Noch ist nicht aller Tage Abend bei Vergabe der Ü35-Titelkämpfe 2022

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Erfurt/Darmstadt/Krefeld, 03. April 2022)
Nun gut respektive schlecht: Das wäre geklärt, dass die gebündelte Vergabe der verschiedenen Deutschen Senioren-Meisterschaften 2022 im Zuge unseres Aprilscherzes ein veritabler Heißluftballon gewesen ist. Selbstverständlich haben wir die darin zur Glaubhaftmachung genannten Personen (erst) am Erscheinungstag mit einer frühmorgendlichen E-Mail mit dem kurzen Wortlaut „Achtung: Aprilscherz!“ vorgewarnt, Wenngleich es sich um bloßes Wunschdenken handelte, ist noch nicht aller Tage Abend, was einen momentan drohenden Super-GAU (größter angenommener Unfall) eines Komplettausfalls aller Titelkämpfe bis auf das DAMM-Finale in Lage/Westfalen anbelangt.

Es zeichnen sich Hoffnungsschimmer ab

Beim regelmäßigen telefonischen Gedankenaustausch „mit meinem Sohn im Geiste“, dem von COVID-19 nach langen und bangen sechs Wochen endlich wieder genesenen DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf (*1970) aus Neustädt, ließ der vielseitige engagierte 51-jährige Macher durchblicken, dass da einiges am Ufer stehen würde. Natürlich wollte er sich nicht mit der voreiligen Bekanntgabe von Details in seiner weiteren Eigenschaft als bestens informierter Kommissionsvorsitzender Breitensport im Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) mit Sitz in Erfurt den Mund verbrennen und vor allem keine „schlafenden Hunde“ wecken (da ist jetzt ausnahmsweise mal nicht der DLV mit gemeint). Also stochern wir ein wenig im Nebel und spekulieren nach gutem journalistischem Brauch mit durchaus denkbaren Schauplätzen aus dem „gelobten Bundesland“ munter drauflos.

Leinefelde-Worbis vom Drei-Jahres-Rhythmus wieder an der Reihe

Da käme unseres Erachtens für die Stadion-DM Leinefelde-Worbis in Frage, das vom 12. bis 14.Juli 2019 die bislang letzten Titelkämpfe dieser Art durchgeführt hat. Davor schon 2016, wären sie also nach dem Drei-Jahres-Rhythmus wieder an der Reihe. Die 20.000-Seelen-Gemeinde in West-Thüringen mit dem schmucken Stadion (im Bild) und Nebenanlagen des Sportparkes war schon während der allein bei den Senioren*innen coronären Verweigerungsphase des Dachverbandes in den beiden letzten Jahren als „Feuerwehr“ im Gespräch. Wie ernsthaft, ist uns freilich nicht bekannt.

Neuerlichen Affront kann sich der DLV nicht leisten

Das dürfte beim bereits in unserem Aprilscherz genannten TSV Zella-Mehlis konkreter der Falls sein. Die hatten sich im Vorjahr bereits um die Mehrkampf- und Wurf-Fünfkampf-DM (eines davon mit Langstaffeln) beworben, sind vom DLV wortlos vollkommen ignoriert worden. Den ungeheuerlichen Affront gegen den rührigen und mehrfach bei diesen Meisterschaften bewährten Klub sowie die startwillige Ü35-Generation könn(t)en sich die „Totengräber der Leichtathletik“ in Darmstadt bei einer etwaigen neuerlichen Bewerbung nicht noch einmal erlauben. Ein schlimmeres Szenario wollen wir erst gar nicht an die Wand der Geschäftsstelle auf der Alsfelder Straße malen.
Sollte sich der Nebel irgendwann lichten, kommen wir in unserem unermüdlichen Sendungsbewusstsein wieder aus der Deckung. Versprochen!

Vor-, Um- und Rücksicht sind jetzt mehr denn je gefragt

In diesem Sinne einen schönen Sonntag, soweit es das schwerlich abschaltbare Kopfkino zulässt, und eine möglichst entspannte 14.Kalenderwoche bei was auch immer! Corona ist laut unserer begnadeten rot-grün-gelben Bundesregierung seit heute mit dem Wegfall fast aller Einschränkungen ja vorbei. Wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht? Doch keiner ist gezwungen, den Leichtsinn einkehren zu lassen. Eigenverantwortlichkeit, Vor-, Um- und Rücksicht sind mehr denn je gefragt.