Kurt Kaschke verkehrt mit seinen Landsleuten in Englisch

(Lausanne/Krefeld, 22. Mai 2014) An Tagen wie diesen erhalten Senioren/innen, die bei früherer Gelegenheit online zu Europameisterschaften gemeldet haben, elektronische, zumindest von EVAA-Präsident Kurt Kaschke (im Bild) gezeichnete Post. Der gute Kurt, ganz ohne Helm und ohne Gurt, erinnert freundlich an den Meldeschluss für die Senioren-EM im dann sicherlich lecker warmen türkischen Izmir (22.-31. August 2014) und würde sich freuen, die Angeschriebenen dort vor Ort begrüßen zu dürfen. Eine nette Geste. Zunächst einmal. Doch nicht alle Empfänger/innen waren restlos amüsiert. Denn das Schreiben war in englischer Sprache abgefasst. Abgesehen davon, dass es auch eine Frage des Stils ist, sind gerade ältere Senioren/innen häufig des Englischen nicht allumfassend mächtig. Da musste dann erst einmal der Dictionary oder ein Übersetzungsprogramm her. So vorhanden. Und mal Hand auf’s Herz: Geht’s noch? Ein aus Deutschland, dem wunderschönen Freudenstadt im Schwarzwald, stammender „Präses“ mit Sitz des Verbandes in Lausanne am Genfer See (Schweiz), hätte sich als vollendetem Service an seine Landsleute auch der gemeinsamen Muttersprache bedienen können. Dann wäre die Geste wirklich perfekt gewesen. Schließlich handelt es sich nicht um eine handvoll Versprengter aus einem Zwergenstaat, sondern der größten landsmannschaftlichen Fraktion, die an derlei Titelkämpfen teilzunehmen pflegt.
Übrigens kämpft Lampis seit Jahren, schon bei Kaschkes deutschem Amtsvorgänger Dieter Massin, bislang vergeblich darum, dass die – freilich mit Nachrichten nicht überbordende – Netzseite der EVAA in einer deutschsprachigen Version angeboten wird. Wäre für Webmaster Hans-Peter Skala aus Ratingen garantiert überhaupt kein Problem. Kooperativ wie er nun einmal ist, würde er es wahrscheinlich sogar begrüßen.       

