Belgischer Regionsverband will bei EU-Ausländern zusätzlich abkassieren

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Kolumne

Moment mal

(Bree/Brüssel/Krefeld, 13. April 2022)
Überraschung! Nicht nur bei mir. Bei meiner Anmeldung über das Internet-Meldeportal atletiek.nu für das Open Meeting an Karsamstag in Bree/Belgien wurde ich beim vorher zu leistenden Bezahlvorgang aufgefordert entgegen der Ausschreibung mit 3 Euro pro Disziplin statt sechs derer 16 Euro zu überweisen. Was lief da schief, hatte ich etwas falsch gemacht, obwohl ich kein Frischling mit diesem Verfahren aufgrund zahlreicher Starts in Belgien und den Niederlanden bin (allein vier im Vorjahr)? Da ging das Prozedere immer reibungslos  über die Regularienbühne. Nun war guter Rat buchstäblich zehn Euro teuer. Weder der von mir angemailte Support des Dienstleisters, noch der veranstaltende AC Bree hatten dafür eine Erklärung.

Erste Wink kam vom LAMPIS-Gründervater
 
Der erste Wink kam von meinem in Erkelenz beheimateten niederländischen Sportfreund und LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen. „Piet“ hatte irgendwo aufgeschnappt, dass der zuständige belgische Regionsverband Vlaamse Atletiek Liga (VAL) mit Sitz in Brüssel neuerdings bei ausländischen Teilnehmern*innen eine zusätzliche Gebühr von fünf Euro pro Start erhebt. Ein absolutes „No go“, wie mir auf telefonische Nachfrage der frühere 72,76-m-Speerwerfer und Oberstaatsanwalt a.D. Jürgen Kapplinghaus aus Neuss bestätigte. „Eine solche Maßnahme verstößt gegen EU-Recht und das Diskriminierungsverbot“, attestierte mir Jürgen mein laienhaftes, aber mittlerweile durch das Verfahren gegen den DLV zum Ausländerstartrecht geschultes Rechtsverständnis.

VAL-Sekretärin Nicole Poels schaltete nonchalant auf Durchzug

Also machte ich VAL-Sekretärin Nicole Poels, die ich vor Jahren bei meinem Start bei den BK Indoor Masters in Gent persönlich kennengelernt habe, auf diesen Missstand in einem elektronischen Brief in CC an atletiek.nu und den AC Bree aufmerksam. Allerdings ging sie nonchalant über die von mir beanstandete Rechtsbeugung hinweg, erklärte lediglich, dass das hausinterne Reglement diesbezüglich entsprechend, jedoch nicht verpflichtend für die Veranstalter sei und auf Antrag der Betrag zurückgezahlt werde.
Da beherzigt ihr Arbeitgeber wohl die Binsenweisheit „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Das werde ich sicherlich auch für zehn Euro nicht tun, sie jedoch aus prinzipiellen Erwägungen auch garantiert nicht bezahlen. Dem Klub habe ich vielmehr signalisiert, dass ich Samstag vor Ort die sechs Euro in bar entrichten werde. Andernfalls würde ich nicht zum Wettkampf anreisen. Die Antwort darauf steht noch aus.