Neue Leichtathletik-Halle des SC Bayer ihrer Bestimmung übergeben

(Krefeld, 25. April 2015)  Es ist nie zu früh und selten zu spät. Nunmehr haben die einstmals ruhmreichen Leichtathleten des SC Bayer 05 Uerdingen für den Winter und schlechtes Wetter zu jeder Jahreszeit wieder ein Dach über dem Kopf. Die neue Leichtathletik-Halle im Bayer-Sportpark auf dem Löschenhofweg im Krefelder Stadtteil Uerdingen wurde gestern in zwei Akten ihrer Bestimmung übergeben. Zunächst mit einem weitestgehend drögen offiziellen Teil vor 140 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, eingerahmt durch eine vom Sportlichen Leiter Peter Quasten moderierte munter-flockige Talk-Show. Aus dem Nähkästchen sollte und wollte auch ursprünglich der wohl berühmteste Protagonist der Abteilung plaudern. Doch Jürgen „Hollywood“ Hingsen, der dreimalige Zehnkampf-Weltrekordler (seine zuletzt 1984 aufgestellten 8.832 Punkte sind immer noch deutscher Rekord) und Abonnementszweite hinter dem dunkelhäutigen Briten Daley Thompson, sagte tags zuvor ab. Die Gründe sind uns nicht bekannt. Das Rumrühren in alte Wunden hinsichtlich seines Thompson-Syndroms hätte er sich ja ausbedingen können. Den Fragen stellten sich die olympisch geweihten „SCB-Söhne“ Paul Angenvoorth (Marathonlauf 1972 in München) und Michael Schrader (Zehnkampf 2008 in Peking).
Die aktuell aktiven Mitglieder durften gestern Nachmittag im Rahmen einer Einweihungsfete das Objekt der Begierde schon einmal symbolisch in ihren Besitz nehmen. Was getrost wörtlich genommen werden darf. Denn an der Finanzierung des 1,4 Millionen Euro teuren Projekts sind sie mit einer monatlich über die Dauer von 20 Jahren zu leistenden Umlage von sieben Euro zum normalen Vereinsbeitrag maßgeblich beteiligt. Das von außen zweckmäßig-nüchtern anmutende neue Schmuckkästchen wurde innerhalb von acht Monaten an der Stelle erbaut, wo zuvor der 1987 errichteten Traglufthalle (sie hatte das Verfallsdatum längst überschritten) der Stöpsel gezogen wurde. Sie beinhaltet vier 50-m-Gerade mit einem 15 Meter langen Auslauf, Anlagen für Weit-, Drei-, Hoch- und Stabhochsprung, einen ambulanten Kugelstoßring für Stöße mit Hallenkugeln oder herkömmlicher Art in die Weitsprunggrube hinein, zwei Wurfkäfige für Abwürfe mit Diskus und Hammer, zwei Heberbühnen für Freihantelarbeit aller Coleur sowie mehrere moderne Multifunktionsgeräte für das allgemeine Kraft- und Fitnesstraining.
Neben dem Trainingsbetrieb für die eigenen Athleten mit Stabhochsprung- und Zehnkampf-Weltrekordler (M60) Wolfgang Ritte an der Spitze sowie denen des Landesleistungsstützpunktes Rhein-Ruhr-West werden ab dem Winter 2015/16 kleinere Wettkämpfe durchgeführt. Insbesondere in den Sprung-Disziplinen, da 50 Meter für den Flach- und Hürdensprint nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen. Eine 60-m-Gerade scheiterte an der Fällgenehmigung für einen im Weg stehenden uralten Baum. Womit wir jetzt, um jeglichen Missverständnissen vorzubeugen, nicht den eminent wichtigen Naturschutz verteufeln wollen.