Trikot: Eine Replik auf den mangelhaften Erklärungsversuch des DLV

(Darmstadt/Bonn/Krefeld, 16. Januar 2015) Mit Veröffentlichung vom 13. Januar 2015 hat der DLV auf seiner Netzseite nunmehr seine Begründung für das GERMANY auf den Trikots seiner international agierenden Senioren-Athleten nachgeschoben. Offenbar war der Legitimationsdruck doch zu groß, als dass man die Sache einfach so durchwinken konnte.

Gehen wir mal die Punkte im Einzelnen durch:

Die gesamte internationale Kommunikation in der Leichtathletik erfolgt in Englisch

Auch in der Politik und Wirtschaft ist bei Tagungen und Konferenzen die Bezeichnung „Germany“ international üblich

Es ist eine Binsenweisheit, dass Englisch die Weltsprache Nr. 1 ist und Repräsentanten von Staaten, Verbänden und anderen Organisationen in dieser Sprache miteinander kommunizieren. Eine Dokumentation der eigenen Nation auf dem Trikot als Zeichen der inneren und äußeren Identifikation ist jedoch keine Kommunikation. Insofern zielt dieses von der Sache abgehobene Argument am Kern vorbei.

Das internationale Kürzel für Deutschland ist GER

Kommt auf die Perspektive an: Zeigen wir am Flugschalter und wo auch immer im Ausland  u n s e r e Pässe oder Personalausweise, so steht dort BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND und niemand stört sich daran.

In der Leichtathletik setzt sich zunehmend die englische Länderbezeichnung durch

Das ist nach aller Erfahrung bei Internationalen Wettkämpfen von Senioren eine kühne Behauptung, die von Verbänden und Sportlern anderer Nationen und anderer Sportarten in Deutschland nicht geteilt wird und wohl eher einem sich als modern und weltoffen gerierenden Wunschdenken einiger DLV-Funktionäre geschuldet ist.

"Made in Germany“ ist ein internationales Markenzeichen mit entsprechendem internationalen Wiedererkennungswert

Hat zum einen nicht mehr den Ruf von einst und gilt sicherlich nicht mehr für die deutsche Leichtathletik.  Außerdem haben bei der Globalisierung und der damit verbundenen Einwanderung längst nicht mehr alle Athletinnen und Athleten ihren Ursprung und ihre Wurzeln hier zu Lande. Der Beispiele gäbe es auch in der Leichtathletik reichlich. Bei denen trifft das ehemalige Qualitätssiegel "Made in Germany" wahrlich nicht zu. Kleiner Nachhilfericht nach Darmstadt mit der dazu gehörigen Übersetzung: "Hergestellt in Deutschland".

Nicht in allen Ländern ist der Begriff „Deutschland“ bekannt.

Wieder eine gewagte und mit einem Anflug von Arroganz angereicherte Behauptung. Wenn dem so wäre, müssten der DFB, der DHB, die Skispringer und viele andere Sportverbände ganz schnell reagieren. Aber manche im DLV wissen es eben besser

Die Länge des Schriftzuges „Deutschland“ auf den Wettkampftrikots, insbesondere in den kleinen Größen, führt zu relativ kleinen Buchstaben und erschwert die Lesbarkeit

Irgendwie peinlich und somit als Argument völlig zu vernachlässigen!


Fazit: 1. Niemand von Seiten internationaler Leichtathletikverbände verlangt vom DLV und seinen Athleten die Verleugnung der eigenen Nation. Es kann also nicht einmal von vorauseilendem Gehorsam die Rede sein.

2. Ein derart mangelhafter Erklärungsversuch zeigt fehlendes Problembewusstsein, Athletenferne und sorglosen Umgang mit unserer Identität, für die auch Sportler einstehen

3. Ein Pauschalurteil gegenüber dem DLV ist fehl am Platze, denn viele seiner Vertreter sehen das alles genauso kritisch.