EMA-Präsident Kurt Kaschke plant erneut eine höchst krumme Nummer

(Lausanne/Krefeld, 27. April 2021) Während hierzulande die Halbfinals um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft anstehen und damit das ultimative Ende der Wintersaison 2020/2021 einläuten, begibt sich Wahl-Portugiese Kurt Kaschke (*1955) aus Gütersloh als Präsident  des kontinentalen Senioren-Dachverbandes Europa Masters Athletics mit Sitz in Lausanne/CH noch mal auf extrem dünnes Eis. „Noch mal“ auch deswegen, da der selbstgefällige 66-jährige Pensionär nach Gutsherrenart die Hälfte der jeweiligen Startgelder der aufgrund Corona ausgefallenen vorjährigen Hallen-Europameisterschaften in Braga (Portugal) zum Wohle der Verbandskasse einbehalten wollte. Erst nach wütenden Protesten unter Mitwirkung von LAMPIS und Klageandrohungen wurden die Gelder nach elendig langem, sich über Monate hinziehenden Prozedere an die Sportler/innen zurückgeführt.

Keine Rückerstattung der Startgelder bei Ausfall einer EM

Nun plant der Meister des unkontrollierten Delegierens auf der Zielgeraden seiner unseligen Präsidentschaft (er kann bei der nächsten Generalversammlung im Oktober 2021 satzungsgemäß nicht wieder kandidieren, es sei denn, er macht irgendwie „den Putin“) abermals eine krumme Nummer. So Senioren-Europameisterschaften bedingt durch „höherer Gewalt“ erneut dem Rotstift zum Opfer fallen, sollen nach seiner Verlautbarung auf der EMA-Netzseite die Gemeldeten zustimmen, dass bei zukünftigen Veranstaltungen eine Rückerstattung der erklecklichen Startgelder nur bis zum offiziellen Meldeschluss möglich ist. Dieser liegt bekanntlich weit vor dem Beginn des Ereignisses, dass ja durchaus noch in der Zwischenzeit abgesagt werden könnte.

Ein Knebelpakt zu Lasten der Aktiven

Eine Art Knebelpakt also, dem sich Kaschke dereinst vor seiner Wahl während der EM 2012 in Zittau gegenüber dem DLV willfährig unterworfen hat (siehe Link), das gesamte Risiko auf die Schultern der zwangsweise verhinderten Aktiven zu laden. Die sollen das gefälligst durch eine Versicherung abdecken (welche soll das sein?). Das alles in Summe ist selbstverständlich ein absolutes Unding. Denn laut Satzung sind die jeweiligen Landesverbände Partner der EMA und nicht die Athleten*innen, die sich allerdings selber gegen eine – zumindest in Deutschland – zusätzliche nationale Gebühr zu den EM’en entsenden (was wäre damit?). Sofern die genannte Klausel tatsächlich Einzug in die Ausschreibungen hält, bleiben trotz der Rechtsbeugung letztendlich nur zwei Möglichkeiten: Sie stillschweigend zu akzeptieren oder eine Teilnahme an den Titelkämpfen zu boykottieren. 

BRD bei Senioren inzwischen zur Leichtathletik-Diaspora verkommen

(Madeira/Nord-Ost-Europa/Linz/Krefeld, 26. April 2021) Wer wird denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Der Spruch war einmal vor Corona. Mittlerweile wird umgekehrt ein Sportschuh daraus. Schlussendlich ist die Bunte Republik Deutschland" (Bunte könnte im konkreten Fall auch durch Bananen ersetzt werden) zumindest bei den Senioren*innen auf dem Veranstaltungs- und Meisterschaftssektor zur Leichtathletik-Diaspora verkommen, muss nach dem Horrorspuk missioniert werden.
Deshalb womöglich gut für die reise- und wettkampflustige Talente von gestern und vorgestern zu wissen (sofern es bis dahin die sich hoffentlich lockernden Aus-/Einreise-Bestimmungen erlauben), was außerhalb unserer Landesgrenzen am Ufer steht. Eine kleine, indes keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebende Auslese. Durchaus auch mit touristisch sehr reizvollen Zielen.– Auf die Österreichischen Masters-Meisterschaften haben wir kürzlich schon in einem eigenen Beitrag hingewiesen.

