Ganz normalen Gender-Wahnsinn einfach mal auf den Kopf gestellt

Kolumne

Moment mal

(Zülpich/Krefeld, 14. Juli 2022)
Heutzutage dürfen sich die ewigen Talente für die nächsthöhere Altersklasse freuen und lauthals Hosianna rufen, dass für sie überhaupt noch Veranstaltungen im Portfolio sind. So am Dienstagabend beim TuS Chlodwig Zülpich mit einem Läufer- und integriertem Werfertag ab M/W50 mit Kugel, Diskus und Speer. Insoweit die gute Nachricht. Aber irgendwie gibt es bei diesem Klub stets irgendwelche organisatorischen Unzulänglichkeiten. Und sei es in der Vergangenheit mehrmals mit aberwitzigen Verzögerungen des zur puren Makulatur verkommenden Zeitplanes, dass schon Startwillige unverrichteter Dinge wutentbrannt die nicht immer kurze Heimreise angetreten haben. Das ist verbrieft.

Ungleichbehandlung von Männlein und Weiblein bei Anzahl der Versuche

Diesmal war es der ganz normale Gender-Wahnsinn mit einer neuen Stillblüte und einer klaren Bevorteilung des angeblich gemeinhin untergebutterten „schwachen“ Geschlechts. Nicht nur sprachlicher Natur. Die fortgeschrittenen Mädels durften in allen drei Disziplinen sechs Versuche absolvieren, die älteren Jungs derweil nur vier (siehe Ergebnisliste). Das mag den größeren Teilnehmerzahlen in gemeinsamen Wettbewerben geschuldet gewesen sein. Eine Entschuldigung ist das indes nicht, bleibt gleichwohl eine eigentlich nicht hinnehmbare Ungleichbehandlung  für dasselbe Startgeld weniger Gegenleistung erhalten zu haben. Sicherlich wurde ein Drittel davon nicht beim Verlassen der Sportanlage zurückgezahlt.

Manch einer womöglich um eine bessere Leistung geprellt
 
Viel ärgerlicher ist es jedoch bei guter Tagesverfassung mit zwei Versuchen weniger möglicherweise um eine Saisonbestleistung oder gar mehr geprellt worden zu sein. Sehr gut vorstellbar bei meinem Sportfreund Ralf Unger (*1947) vom TuS Kerpen-Buir, der sich mit 11,87m lediglich sieben Zentimeter darunter befand. Bei guten Trainingsleistungen jenseits der zwölf Meter hatte der 75-jährige Drehstoßer, denen immer mal ein Ausreißer nach oben gelingen kann, mit einer Verbesserung des 35 (!) Jahre alten Nordrhein-Rekords der M75 von 12,26m geliebäugelt. Der hat längst seinen Inhaber Hans Frochte (*1911) von Eintracht Duisburg überlebt. So es ein schwacher Trost ist: Den Stadionrekord von Günter Ortmanns (ATG Aachen) aus 2013 hat der DLV-Bestenlisten-Erste gleich mal um 1,27m verbessert. Ob dafür eine Prämie ausgelobt wurde, wie der Leichlinger TV es praktiziert, ist (noch) nicht überliefert.