In Memoriam zum sich jährenden Todestag von Ferdinand Schladen

(Bonn/Krefeld, 29. März 2022) Erst vor wenigen Tagen war er posthum auf unserer Netzseite als ehemaliger Eigentümer der Originalfahne des Olympischen Dorfes der Sommerspiele von 1972 in München im Gespräch. Nun fügt es das Datum, dass sich heute der Todestag der einstigen Kugelstoß-Ikone Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939, † 29.03.2021) aus Bonn jährt. Eine treffliche Gelegenheit, seiner zu Gedenken. Denn für viele die ihn näher gekannt haben ist es keine inhaltsleere Floskel, ihm über den Tod hinaus ein ehrendes Andenken zu bewahren. Da zähle ich mich dazu, den mit dem Verstorbenen über Jahrzehnte hinweg eine innige Sport-, fast schon Männerfreundschaft unter Gleichgesinnten und in vielen Bereichen Gleichstrukturierten verbunden hat. Dass er sportlich der weitaus erfolgreichere Kugelstoßer war und unsere Lebensbestleistungen bei 20,40 zu 16,90m satte 3,50 m trennten, spielte dabei überhaupt keine Rolle. Abgehoben waren nur seine 2,03 Meter Körpergröße gegenüber meinen relativ bescheidenen 1,87. Alles andere lief auf so genannter Augenhöhe ab. Allerdings hatte ich das ziemliche Glück, dass uns fünf Jahre trennten, ich ihm also bei den Senioren eine Altersklasse tiefer elegant aus dem Weg gehen konnte.

Ein amüsanter, in launiger Art fesselnder Plauderer vor dem Herrn

Unvergessen ist für mich neben vielen anderen Begebenheiten seine große Geburtstagsfeier aus Anlass seines Achtzigsten am 24.Mai 2019 bei herrlichem Wetter in einem Ausflugslokal an der Agger in Troisdorf. Da plauderte der amüsante Alleinunterhalter in seiner launigen, fesselnden Art vor versammelter 50-köpfiger Gesellschaft, darunter etliche Sportgrößen von einst, munter aus dem Nähkästchen seines prallen Lebens. Überhaupt ranken sich viele Anekdoten um und über ihn, von denen ich die eine oder andere live miterleben durfte. Eine davon geht so: Als er nach längerer Wettkampfpause noch die Norm für die Senioren-DM 2009 bei der M70 benötigte, entledigte er sich dieser für ihn Formalie beim Frühjahrswerfertag in Übach-Palenberg bei Aachen. Es sei vorausgeschickt, dass er Hände wie eine Bratpfanne groß für locker zwei Spiegeleier hatte. Nach dem Einstoßen ging er zum ersten Versuch in den Ring. Da sagt der Kampfrichter zu ihm: „Sie haben die Kugel vergessen.“ Fred öffnete seine bis dahin geschlossene rechte „Pranke“ und erwiderte: „Hier ist sie doch!“
Wer sich gezielter an das Werfer-Urgestein erinnern möchte, dem sei die verlinkte Geburtstagslaudatio anempfohlen oder ein 17-minütiges Video von einer Talkshow auf dem „Blauen Sofa“ in Bonn-Buschdorf.