagener weiter „gesponnene“ Idee der Deutschen Sportlotterie (DSL) zur Förderung des Spitzensports ist arg ins Stocken geraten. Bereits im Februar dieses Jahres sollte sie mit Sitz in der einstigen Samt- und Seidenstadt Krefeld an den Start gehen. Dazu wurde eine hochherrschaftliche, denkmalgeschützte, allein stehende Villa im Schönhausenpark gegenüber dem Krefelder Zoo von der Stadt erworben, die unter Auflagen des Landeskonservators den neuen Anforderungen gemäß (vorher war hier ein Teil der Musikschule untergebracht) umgebaut werden. Doch momentan, Stand heute, ruht hier nicht nur der davor installierte Brunnen und die drei nahe gelegenen Ententeiche. Dass ein Baustellenschild das schöne Ambiente nicht verschandelt, ist ja noch nachvollziehbar. Auf der Netzseite der DSL („Damit Leidenschaft Ziele findet") ist derweil zu erfahren, dass das Antragsverfahren noch laufen würde. Sehr langsam, wie zu konstatieren wäre.
Die Vorgeschichte: Harting und Wagener lernten sich anlässlich eines Eishockeyspieles der Krefeld Pinguine im Oktober 2013 im VIP-Raum des KönigPalastes kennen, offenbar auch schätze
n. Der innovative Unternehmer griff die Idee des gleichermaßen regen Weltklasse-Athleten auf und trieb sie schnell voran. Das Zwischenergebnis wurde bereits geschildert.
Mittlerweile scheint Wagener die ganz große Lust an diesem lobenswerten Projekt indes abhanden gekommen zu sein. Erst vorigen Samstag war der lokalen Krefelder Sportpresse zu entnehmen, dass er grundsätzlich bereit sei den im Sink-, eher Sturzflug befindlichen äußerst klammen Fußbal
l-Regionalligisten KFC Uerdingen, dem die Insolvenz droht, finanziell und ideell unter die Arme zugreifen. Bliebe zumindest in der Nachbarschaft. Denn das gleich hinter dem Zoo liegende, 34.500 Zuschauer fassende Grotenburg-Stadion, bekannt aus seligen Erstliga- und Europapokal-Zeiten (unvergessen das legendäre, zum Spiel des Jahrhunderts gekürte 7:3 der Uerdinger gegen Dynamo Dresden vom 19. März 1986), ist gerade einmal rund 600 Meter entfernt, aneinander gereiht nicht einmal zehn Diskuswürfe für Harting.    
    

Baldiger Meldeschluss für die Nordrhein "Open"

(Aachen/Krefeld, 10. Mai 2014) Nehmen wir eine kleine Anleihe bei Wum und Wendelin, den lustigen Zeichentrickfiguren von Loriot. Nicht vergessen, Samstag, also heute, in zwei Tagen! Dabei handelt es sich logischerweise nicht um den nächsten Sendetermin von „Der Große Preis“ mit Wim Thoelke. Lang, lang ist’s her. Vielmehr um den Meldeschluss (12.Mai) zu den Offenen Nordrhein-Seniorenmeisterschaften ab M/W 30 am 31.Mai 2014 im Aachener Waldstadion. Der Schauplatz der Titelkämpfe ist geschichtsträchtig. Dereinst residierte hier Karl der Große (lateinisch Carolus Magnus), dem als ersten westeuropäischen Herrscher seit der Antike am 25.Dezember 800 in Rom die Kaiserwürde verliehen wurde. Geografisch betrachtet ist Aachen, eigentlich Bad Aachen, die westlichste deutsche Großstadt mit "grünen Grenzen" ohne Schlagbaum zu Belgien und den Niederlanden. Dazu mit knapp über 260.000 Einwohnern der größte anerkannte Kurort, welch hübsche Untertreibung, der Bundesrepublik, bekannt für seine Printen und die fünfte rheinische Jahreszeit, den Karneval, mit der jährlichen Verleihung des Ordens „Wider den tierischen Ernst“.
Wer also über den Wettkampf hinaus Zeit hat – Aachen bietet allerlei Kurzweil. Mit ein bisschen
Glück, einem ausgeklügelten System oder einem angeborenen Pokerface lässt sich hier auch in der offiziellen, staatlichen Spielbank im Kurhaus bei Roulette, Black Jack, Poker und am „Einarmigen Banditen“ (Automatenspiel) ein schneller Euro machen. Aber vorher den Arzt oder Apotheker seines Vertrauens fragen. Denn Glücksspiel kann süchtig machen, wurde jedoch inzwischen auch beim DLV mit der Umverunstaltung der DAMM eingeführt.