Beispielhaft: Bewährte "Gewaltenteilung" der Titelkämpfe in Bayern

(München/Krefeld, 31. Juli 2022) Was zunächst sehr kritisch beäugt und als schnöde Trennung der großen Leichtathletik-Familie der Ü30-Generation gebrandmarkt worden ist (zugegebener Maßen auch von uns), hat sich zwischenzeitlich bewährt: Die „Gewaltenteilung“ der Landesmeisterschaften nach Stoß/Wurf einer- und Sprint/Lauf/Sprung andererseits sollte gerade in von Corona geprägten Zeiten wie diesen in vielerlei Hinsicht als Nachahmungseffekt dienen. Die Bayern sind es, die es vorgemacht haben und dabei entgegen dem allgemeinen Trend nachlassenden Interesses erstaunliche Meldezahlen generieren. Bei Stoß/Wurf waren es vor zwei Wochen im Münchner Dantestadion 154 Gemeldete zu 381 Starts. Für die Dreier-Koalition heute ab 10 Uhr an selber Stelle sind es 264/521, ergibt summa summarum  418/902. Das sind Werte, wie sie der bei seinen Titelkämpfen als bestfrequentiert bekannte Regionalverband Nordrhein in absoluten Hoch-Zeiten vor der neuen Geißel der Menschheit hatte.

Selbst ernannte Alleskönner als Wanderer zwischen den Welten

Diesmal waren es, sogar wieder offen ausgeschrieben, Anfang Juli bei einer Zwei-Tage-Veranstaltung in Euskirchen lediglich 247 Gemeldete bei 452 Starts. Gut, da waren ein bisschen Verschnitt durch die parallel im finnischen Tampere laufende Master-WM in Rechnung zu stellen. Derer 25 aus dem LVN-Gebiet. Noch hinzu wären ebenso theoretisch jene aus den unmittelbar angrenzenden Landesverbänden Rheinland und Westfalen gekommen. Absolute Zahlen sind es freilich auch in Bayern nicht. Die verschiedenen Termine nutzen die selbst ernannten Alleskönner als Wanderer zwischen den Welten für sich, nehmen beide Angebote wahr. Gerade bei den Senioren beiderlei Geschlechts ist Spezialistentum allem Anschein nach etwas für Exoten und Feiglinge (siehe Meldeliste nach Klassen und Disziplinen).

Willkommener Anlass zur Jagd auf die DM-Normen

Allerdings ein weiterer Grund für das per Saldo erfreulich große Meldeaufkommen ist auf vortrefflichen Anlagen und bei stimulierender Konkurrenz die Jagd nach den Normen für die Senioren-DM auf bayerischem Hoheitsgebiet am 17./18.September 2022 im von Grund auf sanierten Sepp-Brenninger-Stadion in Erding. Indes mit dem kleinen Schönheitsfehler: Just am 17.September wird nach buchstäblich langer Durststrecke auch das Münchner Oktoberfest eröffnet. Das verknappt für Auswärtige jenseits des Weißwurst-Äquators die Hotelbetten in der gesamten Region und treibt die Preise in schwindelerregende Höhen.
Darauf einen Doornkaat und zwei bis drei Corona! Kein Scherz als Fotomontage, gibt es tatsächlich als Kultbiermarke aus Mexiko.

Bisher haben 37 von 48 Teams ihren Start fürs DAMM-Finale zugesagt

(Darmstadt/Lage/Krefeld, 30. Juli 2022) Informationen sind eine Bringschuld. Das hat allem Anschein nach eingedenk unseres unermüdlichen missionarischen Eifers der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zumindest hinsichtlich der guten alten Deutschen Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM) mittlerweile verinnerlicht. Mit Zwischenstand vom 27.Juli werden aktualisiert all jene Vereine und Startgemeinschaften schön plakativ bunt in Ampelfarben veröffentlicht, die ihre Zu- oder Absage für das bundesweite Finale der so genannten Team-DM Senioren am 10.September 2022 im Sportzentrum Werreanger in Lage (Ostwestfalen) mit der im DLV-Terminus verlangten „belastbaren Absichtserklärung“ abgegeben respektive Nachrückern die Tür geöffnet haben. Danach sind allein in der M60, W40 und 50 bislang die Felder mit maximal sechs Finalisten komplett. Obschon noch bis spätestens 28.August Zeit ist, sollten die Unentschlossenen möglichst kurzfristig ihre Willenserklärung für dieses oder jenes kundtun. Wenngleich es lediglich noch einen etwaigen Verzichtsprofiteur mit dem LAC Schkeuditz in der M30 gibt, dient die Gesamtzahl aller Beteiligten (bestenfalls 48 von bisher 37 Teams beim 48. Finale) dem örtlichen Ausrichter LG Lage/Detmold/Bad Salzuflen sowie dem Landesverband Westfalen der Planungssicherheit.