Öffentlichkeitsarbeit des DLV lässt viele Wünsche offen

Kommentar

Unter uns gesagt

(Krefeld, 21. Mai 2014)
Mit der sinngemäßen Meldung Kugelstoß-Weltmeister David Storl vom LAC Erdgas Chemnitz trifft bei seinem Saisoneinstand am Sonntag (18. Mai) beim Diamond League-Meeting in Shanghai auf Hallen-Weltmeister Ryan Whiting aus den USA machte der DLV am 15. Mai seine Newsspalte auf. Dazu mit Storl bebildert. Durchaus angemessen. Allerdings wartet der geneigte Leser bislang vergeblich darauf, was denn aus dem „Elefanten-Treffen“ geworden ist. Das riecht verdammt nach „der Zweite der erste Verlierer, der Vierte schon nicht mehr erwähnenswert“. Und das auf der Netzseite eines Fachverbandes. Erbärmlich!
Tragen wir es nach: „Storli“ (21,09 m) unterlag Whiting (21,31 m), der allerdings wiederum seinen Landsleuten Joe Kovacs (21,52 m) und Christian Cantwall (21,73 m). Ein hochkarätiges Resultat und allemal ein gelungener Auftakt des noch 23-jährigen Sachsen, der als ersten keinen Geringeren als den zweifachen Olympiasieger Tomasz Majewski (20,93 m) aus Polen hinter sich ließ. Derweil erfahren wir so staatstragend Elementares, dass der DLV seine 4 x 200-m-Staffel (kein Tippfehler!) der Frauen von der Staffel-WM zurückzieht, wo sie ohnehin keinen Blumentopf gewonnen hätte, und viele andere Dinge von ungeheurer Bedeutungslosigkeit. Die Dachorganisation versenkt ihr eigenes Flaggschiff mit Namen Stoß und Wurf. Vergessen wir dabei nicht, dass wir alle miteinander mit unseren Verbandsabgaben einen aufgeblasenen Verwaltungsstab inklusive Medien-Abteilung finanzieren helfen.
Doch wenden wir uns der spannenden Senioren-Spielecke zu. Wie gehabt wenig Bewegung, dafür bislang im Wonnemonat Mai viel langsame vom Gehen,
der Zuliefer-Disziplin für Orthopäden. Vizepräsident Matthias Reick aus Achim bei Bremen wird es in seiner Eigenschaft als Facharzt freuen. Kein Sterbenswörtchen hingegen von den ersten Durchgängen zur neuen Team-DM (zuvor DAMM) der großen Landesverbände Bayern, Westfalen und Nordrhein. Funkstille herrschte auch von den ersten saisonalen Landesmeisterschaften, denen von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Nicht, dass das immer sehr aufregend und unterhaltsam gewesen wäre, was wir da nicht erfahren haben. Aber es gibt so etwas wie eine Bringschuld die Öffentlichkeitsarbeit betreffend.
Wenngleich in dem letztgenannten Bereich überwiegend Hobbyisten und Ehrenämtler wie „Dr. med. Ästhet“ Karl-Heinz „Flunker“ Flucke und Konsorten am nicht sehr munteren Werk sind, lässt sich damit nicht alles entschuldigen. Entweder übernehme ich eine Aufgabe und erfülle sie auch – oder ich lasse es bleiben. Keiner hat sie dazu gezwungen.     

"Stabi" Wolfgang Ritte macht Jagd auf Zehnkampf-Weltrekord

(Krefeld, 19. Mai 2014) Ohne den weltweit erfolgreichsten aktiven Werfer Peter Speckens (*1935) aus Übach-Palenberg bei den 350 Gemeldeten zu den Nordrhein „Open“ am 31. Mai 2014 im Aachener Waldstadion zu übersehen – der wohl momentan prominenteste deutsche Leichtathletik-Senior wird beim Konzert der „ewigen Talente“ in der größten deutschen Kurstadt fehlen. Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*1953) vom SC Bayer 05 Uerdingen treibt es zu neuen Ufern. Da der 61-jährige Wieder-Uerdinger mit Wohnsitz im nahen Moers sich eh nicht auf die Flugschau zu immer neuen Weltrekorden (inzwischen 38) reduzieren lässt, macht er einen durchaus ernst zu nehmenden Abstecher bei den „Königen der Athleten“, wie die Zehnkämpfer gerne und häufig genannt werden. Der Flottenchef der Ritte-Air startet beim Stendal-Hanse-Cup der Mehrkämpfer, der am 31. Mai/01. Juni ausgetragen wird und sich mit den Nordrhein-Seniorenmeisterschaften überschneidet.
Auf diesen Auftritt darf die Fachwelt gespannt sein. Denn Ritte ist ein Multitalent und Alleskönner. Einmal abgesehen von den 400 und 1.500 Metern, wovor er einen gehörigen Bammel hat, muss er sich bei den übrigen acht Disziplinen keine wirklichen Sorgen machen. Für die einzige Schwachstelle, den Diskuswurf, hat er sogar einen „Crashkurs“ beim Uerdinger Werfertrainer Helmut Penert absolviert. Ritte ist nicht der Typ, der mal so „en passant“ und Fucki einen Zehnkampf bestreitet. Da darf es gerne etwas mehr sein. Gut in diesem Zusammenhang, sich schon einmal des deutschen, Europa- und Welt-Rekords in der M 60 zu vergewissern. Die drei Bestmarken hält in Personalunion seit der Senioren-EM 2005 im spanischen San Sebastian Rolf Geese (*1944) von der LG Göttingen mit 8.108 Punkten. Das ist fraglos ein gehöriges Pfund. Sonst würde er nicht wie in Stein gemeißelt seit fast neun Jahren Bestand haben. Doch ich behaupte einmal schlankweg, dass unser VIP-Mitglied und mein Klubkamerad ihn bei halbwegs normalem Verlauf verbessern wird.
Wetten werden noch angenommen!

