Eine zunehmende Altersdiskriminierung durch den DLV festzustellen

Kommentar

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Zella-Mehlis/Krefeld, 12. Juli 2022)
Ganz großes Kompliment und tiefe Verbeugung zunächst an Gerhard Adams und nunmehr dem ihm beitretenden Hans Wilhelm Porschen bar jeden Eigeninteresses für ihren Versuch per Spende an den „armen“ Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) die Senioren-DM 2022 im Wurf-Fünfkampf in Zella-Mehlis zu retten. Ein toller Beitrag der Hilfe zu Selbsthilfe. Schlichtweg einzigartig und grandios! Viele behaupten nicht erst deswegen immer wieder und in zunehmend breiterer Front: Der DLV hat kein Herz für die Mehrheit seiner Mitglieder, den Seniorinnen und Senioren.

Dachverband betreibt eine Politik des Rückschritts

Ist dies Fakt? Bisher konnte noch niemand in unserem sportlich-aktiven Umfeld ein Argument finden, das gegen diese These spricht! Es ist hier müßig, eine ellenlange Liste der Fehler und Verweigerungen des DLV aufzustellen, die diese Einschätzung belegt. Denn alle, die täglich mit den Folgen dieser „Politik des Rückschritts“ kämpfen müssen, wissen, was gemeint ist.

Ü30-Generation hat keine Lobby, wird als Auslaufmodell behandelt

Nun ist es leider so, dass die Lobby für die Ü30-Generation verschwindend klein bis überhaupt nicht vorhanden ist. Unter der Hand wird von „Auslaufmodellen“ gesprochen, für die es nicht lohnt, sich zu engagieren. Schon lange macht sich in Seniorenkreisen das Gefühl der Altersdiskriminierung durch den DLV breit. Die wenigen, die nachdrücklich und dauerhaft Verbesserungen erbitten, werden in „eine bestimmte Ecke gestellt“ und quasi als Querulanten abgestempelt. Konstruktive Vorschläge als eine große Chance zur Besserung werden vom DLV mit selbstherrlicher Arroganz ignoriert.

Angebot an Veranstaltungen nimmt stetig ab

Die Fülle der Fehler des DLV und damit fast zwangsweise etlicher Landesverbände führt zum Beispiel in der Pfalz dazu, dass kaum noch Leichtathletik-Wettkämpfe und noch weitaus geringer für Senioren*innen angeboten werden. Komplizierte Verfahrensabläufe und maßlose Genehmigungsgebühren (des DLV) beendeten eine bis noch vor wenigen Jahren blühende Veranstaltungskultur. Nur noch wenige Großvereine wären heute noch in der Lage – so sie überhaupt wollten – diese entstandene Lücke zu verkleinern. Schließen könnten aber auch sie dieses Vakuum nicht!

Bekanntlich stinkt der Fisch zuerst vom Kopf

Wenn man nun enttäuscht, richtiger: entrüstet beobachtet, dass der DLV wegen 2.000 Euro für die Anmietung eines Stadions eine etablierte nationale Meisterschaft im Wurf-Fünfkampf ausfallen lässt, stellen sich folgende Fragen:
- Muss der DLV die Mitgliedsbeiträge seiner stärksten Fraktion fremdbestimmt für andere Dinge ausgeben?
- Hat der DLV noch nicht bemerkt, dass immer mehr Kommunen für die Nutzung von öffentlichen Sportanlagen  Gebühren kassieren (müssen)?
- Bekommt der DLV schlichtweg den Hals nicht voll, spart Gelder bei denen ein, die sich dagegen nicht wehren können?
- Ist die personelle Überversorgung mit riesgien Begleittrossen bei Welt- und Europameisterschaften aller Klassen ein Indiz dafür, dass der DLV doch ein Herz für die Talente von gestern und vorgestern hat?
- Oder doch eher für die Dienstreisen mit bezahltem Urlaub der vielen, oftmals unnötigen Funktionäre?
- Ist die Führungsetage des DLV einfach überfordert und setzt daher die falschen Schwerpunkte?
- Was macht eigentlich bei all dem der nach der Strukturreform installierte Aufsichtsrat? Die Antwort gleich mitgeliefert: Ein „Papiertiger“ – mehr nicht! Augen zu und durch.
Die Quintessenz: Nicht wenige sprechen mittlerweile davon, dass auch beim DLV „der Fisch zuerst vom Kopf her stinkt“!

Resignation: Insbesondere ältere Semestern fühlen sich im Stich gelassen

Tatsächlich haben viele Senioren schon längst resigniert oder sich inzwischen mit diesem System der Missachtung arrangiert – und sind mundtot. Im schlimmsten Falle wettern einige der „Angepassten“ sogar noch gegen diejenigen, die versuchen, hier noch etwas bewerkstelligen zu wollen.
Insbesondere die älteren Semester, die meist auf sich alleine gestellt sind, kommen dabei nach und nach „unbemerkt unter die Räder“. Sie haben keine Unterstützer, sie haben keine Fürsprecher, die Verbände lassen sie schlichtweg im Stich, sind für sie allenfalls willfähriges „Zahlvieh“!

Ohne Senioren in vielen Ehrenämtern könnte die Leichtathletik einpacken

Ein eminent wichtiger Aspekt ist immer noch nicht in das Bewusstsein des DLV vorgedrungen: Ohne die Senioren und Seniorinnen in ihren Eigenschaften als Trainer, Kampfrichter, Vereinsvorsitzende, Abteilungsleiter, Funktionsträger sowie „Mädchen für alles“ könnte die deutsche Leichtathletik getrost einpacken, wäre nicht überlebensfähig.

DLV hat sich meilenweit von der Basis entfernt

Der nationale Dachverband hat sich schlechterdings meilenweit von der Basis entfernt, kennt die mannigfaltigen Probleme vor Ort nicht, agiert und regiert fernab jeglichen Realitätssinnes von oben herab. Ein Arbeitskreis mit beratungsfähigen Vertretern des DLV und engagierten Amtsinhabern der Klubs ist dringend angezeigt. Es würde an dieser Stelle zu weit führen und den Rahmen sprengen einen Maßnahmen-Katalog zu benennen, was alles unabdingbar und schnellstens einer Neuorientierung bedarf.


Zur Person des Autors:
Gerhard Zachrau (*26.12.1949; im Bild) aus der Mutter aller Städte ist Polizeihauptkommissar im Ruhestand, Mitgründer des RKS Phoenix Mutterstadt, Spiritus Rector der interessanten Netzseite des Klubs, selber erfolgreicher Werfer mit mehreren nationalen Titeln bei den Senioren, durch verschiedene Altersklassen unzählige „Viertausender“ im Wurf-Fünfkampf, machte sich auch einen Namen als Chef-Organisator unendlich vieler Wurf-Veranstaltungen in der Leichtathletik, im Rasenkraftsport und bei LSW-Wettbewerben, starteten auf Vermittlung von Spitzen-Trainer Khalid Alqawati aus Mannheim zum Nulltarif (!) bei seinen Meetings Weltklasse-Athleten wie Diskuswerfer Ehsan Hadadi (Iran), Diskuswerferin Summer Pierson, die Kugelstoßer Reese Hoffa (beide USA) und Tomas Walsh (Neuseeland), um nur einige zu nennen. Vergangenheit, bei den galoppierenden, vom DLV erhobenen Genehmigungsgebühren, wenn als Zugpferd auch nur ein Ausländer in den Ring geht. Aus den Einnahmen schlichtweg nicht finanzierbar. As