Flammender Appell und Plädoyer von Ex-Sprinter Ingo Froböse

(Darmstadt/Köln/Krefeld, 28. Juli 2022) Balsam für die geschundenen Herzen und Seelen passionierter Leichtathleten, die sich häufig für Fußball interessieren und oftmals selber ganz passabel mit diesem Sportgerät umgehen können (prominentestes Beispiel der 72-fache Ex-Nationalspieler Hans-Peter Briegel), dass die Nationalmannschaft der Frauen gestern Abend mit einem 2:1-Erfolg gegen Frankreich ins EM-Finale gegen Gastgeber Großbritannien eingezogen ist.
Das ist zugleich die Überleitung zu einem bekannten und erfolgreichen anderen „Ehemaligen“ aus der für die Deutschen einstigen olympischen Kernsportart. Sportwissenschaftler und Ex-Sprinter Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild), Lampis-Stammbesuchern seit über zehn Jahren bestens vertraut von dessen Rubrik „Sportsch(l)au“ auf unserer Netzseite, meldete sich mit einer Video-Botschaft (mehr ein flammender Appell und Plädoyer) auf Facebook zum WM-Abschneiden des deutschen Leichtathletik-Teams zu Wort. Die kursierte zwar in Weiterverbreitung bereits durch viele sozialen Medien und private WhattsApp-Gruppen, gleichwohl wird sie eben nicht bei all denen angekommen sein, die am „Fluch und Segen“ dieser modernen Kommunikationsmittel nicht teilnehmen. Deshalb haben wir es zu deren Erbauung verlinkt (für den Ton Lautsprecher anklicken). Es lohnt sich, endet allerdings mit einem frommen Wunsch: Denn der DLV-Vorstandsvorsitzende Cheik-Idriss Gonschinska und seine gleichermaßen restlos überforderte
Chefhostess" Annet Stein kleben mit langfristigen Verträgen an ihren Stühlen und werden nicht ihre Hüte nehmen. Zumal ihr latent klammer Dienstherr nicht in der Lage wäre, die Abfindungen in womöglich jeweils sechsstelliger Höhe eines Jahresgehaltes zu bezahlen.

Anstelle der DM ein Wurf-Fünfkampf-Meeting in Zella-Mehlis

(Zella-Mehlis/Krefeld, 29. Juli 2022) Alle ambitionierten Wurf-Fünfkämpfer/innen von Rang und Namen oder einfach nur aus lauter Spaß an der Freud´ können aufatmen: Jedweden Widerständen zum Trotz (Gewichtwurf-Anlage vom TÜV stillgelegt) macht der äußerst rührige TSV-Abteilungsleiter Günter Karl sein geäußertes Vorhaben wahr, anstelle der entfallenden Senioren-DM in diesem Vielseitigkeitswettbewerb zum selben Termin 03./04.September 2022 als normales, eindimensionales Meeting für die Ü35-Generation in der Arena „Schöne Aussicht“ im Wohlfühlambiente von Zella-Mehlis anzubieten (siehe dazu unseren letzten Beitrag). Alldieweil keine deutsche Meisterschaft – warum eigentlich nicht ab M/W30 wie auf Landesebene üblich?
Der reine Termin ist bereits auf dem Internet-Portal des genehmigenden Thüringer Leichtathletik-Verbandes (TLV) unter Wettkampfwesen vermerkt, die komplette Ausschreibung  schon bei ladv.de verfügbar. Meldeschluss ist der 22.August 2022. Anschließend wird der Zeitplan erstellt und veröffentlicht. Da es sicherlich weniger potenzielle Startwillige als bei einer DM werden, dürfte sich neben dem Hammerwurf auch der Gewichtwurf auf der Diskuswurf-Anlage problemlos abwickeln lassen. Zumal der zeitliche Rahmen über zwei Wettkampftage recht großzügig gewählt wurde.
Nicht zu vergessen: Thüringen ist immer eine Reise wert, lässt sich die wonnevolle sportliche Betätigung unter Gleichgesinnten mit ein paar Urlaubstagen im von den Temperaturen angenehmeren Frühherbst verquicken.