Ein kleine Auslese für die reiselustige Ü35-Generation

19./20. Juni Open Championships auf Madeira (Portugal)
26./27. Juni  Polish Open Championships in Olsztyn (Polen)
xx./xx.Juli Qazaqstan Open in Almaty (Kasachstan) – genaue Datum noch offen
07./08. August Belarus Open in Minsk (Weißrussland)
21./22. August Baltic Open in Ventspils (Lettland)
17.-19. September Balkan Open in Korca (Albanien)
25./26. September Austrian Open in Linz (Österreich)

 

DLV-Präsidium berief den dreiköpfigen hauptamtlichen Vorstand

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 24. April 2021)
Donnerschlag! Bereits fünf Tage nach dem mit der Schaltzentrale in einem Darmstädter Hotel abgehaltenen digitalen Verbandstag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ließ die Fach- und Dachorganisation auf ihrer Netzseite die Katzen, genauer: Kater, aus dem Sack. Danach hat das neue Präsidium den geschäftsführenden dreiköpfigen hauptamtlichen Vorstand berufen und mit ihm Anstellungsverträge geschlossen. Die bis maximal mögliche Dauer von sechs Jahren wurde in üblicher Geheimniskrämerei nicht benannt. Und wie Lampis-Gastautor Dieter Krumm in unserer Vorschau goldrichtig gemutmaßt hatte, wurde der bereits auf der Gehaltsliste stehende bisherige Generaldirektor Cheick-Idriss Gonschinska (*16.12.1968) zum Vorsitzenden bestellt. Dem 52-jährigen Leipziger mit belasteter Doping-Vergangenheit als Hürdensprinter der einstigen DDR (siehe Wikipedia und Interpool), der in der Außendarstellung seinen ersten Vornamen (bedeutet: Ältester, Greis) inzwischen abgelegt hat, stehen Norbert Brenner und Ralf Buckwitz zur Seite.

Inzest: Das Spiel für die ganze Familie

Dieses Terzett hat eine Herkulesaufgabe vor sich, soll dem bislang eher bürokratisch und amateurhaft geführten Verband mit seinen laut DLV-Präsident Jürgen Kessing über 50 hauptamtlichen Kräften (können 51, aber auch 59 sein) in der Geschäftsstelle Darmstadt professionellere Strukturen verleihen. Ob deren Fähigkeiten und Dienstzeit dazu ausreichen? Denn schlussendlich wird weiterhin im eigenen Saft geköchelt, garniert mit dem hauseigenen Präsidium als Aufsichtsrat. Also Inzest: Das Spiel für die ganze Familie. Klüger wäre es zweifelsfrei gewesen, sich beim Vorstand fähige externe Leute mit nachgewiesenen Manager-Qualitäten an Bord zu holen, die mal gründlich klar Schiff machen. Der administrative Wasserkopf, der allerdings vom Fundament an auch auf den Prüfstand gehört, ist bereits personell mehr als abgedeckt, und für den sportlichen Sektor stehen die gewaltige Anzahl von 68 Bundestrainern sowie elf Stützpunktrainern zur Verfügung. Ein großes Orchester, das da im Takt zu dirigieren ist.

Bundesausschuss Senioren und „Vize“ Matthias Reick wegrationalisiert

Die rund 390.000 Senioren-Sportler/innen (fast die Hälfte der gesamten Mitgliedschaft) kommen übrigens in der Wahrnehmung und Betreuung an keiner Stelle mehr vor. Der Bundesausschuss Senioren wurde schon zum Jahresende 2020 vor Verabschiedung der neuen Satzung abgeschafft. Und der für die Ü35-Generation nominell zuständige bisherige ehrenamtliche Vizepräsident Allgemeine Leichtathletik, Matthias Reick (im Bild) aus Achim bei Bremen, der sie allerdings mehr schlecht als recht vertreten hatte, wurde ebenfalls wegrationalisiert.
Den ständigen Talenten für die nächsthöher Altersklasse steht eine noch düstere Zukunft bevor, als es die trübe Vergangenheit schon gewesen ist. Quo vadis = wohin gehst du, deutsche Senioren-Leichtathletik? Österreicher zu werden wäre keine schlechte Idee!

Speerwerfer Johannes Vetter warf mit 91,50 Meter Weltjahresbestweite

(Offenburg/Krefeld, 25. April 2021) So sie denn stattfinden sollten, wozu er selber eine durchaus kritische Haltung einnimmt, befindet sich Speerwurf-Ikone Johannes Vetter von der LG Offenburg rund drei Monate vor den Olympischen (Nachhol-)Spielen im von Corona besonders verseuchten japanischen Tokio (23.Juli bis 08.August 2021) bereits in prächtiger Form. Der 28-jährige Parade-Schützling von Heim- und Bundestrainer Boris Obergföll (geb. Henry) katapultierte das 800 Gramm schwere Gerät gestern an seinem Wahlwohnsitz Offenburg in Baden-Württemberg auf die Tagesbestweite und Weltjahresbestleistung von 91,50m. Er ist damit zugleich der Erste seiner Zunft, der in der weitenträchtigsten Disziplin der Leichtathletik in dieser womöglich olympischen Saison die international begehrte 90-Meter-Marke übertraf und den Türöffner zu einer Medaille durchbrach. Der deutsche Rekordhalter (97,76m) postete im Anschluss an seinen Husarenstreich auf „Instagram“ ein Bild aus der Eistonne mit einem Bier in der Hand. Ob Corona, die multi-kultige Gerstenkaltschale aus Mexiko, drin war, wurde nicht überliefert.

