Wurf-Allrounder Philipp Frech vollendet heute sein 95. Lebensjahr!

(Pulheim/Krefeld, 06. Juli 2015) Wer wie er „runde“ Geburtstage im Dutzend gefeiert hat, könnte Chronisten irgendwann in Verlegenheit bringen, noch Erhellendes und vor allem Neues bei einer Laudatio zu berichten. Da müssten eigentlich alle rhetorischen Lorbeerkränze bereits geflochten sein. Doch bei einem derart prallen und langen Leben, auf dass der heute sein 95. Lebensjahr vollendende Philipp Frech (*06.07.1920) aus Pulheim zurückblickt, geht der Stoff praktisch nie aus. Leider gibt es einen unliebsamen Vorfall aus der jüngeren Historie. Manch einer, mich eingeschlossen, wird sich gewundert haben, dass er von Philipp seit geraumer Zeit nichts gelesen, gehört und gesehen hat. Eigentlich tauchte er nach Überwinterung in seiner Residenz in der Nähe vom Kap der guten Hoffnung bei Kapstadt in Südafrika spätestens Ende April bei Werfertagen/Sportfesten hierzulande auf. Nichts von alledem.
Der Kosmopolit ist nach einem im September 2014 erlittenen häuslichen Unfall dem Teufel buchstäblich noch mal von der Schippe gesprungen. Er war mit dem Hinterkopf auf eine Treppenkante gestürzt, erlitt drei stark blutende Platzwunden sowie Verletzungen an der Hüfte und am Bein. Aus einer kurzen Ohnmacht erwacht, kroch er auf allen Vieren aus dem Haus und rief um Hilfe. Die wurde glücklicherweise mittels Verständigung eines Notarztwagens schnell geleistet. Es folgten Klinikaufenthalte mit entsprechender Versorgung und eingehenden Untersuchungen des Gehirns, das durch den heftigen Aufprall hätte Schaden nehmen können. „Meine Birne leuchtet noch“, gab er auf die ihm eigene humorige Art des gebürtigen „kölschen Jung“ gestern in einem Telefonat mit mir Entwarnung.
Das mag auch getrost der Tatsache entnommen werden, dass er nach wie vor als Selbstversorger allein in seinem Haus in Pulheim lebt und die tägliche halbstündige Gymnastik noch vor dem Frühstück zu seinem Ritual gehört. Allerdings zwingen ihn kleinere körperliche Einschränkungen dazu, seinen über alles geliebten Wurfsport und die Halbjahres-Aufenthalte als „Sonnenkönig“ in Südafrika mit dem täglichen gemeinsamen Bad mit Delfinen im Indischen Ozean aufzugeben. Und das ohne jede Wehmut. „Es war über mehr als ein Vierteljahrhundert eine unheimlich schöne Zeit, privat wie sportlich. Als mehrfacher Europa- und Weltmeister sowie nationaler Titelträger in verschiedenen Wurfdisziplinen und Altersklassen habe ich als Späteinsteiger in der Leichtathletik weit mehr erreicht, als ich je zu träumen gewagt hätte.“  Den privilegierten Luxus am „Kap“ hatte sich der studierte Diplom-Ingenieur als selbständiger Spediteur mit in der Spitze 14 Fernverkehrslastzügen in 50 Jahren (erst mit 75 ging er in den Ruhestand) hart erarbeitet und mithin redlich verdient.
Philipp wird an seinem Ehrentag mit seinen drei Töchtern (65, 64 und 50 Jahre) Essen gehen. Ansonsten lässt er sich überraschen. Der herzliche Glückwunsch von Lampis, der großen Werfer-Familie, die ihn mehr oder weniger gut kennt und mir ganz persönlich, der ich ihn sehr schätze und bewundere, ist ihm hiermit schon einmal gewiss. Mach et jot!