DLV sieht sich mit massiven Angriffen medialem Nachbeben ausgesetzt

Kolumne

Moment mal

(Eugene/Darmstadt/die Republik/Krefeld, 27. Juli 2022)
 Wer den Schaden hat, braucht für Spott und Häme nicht mehr zu sorgen. Den/die bekommt er obendrauf geschenkt. Es rauschte gestern in einer breiten Gewitterfront mit Blitz und Donner von Nord bis Süd, Ost bis West durch den analogen und digitalen Blätterwald aller großen deutschen Tageszeitungen und Nachrichtenportale. Das lässt sich nicht einmal in Schlagworten alles widerspiegeln und an dieser Stelle abbilden. Der Tenor war eh stets derselbe: Das historisch schlechteste Abschneiden einer deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft der Männer/Frauen bei einer Weltmeisterschaft, eben jüngst jener in Eugene/USA, und vor allem das Missmanagement des nationalen Dachverbandes. Irgendwie und irgendwo geht es immer noch weiter den Bach runter.  

Kopfsprung in den Wassergraben symptomatisch für das deutsche Aufgebot

Das müssen wir hier nicht rekapitulieren, haben meinungsfreudig und dezidiert bereits während der zehn Tage mehrfach die Tastaturfinger in die „offenen Wunden“ gelegt, dabei „Ross und Reiter“ genannt. Eine noch nicht, deren Panne allerdings symptomatisch für die Germanen und –innen im hübsch-hässlichen gestreiften Nationaltrikot des us-amerikanischen Ausrüstungssponsor mit Konzernsitz am Schauplatz der Handlung werden sollte: Hindernisläuferin Lea Meyer, die mit einem ungewollten Kopfsprung in den Wassergraben die Slapstick-Einlage dieser Titelkämpfe frei Haus lieferte. Das 24-jährige Pechvögelchen rappelte sich jedoch auf und lief das Rennen als Vorlauf-Achte in 9:30,81 Minuten zu Ende. Damit war sie immerhin noch rund 22 Sekunden schneller als Gesa Felicitas Krause als 15. und Letzte des Finales über 3.000m Hindernis. Nun hat die deutsche Pfadfinderschaft ein Problem, welche von beiden die Tapferkeitsmedaille erhalten soll.

Eine sich seit Jahren abzeichnende, hausgemachte Krise

Genug gespottet. Stellvertretend sei noch auszugweise ein Beitrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der meistzitierten Rheinischen Post aus Düsseldorf mit der Überschrift „Mihambo-Gold hilft nur bedingt“ und der Unterzeile „Die deutsche Leichtathletik steckt nach dem schlechtesten WM-Abschneiden in der Krise“ genannt.
Aus dem Text: Die Goldmedaille von Malaika Mihambo  am Ende der WM sorgte für den erhofften Glanz – übertünchen konnte sie das Fiasko der deutschen Leichtathletik nicht. Und weiter: Ein Ausrutscher ins Negative ist die Pleite in den USA nicht, sondern eine sich seit Jahren abzeichnende Krise, die spätestens bei den Tokio-Spielen 2021 mit nur drei Olympia-Medaillen sichtbar wurde.

Ein Fall für Frank Ullrich, Sportausschuss-Vorsitzender des Bundestages

Der allenthalben und allerorten massiv angegriffene DLV, der sich sonst bei positiver Berichterstattung auf seiner Netzseite leichtathletik.de unter „Flash-News des Tages“ im Presse-Spiegel zu sonnen pflegt, schweigt dieses Thema nach Vogel-Strauß-Manier tot. Und noch etwas Tierisches mit meiner Befürchtung: Der DLV wird nach Känguru-Art weiterhin ungerührt und unverdrossen große Sprünge mit leerem (eigenen) Beutel machen. So ihm von höheren Orts kein Riegel vorgeschoben wird. Denn: Lampis liegt in „BCC“ die E-Mail eines namhaften Leichtathletik-Kenners an Frank Ullrich vor, den Vorsitzenden des Sportausschusses im Deutschen Bundestag. Darin heißt es unter anderem:
„Wenn eine überwiegend durch Steuergelder finanzierte Kernsportart dermaßen gegen die Wand gefahren wird, muss man sich schon die Frage stellen, wer denn dafür die Verantwortung trägt. Die aktuelle Führung des DLV ist ja offensichtlich vollkommen überfordert und sollte die nötigen Konsequenzen ziehen.“

Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf

Wenngleich eine ebenfalls aus der Tierwelt importierte nicht neue Erkenntnis und erst kürzlich im Zusammenhang mit der Senioren-Leichtathletik von Gastautor Gerhard Zachrau aus Mutterstadt verwendet: Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf! Und der Fischmarkt hat diesmal seinen Sitz nicht in Hamburg-Altona sondern in Darmstadt. Nennen wir die Gattung Steinbutt. Klingelt’s?