Dünner Aufguss vom Verbandstag verschweigt wesentliche Neuerungen

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Sindelfingen/Darmstadt/Krefeld, 18. April 2021)
DLV-Mediendirektor Peter Schmitt hat für die Berichterstattung vom gestrigen digitalen Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Sindelfingen oder Darmstadt (das blieb weiterhin offen) höchstpersönlich seine sicherlich bestens bezahlten (Tastatur-)Finger für das hauseigene Internet-Portal bemüht. Es wurde dennoch entgegen der Versprechungen jener von uns befürchtete dünne Aufguss. Dem Standard gemäß gewohnt amateurhaft.
Die Präsidiumswahlen nahmen den weit überwiegenden Raum ein, garniert mit den üblichen inhaltsleeren Floskeln und Worthülsen. Nichts von all‘ den gestern von uns in der Vorschau beschriebenen, für diese träge, unbewegliche Dachorganisation geradezu revolutionären Neuerungen eines vorneweg geschäftsführenden, hauptamtlichen dreiköpfigen Vorstandes. Die Nebensache der präsidialen Wiederwahl des allein kandidierenden Jürgen Kessing (welch ein Kunststück!) wurde zum Hauptereignis hochsterilisiert, hätte jetzt Ex-Fußballer Bruno Labbadia geäußert. Stellen wir noch richtig, dass „hochstilisiert“ gemeint ist. Dazu wurde als Aufmacher ein denkbar unvorteilhaftes großformatiges Archiv-Foto von Kessing gestellt, das ihn aber immerhin ehrlich unsympathisch und uncharismatisch rüberbringt, wie er nun mal von vielen wahrgenommen wird.
Doch wie bereits von uns erwähnt, ist der ungekrönte Meister der zielsicheren Fettnäpfchen-Treter künftig nur noch die hoffentlich selten und am besten sprachlos in Erscheinung tretende – Achtung: Satire – Galionsfigur.
Ach, ja, fast übersehen: Eine Bildergalerie (!?) gibt's auch noch zu allem Überfluss mit sage und schreibe zwei Fotos. Wow!

DLV-Verbandstag soll die Weichen in eine bessere Zukunft stellen

(Sindelfingen/Darmstadt/Krefeld, 17. April 2021) Alles neu macht der Mai. Diesmal schon im April. Konkret heute. Der sich selber mit dem Attribut innovativ schmückende Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hält heute – ja, wo denn? – seinen 49. und in dieser Form ultimativ letzten Verbandstag ab.  Darauf wies die Dachorganisation der Tradition des „hohen Hauses“ folgend in einer dürren Meldung am 09.April auf ihrer Netzseite hin. Information, Kommunikation und Transparenz in der Außendarstellung für seine aktuell angeblich 799.205 Mitglieder ist einfach nicht sein Ding. Er stellt sich mehr so als Geheimbund dar.
Die Kernbotschaften seiner Verlautbarung: 1.) Diese Veranstaltung findet aufgrund der Corona-Seuche nicht in Präsenz (also keine Öffentlichkeit und mithin Presse), sondern als Video-Konferenz statt. Wo die Schaltzentrale ist und welche Personen dort die Leitung innehaben, blieb offen. Unter „Weitere Termine“ steht als Ort der Handlung Sindelfingen. 2.) Wie zu befürchten war, stellt sich der amtierende Präsident Jürgen Kessing erneut zur Wahl. Da der 64-jährige Bürokrat der einzige Kandidat ist, wird es zwangsläufig eine Mehrheitsnummer a la der früheren DDR. Ob er sich wie dereinst Konrad Adenauer 1949 als erster Kanzler der Bundesrepublik selber die Stimme geben wird, hält er gewiss hübsch für sich.

Bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel

Da die Tagesordnung so beharrlich verschwiegen wird, bringen wir also in Geschäftsführung ohne Auftrag und Honorar im Interesse unserer geschätzten Leserschaft ein wenig Licht ins Dunkel. Wesentliche Eckpfeiler sind die Verabschiedungen der zuvor ausgearbeiteten neuen Satzung und die Strukturreform. Teile davon bringen Verschlankungen und Abschaffungen (so der Bundesausschuss Senioren) mit sich. Die Anzahl der (ehrenamtlichen) Vizepräsidenten verringert sich von acht auf fünf. Sie stehen ebenfalls zur Wahl. Das letztlich sechsköpfige Präsidium bestimmt ein geschäftsführendes Vorstands-Terzett, das hauptamtlich für bis zu sechs Jahre eingesetzt werden kann. Gleichzeitig fungiert das neue Präsidium als Aufsichtsrat für den Vorstand. Der DLV stellt sich quasi mit der Struktur eines Industrieunternehmens oder professionell geführter Verbände (zum Beispiel DFB) und Vereine auf.

