DSL-Idee von Robert Harting arg ins Stocken geraten

(Wiesbaden/Krefeld, 12. Mai 2014) Diskuswurf-Gigant Robert Harting (*1984), neuerdings M 30, vom SCC Berlin setzte sich vergangenen Samstag beim 19. Werfercup in Wiesbaden trotz hanseatischem Schmuddelwetter mit 67,46 m mal eben an die Spitze der freilich noch jungen Weltrangliste 2014. Nicht alles „fliegt“ jedoch derzeit beim Dreifach-Weltmeister und Olympiasieger so rund wie die 2-Kilo-Scheibe. Die von ihm ersonnene und vom äußerst erfolgreichen Krefelder Unternehmer Gerald Wagener weiter „gesponnene“ Idee der Deutschen Sportlotterie (DSL) zur Förderung des Spitzensports ist arg ins Stocken geraten. Bereits im Februar dieses Jahres sollte sie mit Sitz in der einstigen Samt- und Seidenstadt Krefeld an den Start gehen. Dazu wurde eine hochherrschaftliche, denkmalgeschützte, allein stehende Villa im Schönhausenpark gegenüber dem Krefelder Zoo von der Stadt erworben, die unter Auflagen des Landeskonservators den neuen Anforderungen gemäß (vorher war hier ein Teil der Musikschule untergebracht) umgebaut werden. Doch momentan, Stand heute, ruht hier nicht nur der davor installierte Brunnen und die drei nahe gelegenen Ententeiche. Dass ein Baustellenschild das schöne Ambiente nicht verschandelt, ist ja noch nachvollziehbar. Auf der Netzseite der DSL („Damit Leidenschaft Ziele findet") ist derweil zu erfahren, dass das Antragsverfahren noch laufen würde. Sehr langsam, wie zu konstatieren wäre.
Die Vorgeschichte: Harting und Wagener lernten sich anlässlich eines Eishockeyspieles der Krefeld Pinguine im Oktober 2013 im VIP-Raum des KönigPalastes kennen, offenbar auch schätze
n. Der innovative Unternehmer griff die Idee des gleichermaßen regen Weltklasse-Athleten auf und trieb sie schnell voran. Das Zwischenergebnis wurde bereits geschildert.
Mittlerweile scheint Wagener die ganz große Lust an diesem lobenswerten Projekt indes abhanden gekommen zu sein. Erst vorigen Samstag war der lokalen Krefelder Sportpresse zu entnehmen, dass er grundsätzlich bereit sei den im Sink-, eher Sturzflug befindlichen äußerst klammen Fußbal
l-Regionalligisten KFC Uerdingen, dem die Insolvenz droht, finanziell und ideell unter die Arme zugreifen. Bliebe zumindest in der Nachbarschaft. Denn das gleich hinter dem Zoo liegende, 34.500 Zuschauer fassende Grotenburg-Stadion, bekannt aus seligen Erstliga- und Europapokal-Zeiten (unvergessen das legendäre, zum Spiel des Jahrhunderts gekürte 7:3 der Uerdinger gegen Dynamo Dresden vom 19. März 1986), ist gerade einmal rund 600 Meter entfernt, aneinander gereiht nicht einmal zehn Diskuswürfe für Harting.