Meldeschluss für unser Werfermeeting heute in einer Woche

(Krefeld, 20. Mai 2014) Werfer/innen machen ihre Wettkampf-Planung nicht aus der hohlen Hand, haben schon eine genaue Vorstellung, wann sie wo in den Ring oder an den Speerwurf-Ablauf gehen wollen. Aber sie sind eben, von Hoch- und Stabhochspringern einmal abgesehen, wetterfühliger als die übrigen Leichtathleten. Deshalb wird auf verlässlichere Wetterprognosen mit der Meldung bis dicht an die Veranstaltung heran gewartet, eventuell sogar eine Nachmeldegebühr am Tage selbst billigend in Kauf genommen. Letzteres korrespondiert logischerweise nicht mit den Vorhaben der Organisatoren, die schließlich im Interesse der Athleten einen reibungslosen Ablauf gewährleisten möchten. Mithin brauchen auch sie Planungssicherheit, wer sie den nun alles durch seine Teilnahme beglücken wird.
Der lange Anlauf war nötig, um auf den schon bewusst recht späten Meldeschluss (27. Mai) unseres 5. Lampis-Werfermeetings an Christi Himmelfahrt (29. Mai) im Bayer-Sportpark in Krefeld-Uerdingen hinzuweise
n. Eine rechtzeitige Meldung schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, er dient auch beiden Seiten zur Sicherheit. Der Zeitplan kann gegebenenfalls im Sinne der Starter/innen vorher angepasst werden, und das Orga-Team wird in die Lage versetzt über Urkunden, Sach- und Ehrenpreise sowie die Bewirtung alle nötigen Vorbereitungen zu treffen.
In diesem Zusammenhang noch ein Novum bei unserem Meeting: Nicht nur wegen der Geselligkeit bei Bier
garten-Atmosphäre auf unserem lauschigen, an drei Seiten von Schatten spendenden Bäumen umsäumten Werferplatz werden die Siegerehrungen erst etwa eine Viertelstunde nach dem letzten Wettbewerb durchgeführt. Schlussendlich steht auch da erst in vollem Umfange fest, wer eine „preiswürdige“ Leistung geboten hat. Denn: Es werden keine Preise mit der Post nachgeschickt, erhält ihn vielmehr der/die Nächstbeste.
Nun sei allerdings angefügt, dass unser gleicher Appell im Vorjahr nicht ungehört blieb. Es gab lediglich eine Nachmeldung und alle (!) Vorangemeldeten sind erschienen. – Alle übrigen Details im Fenster „Veranstaltungen“.      

Alternative Frage: Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf?

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 18. Mai 2014)
Zart besaitete Gemüter am Ende dieses Satzes bitte nicht weiter  lesen. Es wird fortan ein wenig schlüpfrig. Teilweise. Obwohl dieses Thema bei erwachsenen Menschen der Ü 30-Generation locker durchgehen müsste, ohne Sitte und Anstand zu gefährden. Wobei ich eh fein raus bin, da die Aussage unbekannter Herkunft eben nicht auf meinem Humus gewachsen ist. Als da wäre die alternative, mehr so rhetorische Frage: Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf? Eine Anspielung auf das Alter des Gesprächspartners, der natürlich auch weiblich sein kann. Theoretisch und praktisch ginge auch beides. Nicht gleichzeitig, versteht sich. Aber hübsch nacheinander allemal. Dabei sollte über die richtige Reihenfolge allerdings genau nachgedacht werden.