Was wird aus Generaldirektor Cheik-Idriss Gonschinska?

Da die Geschäftsführung dann in der Hand des Vorstandes liegen wird, fällt zwangsläufig die Position von Cheik-Idriss Gonschinska als bisheriger Generaldirektor Sport weg. Mutmaßen wir mal, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit als Vorstandsvorsitzender dieses Dreiergremiums bestellt wird. Denn es ist kaum vorstellbar, dass der finanziell latent schwindsüchtige DLV bei seinen über 50 hauptamtlichen Kräften der Geschäftsstelle (O-Ton Kessing) und insgesamt 79 Bundes-/Stützpunkttrainern sich noch obendrein von außerhalb drei Vorstandsmitglieder mit gut dotierten Sechs-Jahres-Verträgen in den verlausten Pelz setzen will.

Kessing nur noch „Frühstücksdirektor und Gruß-Onkel“
 
Etwas Erfreuliches darf allerdings bereits jetzt konstatiert werden. Dem tollpatschigen „Präses“ Kessing (im Bild) fällt lediglich noch die Rolle des „Frühstücksdirektors und Gruß-Onkels“ zu. Da der Verwaltungsmann im Gegensatz zu seinem Vorgänger Clemens Prokop keinen blassen Schimmer von der Leichtathletik hat, sollte er bei Fachfragen fortan jedoch besser den Mund halten, als ständig in rhetorische Fettnäpfchen zu treten. Neueste Kostprobe seines pathologischen Realitätsverlustes:
„Wir freuen uns ganz besonders, dass wir den Schwung aus dem erfolgreichen Leichtathletik-Jahr 2020 auch in die kommende Saison mitnehmen können.“ Was meint er bloß damit?  Was will er da gesehen haben? Etwa das Leuchtturm-Projekt mit vermeintlich weltweiter Strahlkraft der in Spitze und Breite auf mäßigem Niveau stehenden DM der Männer/Frauen in Braunschweig? Hätte er doch nur geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben.
Und wir alle miteinander dürfen bannig gespannt sein, wie „ausführlich“ der DLV über seinen Verbandstag berichtet (das Referat Kommunikation und Medien gelobte auf Intervention von Dieter Krumm Besserung) und vor allem welche drei federführenden Figuren diesen miefig-muffigen, schwerfälligen Apparat in der näheren Zukunft auf Vordermann bringen wollen?

Sportsch(l)au: Der Mythos vom Verdauungsschnaps

(Köln/Krefeld, 15.April 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an.
Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Die Redaktion

Alkohol wirkt sogar verdauungshemmend

Nach einem leckeren, womöglich opulenten Essen schnell noch einen kleinen Verdauungsschnaps. Das ist eine lange gepflegte Tradition. Auf Familienfeiern und im Restaurant wird er völlig selbstverständlich nach dem Essen als vermeintlicher „Fettspalter“ serviert. Er soll die Verdauung anregen und gegen das Völlegefühl wirken. Doch Schweizer Wissenschaftler fanden schon vor einiger Zeit heraus, dass der Alkohol sogar verdauungshemmend ist. Bei einer Studie verzögerte sich die Verdauung derer, die einen Schnaps tranken deutlich gegenüber den Probanden, die nur Wasser und Tee konsumierten.
Deshalb mein Tipp: Einen Abend voller kulinarischer Genüsse lieber mit einem Spaziergang abzurunden, als mit einem sprichwörtlichen Verdauungsschnaps. Durch die körperliche Bewegung wird der Parasympathikus im Gehirn aktiviert. Dieser sorgt für Entspannung, die Förderung regenerativer Prozesse und einer Verbesserung der Darmmotorik. So können Verdauungsprozesse im Darm schneller ablaufen. Das erklärt auch, warum unsere Vorfahren, die „Jäger und Sammler“, keine Verdauungsprobleme hatten. Denn Bewegungsmangel und Grappa gab es zu ihrer Zeit nicht!

