Stadtmuseum München nicht an Relikt der Geschichte interessiert

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(München/Dannenberg/Köln/Krefeld, 21. April 2022) Eine Weiterleitung mit langer Leitung. Erst gestern erhielt Wolfgang Knüll aus Dannenberg eine Antwort vom Stadtmuseum München auf seine E-Mail von vor rund einem Monat. Der ehemalige Kugelstoßer, Mediziner und langjährige Freund des verstorbenen Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939, 29.03.2021) hatte passend zum 50-jährigen Jubiläum der XX. Olympischen Sommerspiele von 1972 in München der bayerischen Landeshauptstadt die in seinen Besitz gelangte riesige, sechs Meter lange Originalfahne des Olympischen Dorfes stiften wollen (wir berichteten). Die Reaktion erstaunte ihn und vermutlich alle mit ihm, die es sogleich erfahren werden (sinngemäß gekürzt): „Nach der Absprache mit Projektkoordinator:innen teile ich Ihnen mit, dass wir so ein großes Stück in unsere Ausstellung nicht integrieren können. Gerne würden wir sie jedoch in unser Erzähl-Café einladen, um Ihre interessante Geschichte zu dieser Fahne zu hören.“

Bajuwarisch formuliert: Do legst di nieda

Formulieren wir es bajuwarisch: Do legst di nieda! Da wird die Chance vertan, dass ein außergewöhnliches Relikt der Historie an den Ort der Handlung zurückkehrt. Dass sie deswegen die Deckenhöhe nicht auf sechs Meter ausbauen können, ist klar. Aber es hätte sicherlich zig andere Möglichkeiten durch einen sein Handwerk verstehenden Dekorateur (darf auch weiblich sein) gegeben, diese einzigartige Preziose einem geschichtlich interessierten Publikum dauerhaft zu präsentieren.
An eine allenfalls fünfminütige Erzählung für einen kleinen, einmaligen Personenkreis ist wiederum Wolfgang nicht interessiert, ist ihm der immense Aufwand verständlicherweise schlichtweg zu groß. Allerdings lässt er nicht locker, dass dieses Prachtstück der deutschen Sportgeschichte doch noch einen angemessenen Platz erhält, bietet es nunmehr dem am Vater Rhein gelegenen Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln (siehe Link) an.
Schaun mer mal, dann sehn mer scho, zitieren wir noch den einstigen
Fußball-Kaiser" Franz Beckenbauer. So er es wüsste, würde er vermutlich auch verächtlich die Nase rümpfen.