Alt-Herren- und Reifere-Damen-SporteH

Dass nun ausgerechnet Golf der Aufhänger derartiger kleiner Gemeinheiten ist, kommt nicht von ungefähr. D
enn zumindest in der Breite handelt es sich um einen Alt-Herren- und Reifere-Damen-Sport der Betuchten und Bepelzten jenseits der Sechzig. Gerne auch Quereinsteiger/innen aus dem Tennis und Hockey (die immerhin schon das Ballgefühl haben – sollten), denen das irgendwann zu strapaziös und laufintensiv wird/wurde. Denn aus dem Stand lässt sich beides nicht ausüben, würde speziell beim Hockey auf wenig Verständnis bei den zehn Teamkameraden stoßen, die gleichzeitig mit auf dem Platz sind. Nicht, dass ich auch eine solch lang andauernde sportliche Vergangenheit hätte, schreibe ich dennoch nicht über des Kaisers Bart. Die „Weisheiten“ beziehe ich daher, dass ich bei schönem Wetter mehrmals wöchentlich in der Gastronomie mit herrlicher Außenterrasse des Golfclubs Stadtwald auf der Radtour mit meiner Boxerhündin Jolie zu einem Cappuccino einkehre. Da sehe ich halt, wer im unmittelbar daneben liegenden Clubhaus so alles ein- und ausgeht. Weit überwiegend Rentner- und Pensionärsklasse gehobenen Niveaus. Trotzdem nett und zuvorkommend, wiewohl ich, ohne Clubmitglied zu sein, inzwischen nicht nur beim Stammpersonal durchweg italienischer Herkunft bekannt bin wie ein bunter Hund. Nicht zuletzt wegen meines allseits beliebten Hundes, den ich stets im Schlepp habe und den im Gegensatz zu mir viele schon mit Namen kennen.

9-Loch-Anlage inmitten der Galopprennbahn
 
Wie komme ich selbst bei leidlicher Fantasiebegabung als bekennender Kugelstoßer, der freilich als Jugendlicher früher aktiv im Verein (Eis-)Hockey und Tennis gespielt hat, auf diesen Lesestoff sonntäglicher Unterhaltung für unsere 500 bis 750 Stammbesucher? Ganz einfach! Just heute von 14 bis 18 Uhr veranstaltet der besagte Club, der im Innenfeld der Krefelder Galopprennbahn, unbestritten eine der schönsten in Deutschland, ein 9-Loch-Anlage unterhält, einen Golf-Erlebnistag für Anfänger und Seiteneinsteiger. Mehr als eigene Sportkleidung, ein paar Stunden Zeit und bestenfalls ein bisschen Talent ist nicht mitzubringen. Alles andere wie Driver, Pitcher, Putter und was sonst noch so alles an Schlägern im Golfbag sein sollte, wird gestellt. Klar, Bälle ebenfalls. Ohne die macht es herzlich wenig Sinn.
Obwohl ich mich bislang standhaft geweigert habe, übrigens nicht wegen des Spruches, sondern der hohen Ansteckungsgefahr, auch nur einen Schnupperkurs in Sachen Golf  zu unternehmen, lasse ich mich wahrscheinlich diesmal hinreißen. Das wunderbare Wetter und die Neugier, wer da so alles auftaucht, laden förmlich dazu ein. Da setze ich mich schlicht über die eigenen Bedenken sowie die des früheren 17-m-Kugelstoßers und Allgemeinmediziners Wolfgang Knüll (*1946) vom LC Bonn hinweg, der da behauptet: „Alles was weniger als vier Kilo wiegt, taugt nicht zum Sport treiben.“ Es sei jedoch eingeräumt, dass ich trotz einer elf Jahre jüngeren Frau mit meinen 69 Lenzen nun mal irgendwie am Scheidepunkt angelangt bin. Was jetzt ausdrücklich nicht anzüglich zu verstehen ist.
In diesem Sinne einen zauberhaften Sonntag und eine erlebnisreiche, kurzweilige neue (Arbeits-)Woche!