Reick und Hafermann sollen Abspaltung vom DLV betreiben wollen

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Kolumne

Moment mal

(Achim/Ohrdruf/Darmstadt/Krefeld, 10. September 2022)
 Kaum zu glauben, aber wahr!? Versehen wir es vorsichtshalber noch mit einem Frage- hinter dem Ausrufezeichen. Es hat seit langer Zeit, ohne dass wir uns als Erfinder rühmen wollen, immer wieder mal Bestrebungen gegeben, dass sich nach britischem Vorbild die Senioren-Fraktion vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) lossagen will (siehe auch Kolumne aus dem Vorjahr). Allein der Wunsch blieb stets der Vater des Gedankens. Nun scheint jedoch Bewegung durch ehemalige hohe Würden- und Bürdenträger des DLV in die Angelegenheit zu kommen, die bei aller scheinbaren Gegensätzlichkeit in der Außenwahrnehmung freundschaftlich miteinander verbandelt sein sollen: Der kreuzbrave, als linientreuer Abnicker gegoltene einstige DLV-Vizepräsident Matthias Reick (im Bild) aus Achim bei Bremen und der wegen vermeintlicher Unregelmäßigkeiten bei der Dachorganisation auf dem Index stehende frühere BAS-Vorsitzende Ralf Hafermann aus Ohrdruf, dem aus Rachegelüsten die Rolle des „Revoluzzers“ schon eher zuzutrauen wäre. Diesem „Duo Infernal“ wird also nachgesagt, die mit fast 50 Prozent mitgliederstärkste Gruppe innerhalb des trägen Molochs mit Geschäftssitz in Darmstadt auf eigene Füße stellen zu wollen. So pfeifen es jedenfalls in Thüringen die Spatzen von den Dächern und fiepen es die Maulwürfe aus ihren Hügeln.
Schön wär’s. Allerdings: „Nur“ weil das zwei Ex-Ehrenamtsinhaber tun, wird diese Sisyphusaufgabe nicht leichter. Zwar müssen keine Felsbrocken den Berg raufgerollt werden. Doch es ist von Kreisebene aufwärts ein elendig langer Gang durch die Instanzen, bei dem stets auch Mehrheiten benötigt werden. Aber warten wir ab, bis Reick und Hafermann aus der Deckung kommen. Vielleicht haben sie ja den Stein der Weisen entdeckt und kennen eine Abkürzung?