Alles neu macht der Mai: Erhebliche Zweifel sind geboten

Kolumne

Das Wort zum Mai-Feiertag

(Krefeld und die Republik, 01. Mai 2022) 
Wählen wir dem kalendarischen Ereignis angemessen zum Einstieg den Kalauer einer nicht verbrieften alten ostwestfälischen Bauernweisheit „Ist der April vorbei, haben wir Mai.“ Stimmt, reimt und dichtet. Genau wie „Alles neu macht der Mai.“ Da hat er allerdings in rundum besch…eidenen Zeiten wie diesen verdammt viel zu tun. Was jedoch wie immer ist, dass es sich beim sogenannten „Tag der Arbeit“ um einen bundesweiten gesetzlichen Feiertag handelt. Diesmal für die werktätige Bevölkerung ohne besondere Dienste kontraproduktiv, da er auf einen Sonntag fällt. Nun wollen wir nicht alle Sitten und Gebräuche zum ersten Tag des vermeintlichen Wonnemonats Mai aufführen. Das würde zu lang geraten und wäre vermutlich auch nicht sonderlich spannend.

Ein  tiefer Griff in die Nostalgiekiste

Greifen wir schlicht in die Nostalgiekiste mit dem verklärten Blick, dass früher ja sowieso alles besser war. Auf die Leichtathletik bezogen mag das sogar überwiegend stimmen. Denn anno dazumal war es auch ein hoher Festtag dieser insbesondere bei der Ü30-Generation mittlerweile gezwungenermaßen vor sich hin darbenden Sportart. Das war quasi über die bereits früher beginnenden Werfertage hinaus der inoffizielle Auftakt der Freiluftsaison. Auf Nordrhein-Ebene zum Beispiel traditionell mit dem Landesfinale um die Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft (DAMM). Immerhin gibt es das zum NRW-Finale erhoben noch respektive wieder: Konkret am 15.Mai in Kreuztal (wir berichteten).

LAMPIS-Werfermeeting als Alkoholverdunstungskur vom „Tanz in den Mai“

Aber noch ein Fundstück aus dem erwähnten Raritätenkabinett einer vergangenen Epoche. Dies sogar mit einem eigenen Bezug. Die lokale Sportredaktion der Rheinische Post in Erkelenz titelte am 30.April 2011: „Werfermeeting am 01.Mai“. Und im Vorspann hieß es weiter: „Eine ganz besondere Art der Alkoholverdunstungskur vom Tanz in den Mai bietet Chef-Organisator Peter Holthuijsen beim 2.Internatioalen Lampis-Meeting am Mai-Feiertag ab 13 Uhr im Willy-Stein-Stadion an der Westpromenade in Erkelenz.“ (siehe Link).

DLV setzte mit aberwitzigen Gebühren den Grabstein

Die fünfte Auflage an Christi Himmelfahrt 2014 (13.Mai) in Krefeld-Uerdingen sollte sich im Nachhinein als Himmelfahrtskommando herausstellen, bat der DLV später unter Ausschöpfung aller Winkelzüge mit 150 Euro zusätzlich zur Kasse. Der Grabstein für solch eine kleine, aber feine, sehr gut mit Ehrenpreisen und dekorativen, wertvollen „Pokalen“ aus Acrylglas (die gewannen seinerzeit Gabriele Weiler und Klaus Kynast; siehe Beitrag mit Foto und Bericht) ausstaffierte Veranstaltung mit überschaubaren Einnahmen von damals angetretenen 30 Mädels und Jungs. Geschichte eben.
In diesem Sinne einen schönen Mai-Feiertag bei was und mit wem auch immer sowie eine abwechselungsreiche 18.Kalenderwoche! Da wir schon mit einem Kalauer begonnen haben, schließen wir als Internet-Portal für erwachsene, ausgewachsene Menschen beiderlei Geschlechts auch mit einem solchen: Der Bauer macht ein Bäuerlein, es muss nicht mit der Bäuerin sein. Wisster Bescheid.