Pressefreiheit - weltweit schlechteste Situation seit zehn Jahren

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Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 04. Mai 2014) Mittlerweile gibt es für alles und jedes einen Internationalen Tag. Wenn’s denn hilft? Zweifel sind angebracht! Beispielsweise war gestern jener der Pressefreiheit. Die wird jedoch weltweit mit Füßen getreten. Nicht nur sie, sondern leider auch häufig die Personen, die sie sich nahmen – die Pressefreiheit. Momentan ist die schlechteste Situation seit zehn Jahren zu beklagen. Da ist bis zu körperlichen Übergriffen und hin zu Auftragsmorden schon alles passiert, und daran wird fürderhin ein solcher Tag auch schwerlich etwas zu ändern vermögen. Selbst hier zu Lande, bei unserer von Dritten bisweilen als vorbildlich gepriesenen Demokratie, ist auf diesem Sektor längst nicht alles Eitel Sonnenschein. Weit gefehlt! Obwohl die Meinungs- und Pressefreiheit in Artikel 5 des Grundgesetzes geregelt und verbrieft ist, liegt die Bundesrepublik Deutschland im internationalen „Ranking“ lediglich auf Platz 14. Das mag bei der Vielzahl der Staaten auf unserem Globus nicht schlecht sein, gut ist es indes bei dem selbst gestellten Anspruch der Väter unseres Grundgesetzes beileibe nicht. Da müsste eigentlich, um im sportlichen Sprachgebrauch zu bleiben, ein Medaillenrang auf dem Podest her.

Versuchte Einflussnahme

Aber es wird in allen möglichen Bereichen zumindest versucht, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen oder sie sogar gänzlich unterbinden zu wollen. Da schreckte selbst ein ehemaliger Bundespräsident nicht davor zurück, der Boulevardzeitung mit den vier großen Lettern einen Maulkorb verpassen zu wollen. Auch unser vergleichsweise bescheidenes Online-Medium wird damit immer wieder einmal konfrontiert. Kaum im Amt, wollte uns der neue EVAA-Präsident Kurt Kaschke aus Freudenstadt im Schwarzwald erklären, wie wir unsere Arbeit zu machen haben. Da kam bei uns natürlich keinerlei Freude auf, haben wir ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er genug damit zu tun hätte, vor seiner „eigenen Haustüre“ zu kehren. Seither ist Ruhe im Dom. Mehr, als ihm womöglich lieb ist.
Erst vor wenigen Tagen wollte uns ein Leichtathletik-Funktionär aus Unterfranken via E-Mail den Marsch blasen, versehen mit dem ausdrücklichen Vermerk, es nicht zu veröffentlichen. Den Gefallen können wir ihm jedoch nicht tun, lassen lediglich aus Gründen des Vertrauensschutzes seinen Namen weg. Er wollte uns allen Ernstes mit dafür verantwortlich machen, dass einige Landesverbände im DLV Schwierigkeiten haben, ihre Seniorenmeisterschaften unterzubringen. Wer ließe sich „schon gerne anmeckern“, hieß es da wörtlich. Wobei er nicht einmal konkret wurde, wir hilflos im Nebel stochern. Versteht sich peripher, dass wir uns dennoch diesen (Sport-)Schuh unbekannter Herkunft nicht haben anziehen lassen. Höflich, aber bestimmt haben wir ihm geantwortet, dass die Aufgabe von Lampis nicht darin bestünde, über alles den Mantel der Nächstenliebe zu decken. Es bedürfe schon der Nennung von Ross und Reiter, um etwas für die gemeinsame Sache und vor allem die Aktiven bewegen zu wollen. Ob es gelänge, stünde dahin.

Jedem seine Meinung, aber auch uns Autoren

Ungeachtet dessen läge es uns respektive dem jeweiligen Autor fern, irgendjemanden mit irgendetwas missionieren zu wollen. Jedem seine Meinung. Allerdings auch uns. Obendrein war es höchst einseitig, sich etwas Kritisches, was auch immer gemeint war, herauszupicken und dabei geflochtene rhetorische Lorbeerkränze für dieses oder jenes geflissentlich zu übersehen.
Noch einmal zum besseren Verständnis, so dies überhaupt nötig sein sollte (siehe Artikel 5 GG): Jedem seine Meinung und sei sie noch so exklusiv. Er darf sie uns selbstverständlich auch herzlich gerne kundtun, sie uns allerdings nicht als die allein Seligmachende aufoktroyieren wollen oder gar mit haarsträubenden Unterstellungen garnieren. Denn: verbiegen lassen wir uns eh nicht. Das ist keine Drohung, vielmehr ein Versprechen für unsere originäre Zielgruppe. Bekanntermaßen sind das nicht die Verbände.
Damit es nicht zu staatstragend daherkommt, schließen wir mit einem Witzchen aus Kalau (das ist tatsächlich ein Ort in Polen): Wie küsst ein Verleger, meinetwegen Medienmogul Dr. Hubert Burda seine noch prominentere Ehefrau Maria Furtwängler? Natürlich mit einem auflagestarken Presskuss.
In diesem Sinne einen schönen Sonntag und eine ereignisreiche neue (Arbeits-)Woche!