Sportsch(l)au: Erfolgreich mit und durch Musik beim Sport?

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(Köln/Krefeld, 12. April 2022) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben.  As

Auch hier gilt: Die Dosis macht den Nutzen oder das Gift aus!

Es gibt sie in allen erdenklichen Größen und Farben, gehören fast so zum Sportler wie Sportschuhe: Kopfhörer. Doch warum schwören so viele Athleteninnen wie Athleten vor ihren Wettkämpfen und je nach Disziplin auch zwischendurch auf Musik? Das ist relativ einfach zu beantworten: Um sich je nach gewünschter Anforderung aufzuputschen oder zu entspannen. Dazu ist allerdings die richtige Auswahl der Musik gefragt. Ansonsten kann es auch ganz gehörig schiefgehen. Entweder mit einer Überreaktion oder man(n)/frau kommt schlicht zu tief herunter, sodass die Belastungsfähigkeit abgesenkt wird.
Natürlich kommt es auch während des Sports, so das möglich ist, stets auf die richtige Musik an. Wichtig ist, dass Sound und Bewegung übereinstimmen. So dürfen es beim Muskeltraining gerne ein paar „beats“ mehr sein. Es ist erwiesen, dass Ausdauerleistungen bei sachgerechter musikalischer Untermalung bis zu 15 Prozent gesteigert werden können. Inzwischen wird ein hoch sensibles und noch entsprechend teures Gerät angeboten, das sich musikalisch der jeweiligen Herzfrequenz anpasst. Allerdings ist von einer dauerhaften Beschallung dringend abzuraten. Oberstes Gebot ist unverändert, eigene Reaktionen verspüren zu können, auf sich selber zu hören, also die Signale des Körpers wahrzunehmen. Das würde mit Musik alles übertüncht.
Fazit: Mal Sport und Musikberieselung gleichzeitig ist durchaus zu empfehlen. Aber wie bei allen Dingen macht die Dosis den Nutzen oder das Gift aus. Da es eben sehr individuell und speziell ist, muss das freilich jede/r für sich selber herausfinden.
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