Auf die Teilnahme einer deutschen Mannschaft sollte verzichtet werden

Kolumne

Moment mal

(Tokio/Krefeld, 23. April 2021)
Nicht jeder geneigte Leser männlich wie weiblich kann und muss meine Vita kennen. Deshalb zum besseren Verständnis vorausgeschickt, dass ich nicht nur seit nunmehr 55 Jahren über Sport schreibe, davon den größten Teil berufsmäßig. Vielmehr bin ich von Kindesbeinen an leidenschaftlicher Sportler in Vereinen mit – in dieser Reihenfolge – den Stationen Fußball, Eishockey, Tennis und Leichtathletik, habe in meiner Spezialdisziplin Kugelstoßen zwischen 1966 und 2018, unterbrochen durch eine dreijährige Zwangspause (nicht JVA, sondern mit einem schweren Bandscheibenvorfall), 1.160 Wettkämpfe mit vielen nationalen und internationalen Erfolgen absolviert.
Darüber hinaus ist mein passives Interesse mehr oder weniger stark ausgeprägt breit gefächert, nicht eindimensional auf die Leichtathletik ausgerichtet. Kurzum – würde oder werde ich mir auch olympische Ringe unter den Augen bei den Fernseh-Übertragungen von den Olympischen (Nachhol-)Spielen im japanischen Tokio vom 23.Juli bis 08.August 2021 bei einem Zeitunterschied von sieben Stunden (Berlin 08:00 Uhr, Tokio 15 Uhr) zulegen. So sie denn stattfinden sollten.

Japan ruft morgen den dritten Notstand aus

Große Zweifel sind weiterhin angebracht. An der Sinnhaftigkeit sowieso, sie in Zeiten wie diesen einer tobenden x-ten Corona-Welle weltweit auf Gedeih und Verderb außerhalb des Seilgevierts durchboxen zu wollen. Jüngst ist bei einem Fackelläufer in den dreißiger Jahren der erste offizielle Coronafall bekannt geworden, wurde daraufhin der Lauf in einigen Gebieten abgesagt oder auf weniger frequentierte Straßen verbannt. Morgen wird bei katastrophalen Zuständen (Osaka meldet eine Überauslastung der Intensivbetten von 116 Prozent) der dritte Notstand in Japan ausgerufen. Aber „The Games must begin“, koste es was es wolle und seien es Menschenleben. Da hört für mich der Spaß endgültig auf. Schließlich reden wir hier immer noch über die herrlichste Nebensache der Welt und von einer elitären Minderheit, die ihn zur Mehrung von Ruhm und Geld sowie zur Belustigung der Sehleute vor den Bildschirmen betreibt. Das friedlich-fröhliche Völkerfest mit Zuschauern aus aller Welt vor Ort in der 38-Millionen-Metropole des Inselstaates könn(t)en diese Geisterspiele ohnehin nicht mehr werden. Gewissermaßen Zirkus ohne Publikum. Vollkommen absurd!
Und die vielen Schreie nach einer vorherigen Durchimpfung aller rund 2.000 deutschen Sportler/innen lösten nicht allein bei mir, wie ich aus vielen Gesprächen weiß, einen Schrei der Empörung aus. Zumindest bis gestern, als noch nicht bekannt war, dass nach Mitteilung der Bundesregierung die Impfperiodisierung bestimmter Berufs- und Personengruppen (bei letzterer momentan die Jahrgänge 1946 und ‘47) bundesweit aufgehoben werden soll.

Menschenleben dürften nicht einmal riskiert werden
 
Ungeachtet dessen sollte in Anbetracht der vielen anderen beschwerenden Gründe und einschränkenden Gegebenheiten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Absprache mit dem für Sport zuständigen Bundesinnenministerium mit Horst Seehofer (CSU) an der Spitze meines Erachtens Mut und Flagge zeigen und auf eine Teilnahme einer deutschen Mannschaft für Olympia verzichten. Wenngleich es sich um einen modernen Kampf der Gladiatoren handelt, sollten hier nicht leichtfertig Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden. Weder in, noch außerhalb der Arenen. 81.203 Corona-Tote (Stand gestern) sind es bereits in Deutschland.