Abwegige Äußerungen aus der Abteilung "Nonstop Nonsens" zu Olympia

(Iserlohn/Krefeld, 16. April 2021) Wohlgemerkt: Es ist einer der im Grundgesetz verbrieften Errungenschaften unserer Demokratie, dass jeder Bundesbürger seine Meinung frank und frei äußern darf – und mag er sie noch so exklusiv haben. Schließlich machen wir auch reichlich Gebrauch davon. Wer das öffentlich tut, setzt sich halt gelegentlichem Widerspruch aus. Momentan ist es besonders angesagt, dass Personen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad ihren (un-)maßgeblichen Senf aus dem Gaststätten-Großgebinde Bautz’ner zu den Olympischen (Nachhol-)Spielen von Tokio zugeben.
Besonders skurril kommt die Aussage der ehemaligen DLV-Vizepräsidentin Dagmar Freitag (SPD) aus Iserlohn in ihrer Funktion als Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses daher. Die 68-jährige Politikerin sagte dem Saarländischen Rundfunk 100 Tage vor dem geplanten Beginn von Olympia, dass sie eine Anreise deutscher Sportler ohne Corona-Impfung ablehne.

Dagmar Freitag plädiert indirekt für einen Verzicht

O-Ton: „Ich halte es nicht für verantwortbar, sie ungeimpft nach Tokio zu schicken.“ Allerdings solle zugunsten von Olympioniken nicht die Impf-Priorisierung aufgehoben werden. Es wäre vielmehr eine entsprechende Lösung zu finden,
die auch gegenüber Supermarkt-Kassiererinnen vertreten werden kann". Aha! Wie das aussehen soll, hat Frau Freitag leider nicht verraten. Helfen wir ihr also auf die Sprünge: Das lässt sich nicht miteinander in Einklang bringen. Übrigens: Wobei ob ihrer vielen dienstlich notwendigen Kontakte Verständnis dafür aufzubringen wäre, lässt sich auch unser aller Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erst impfen wenn sie an der Reihe ist. So schaut’s aus!
Noch einer aus der internationalen Abteilung „Nonstop Nonsens“. IOC-Vizepräsident John Coates hat trotz der extrem angespannten Lage vor Ort in der japanischen Metropole eine kurzfristige Olympia-Absage ausgeschlossen. Der Australier ist zwar einer der ganz wichtigen „Herren der Ringe“, aber Herr des Verfahrens ist immer noch das Gastgeberland Japan mit seinen für das Wohl oder Wehe der Bevölkerung verantwortlich Handelnden.
Mithin abwarten und landestypisch Tee oder Sake (Reiswein) trinken. (inhaltliche Quelle der Beiträge dpa)

Ferdinand Schladen tritt nächste Woche seine letzte Reise an

(Bonn/Krefeld, 14. April 2021) Was die Traueranzeige zu dem Zeitpunkt noch nicht vermitteln konnte und die sicherlich längst nicht alle erreicht hat, die daran hätten Anteil nehmen wollen, steht nunmehr fest. Der am 29.März 2021 im 82.Lebensjahr verstorbene einstige Weltklasse-Kugelstoßer Ferdinand „Fred“ Schladen aus Bonn (wir berichteten) wird am Donnerstag, 22.April seine ultimativ letzte Reise in seiner Geburts- und Heimatstadt antreten. Die Urnenbeisetzung findet auf dem Friedhof Endenich auf der Hainstraße 46 in 53121 Bonn statt. Zuvor ist um 11 Uhr die Trauerandacht in der dortigen Kapelle.
Dies alles neben dem ohnehin schon traurigsten Anlass aller Feierlichkeiten unter den Einschränkungen, die von der nahezu allerorten verstärkt grassierenden Corona-Seuche diktiert werden. Aufgrund der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) sind in der Kapelle lediglich 25 Personen zugelassen. Diese Plätze bleiben der langjährigen Lebensgefährtin Ursula Sieglohr sowie dem engsten Kreis der Angehörigen und Freunde vorbehalten. Es erfolgt jedoch über Lautsprecher eine Außenübertragung der Gedenkansprache.
Da sich in diesen turbulenten Zeiten Vorschriften noch schneller ändern, als sie in Kraft gesetzt worden sind, sollten sich alle, die ihrem einstigen Sportkameraden gerne die letzte Ehre erweisen möchten, vorher bei der Friedhofsverwaltung unter der Rufnummer 0228 – 774233 kundig machen.