Trikot-Frage: BMI sieht keine Veranlassung in die "kulturelle Selbstverleugnung" durch den DLV einzugreifen

(Berlin/Bonn/Krefeld, 04. Februar 2015) Wurf-Allrounder und unser gelegentlicher Gastautor Torsten Lange (im Bild) aus Bonn bat in einer E-Mail vom 08. Januar 2015 das Bundesministerium des Innern (BMI) in Berlin um Stellungnahme zu der „kulturellen Selbstverleugnung“ des DLV, die Bekleidung seiner Nationalmannschaften mit dem Schriftzug GERMANY zu versehen. Seit gestern liegt die Antwort des BMI vor, die wir in gekürzter Fassung wiedergeben.
Sehr geehrter Herr Lange,
zu Ihrer Frage der Gestaltung der Nationaltrikots des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) mit der Aufschrift "GERMANY" habe ich sowohl den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als auch das im Bundesministerium des Innern für Fragen der gesamtstaatlichen Repräsentation und Staatssymbolik zuständige Referat um Stellungnahme gebeten. Insofern bitte ich um Verständnis, wenn ich Ihnen erst heute antworte.
Der DLV begründet seine Entscheidung für die von Ihnen kritisierte Trikotgestaltung mit dem Schriftzug "GERMANY" wie folgt: Der... (Diese Punkte sind aus dem Rechtfertigungsepos des DLV auf seiner Netzseite hinlänglich bekannt und werden hier aus Platzgründen nicht wiedergegeben, die Redaktion).
Diese Entscheidung wird vom DOSB inhaltlich geteilt und unterstützt. Auch aus der Sicht des Rechtes der Staatssymbole bestehen keine Bedenken dagegen, die Bezeichnung "GERMANY" auf der offiziellen Sportbekleidung zu verwenden. Grundlage für die Gestaltung der offiziellen Sportbekleidung deutscher Nationalmannschaften ist die "Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über die Verwendung der Bundessymbole im Sport" vom 13.September 2006. Darin ist keine Regelung über die Schreibweise der nationalen Bezeichnung auf der offiziellen Sportbekleidung deutscher Nationalmannschaften bei gleichzeitiger Verwendung des Bundesadlers enthalten.
Ich sehe daher keine Veranlassung, seitens des Bundesministeriums des Innern in die diesbezügliche Entscheidung des autonomen Sports einzugreifen.
Mit freundlichen Grüßen“

Trikotzwang kann nicht auf die Ü 35 angewendet werden


Da staunt der mündige Bürger, der sich mit seinem Geburts-, Vater- und Heimatland, das da Deutschland heißt, identifiziert. Gleichwohl vertreten nicht allein wir weiterhin beharrlich und unverdrossen die Auffassung, dass die bei Europa- und Weltmeisterschaften startende Ü-35-Generation nicht unter diesen Trikotzwang mit GERMANY fallen kann. Denn die Athleten werden nicht offiziell von „ihrem“ Dachverband, dem DLV, nominiert und entsandt, sondern sie entsenden sich als Einzelpersonen mit allem was dazu gehört selber. Der DLV überprüft einzig und allein ihr Startrecht, das er sich mit 10 Euro (demnächst 15€) fürstlich honorieren lässt. Dass von Verbandsgnaden aufgeblasene Begleittrosse auf die Sport- und Touristikreise geschickt werden, macht keine offizielle Nationalmannschaft aus der Ansammlung von X Individualisten. Der in einem Akt der Selbstbeweihräucherung veröffentlichte, völlig überflüssige Medaillenspiegel schon gar nicht.