Kugelstoßer David Storl meldete sich mit EJBL eindrucksvoll zurück

(Karlsruhe/Krefeld, 21. Februar 2015) Fastenzeit! Das gilt auch für den Livestream auf der Netzseite des DLV. Da hatten wir ein wenig vorschnell eine semi-professionelle Berichterstattung von den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe angepriesen. Es sollte sich als Sauerbier herausstellen. Da gab es ordentlich was auf die Augen und Ohren. Allerdings in weit überwiegend negativem Sinne. Eine wilde Kameraführung, ein schwachmatischer Reporter, eine vom Fernsehen übernommene Bildregie, bei parallel laufenden Wettbewerben ungeachtet der Wichtigkeit von Vorläufen und Entscheidungen die Rangfolge Lauf, vor Sprung und Wurf zu wählen – einfach nur grauselig. Prädikat: Dringend von abzuraten und die gewonnene Zeit sinnvoller zu nutzen!
Wenigstens boten die Kugelstoßer keine Schmalkost. Allen voran natürlich der Neu-Leipziger David Storl. Der 24-jährige Doppel-Weltmeister meldete sich nach einer Knie-Operation und langer Reha eindrucksvoll zurück. Dass der Schützling von Heim- und Bundestrainer Sven Lang Chef im Ring sein würde, daran gab es schon vorher keine Zweifel. Denn das Risiko einer Niederlage auf nationalem Parkett wäre er nie und nimmer eingegangen. Und so degradierte er „The Best of the Rest“ tatsächlich zu Statisten. Beginnend mit 20,29m erzielte „Storli“ in einer Art Steigerungslauf  im letzten Versuch mit 21,26 Meter sogar europäische Jahresbestleistung (EJBL). Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich über diesen Wunderknaben der internationalen Kugelstoß-Szene. Wie schon erwähnt, ist der junge Mann noch keine 25…
Nur gut und dramaturgisch richtig gewählt, dass die durchweg schwergewichtigen Frauen vorlegen durften. Ihr erwartungsgemäß auf mäßigem Niveau stehender Wettbewerb wäre hinter der Storl-Gala zu noch größerer Bedeutungslosigkeit verkümmert. Immerhin schafften mit der „drehenden“ Überraschungssiegerin Lena Urbaniak von der LG Filstal mit einem Glücksstoß von 17,79m und Denise Hinrichs (17,76m) vom TV Wattenscheid zwei so gerade die nicht sehr üppige EM-Norm (17,70m). Schwamm drüber! Den Rest gibt die Ergebnisliste her.