Ein knackig kalter vierter Advent konterkariert die Engergiesparbremse

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld und die Nation, 4. Advent, 18. Dezember 2022)
Kinder, wie die Zeit vergeht. Sieh rast dahin, gerade in der hektischen, betriebsamen Vorweihnachtszeit und gefühlt noch schneller bei älteren Semestern. Obwohl Tag und Nacht unverändert 24 Stunden haben. Kaum hatten wir den ersten Advent, ist der Abzählreim ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei und so weiter heute schon wieder vorbei. Dieser 4.Adventssonntag hat es freilich in oder richtiger außer sich, ist denkbar ungeeignet auf die unerlässliche Energiesparbremse zu treten. Selbst am ansonsten  im Winter vergleichsweise zu anderen Landstrichen eher milden Niederrhein hat es explizit in der einstigen Samt- und Seidenstadt knackige fünf Grad unter dem Gefrierpunkt. Nichts für bekennende Weicheier und Warmduscher. Eher etwas für mollig eingemummelte Stubenhocker im gemütlichen Sessel vor dem Pantoffelkino sitzend.

Breitgefächertes Sportangebot im Pantoffelkino

Das Angebot ist neben dem was auf den verschiedenen Kanälen sonst noch über die Bildschirme flimmert insbesondere für breit aufgestellte Sportenthusiasten vielfältig. Bereits ab 09:30 Uhr in der ARD-Sportschau fünfeinhalb Stunden Wintersport satt, darunter den Quotenrennern Skispringen und Biathlon. Das geht nahtlos über in die Vorberichterstattung für das Endspiel der skandalumwitterten Fußball-Weltmeisterschaften im Wüstenstaat Katar zwischen Titelverteidiger Frankreich und Argentinien. Einer von beiden wird sich zwangsläufig zum dritten Mal die Krone aufsetzen hinter Rekord-Weltmeister Brasilien (5) und Deutschland (4). Ja, „wir“ waren nicht nur auch mal Papst, sondern eine Fußball-Weltmacht. Das ist freilich schon etwas länger her. Bei aller nominell vorhandenen Klasse an Individualisten und Millionaros in kurzen Hosen getreu dem Motto „Hochmut kommt vor dem Fall“. Vermeintliche „Fußball-Zwerge“, deren Nationen weniger Einwohner haben als der Deutsche Fußball-Bund Mitglieder (rund sieben Millionen), machen unseren Elite-Kickern in so mancherlei Beziehung mittlerweile etwas vor.

Wer wird Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres?

Doch genug vom Spiel, bei dem zwanzig Mann, beobachtet von zwei Torhütern, hinter einem Ball herlaufen. Im Sprachgebrauch „hirntoter“ Sportreporter auch oftmals Kugel genannt. Einen haben wir allerdings noch bei unserer Fernsehvorschau: Die Übertragung heute Abend ab 22.15 bis 23.45 Uhr im ZDF von der Proklamation zu Deutschlands Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2022 vor 700 geladenen illustren Gästen mit VIP-Status im Festsaal des Kurhauses von Baden-Baden. Auch bei der 76. Auflage gelang es, dass vorab kein Ergebnis durchsickerte. Was den Spaß an der Freud‘ auch gehörig verderben und den Spannungsbogen reißen lassen würde. Meinerseits ist mir auf dem digitalen Stimmzettel (siehe Link) die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen regelrecht durchgerutscht, die eine formidable EM spielte und erst im Finale Gastgeber England im ausverkauften Wembley-Stadion und 17,9 Millionen deutschen Fernsehzuschauern (von solchen Zahlen kann die Leichtathletik nicht mal träumen) mit einer verletzt zuschauenden Kapitänin und Torschützenkönigin Alexandra Popp höchst unglücklich mit 1:2  nach Verlängerung unterlag. Vielleicht gibt’s heute ja doch noch einen Titel?
In diesem Sinne einen zauberhaft-geruhsamen vierten Advent und eine möglichst stressfreie vorweihnachtliche 51.Kalenderwoche beim Endspurt anno 2022!