DLV und DFB eint bei jeweiliger WM jämmerlich versagt zu haben

Kolumne am Mittwoch

Einen Augenblick mal bitte

(Darmstadt/Frankfurt/Krefeld, 28. Dezember 2022)
Was haben DLV und DFB des Jahres 2022 gemeinsam? Beide haben bei der jeweiligen WM jämmerlich versagt, beide behalten krampfhaft ihre Führung (Ausnahme: der überfällige Stakeholder-Bierhoff), beide versuchen nun ihr Heil in einer Reform von Strukturen. Der Vorteil solcher Lösung ist, dass man weder Personal noch innere Einstellung (neudeutsch: Mentalität) der Protagonisten ändern muss. Es sind die Strukturen, die fällig sind! So wird wohl in der „Mannschaft" weiterhin ein Sané über den Platz schleichen, ein wohl unvermeidlicher Thomas Müller (ich hoffe, seine Fans verzeihen mir?!) auf demselben weiterhin seine Stolperkünste zeigen und sich ein zu milder Hansi Flick taktische Fehlgriffe leisten dürfen. Wieder werden auf Anweisung „von oben" wohl politisch-gutmenschliche „Zeichen" gesetzt werden, um die unterlegene Leistung mit überlegener (Schein-)Moral auszugleichen.

Haltlose Schutzbehauptungen statt gebotener Selbstkritik

Und die DLV-Versager? So kann Lady Lückenkemper (die mit dem ständig aufgerissenen Mund, dennoch Respekt vor ihrem EM-Sieg!) ungeniert behaupten, man könne nicht „zweimal in so kurzer Zeit peaken" (Spitzenwerte abliefern). Sie meint damit die drei (!) Wochen zwischen der WM (Totalblamage) und EM (Glanz und Gloria). Einem Zehnkämpfer wie Kaul sei dieses Argument zugestanden, aber den Kurzzeitarbeitenden? Malaika Mihambo konnte! Ein Armin Hary hat am 21.Juni 1960 gleich zweimal mit derselben Weltrekordzeit von glatt 10 Sekunden „gepeakt". Und viele heutige Weltklasseathleten „peaken" auch nach Großereignissen, zusätzlich motiviert durch hohe Prämien innerhalb der Diamond League. Man kann! Und wer eine Kontinentalmeisterschaft (Europa) gegenüber einem Globalereignis, in dem die Weltbesten antreten, priorisiert, der erweist sich als feige, so groß er/sie auch in den regionalen Medien hochgejazzt werden.

Hoffnung ist bei diesen Führungskräften des Verbandes nicht in Sicht

Dürfen wir hoffen? Kaum! Der DLV-CEO (früher hieß das Vorstandsvorsitzender) Cheick-Idriss Gonschinska spricht von einem „Change-Prozess" (er kann nicht anders!), in dem neue Funktionen und Rollen gelernt werden müssen. Und die Chefbundestrainerin Annett Stein soll „administrativ entlastet" werden, was nichts anderes ist als das Eingeständnis, dass sie ihrer Aufgabe bislang nicht gerecht werden konnte.
Fazit: Beim DLV viel für die Öffentlichkeit intransparentes Strukturgerede von festgetackertem Versagerpersonal, vorhersehbar ausbleibender Mentalitätswandel bei den Athleten, aber hervorragendes mediales Kaschierungspotential durch die gewohnte Darmstädter Verschmelzung von Euphemismen mit Anglizismen!
Wer behauptet, im DLV stinke der Fisch vom Kopf her, springt zu kurz! Der Geruch des Versagens haftet auch manchen Spitzenathleten an und lässt sich auf Dauer nicht durch Wegducken, Schönreden und Ablenkungsmanöver wegparfümieren.