Erste isolierte, eigenständige Winterwurf-DM der Ü35-Generation

(Erfurt/New Brunswick, Krefeld, 26. März 2022) Jetzt werden wir mal ähnlich penetrant-ignorant wie der DLV, der in seiner Beharrlichkeit und Halstarrigkeit mit falschen Fakten zu operieren pflegt. Es ist, wenn schon denn schon, gestern und heute in Erfurt nicht die 19. Winterwurf-DM der Ü35-Generation, sondern die 18. Auflage, da die Freiluftwettbewerbe im Verbund mit der Hallen-DM 2010 in Sindelfingen dem Schnee zum Opfer fielen. Das predigen wir seit 2011 erfolglos, obwohl wir doch gewissermaßen ein Leit- und Leidmedium für diesen „Leuchtturmverband“ mit selbst ernannter weltweiter Strahlkraft sind.
Aber losgelöst von all dem sind es genau genommen die ersten isolierten, eigenständigen Titelkämpfe dieser Art in den Langwürfen. Ob sie eine Zukunft haben, wie alles andere bei den arg stiefmütterlich behandelten Senioren*innen, sei einmal dahingestellt. Signalwirkung wird davon bei teilweiser quantitativ äußerst mäßiger Beteiligung, die jedoch vielschichtige Ursachen hat (wir berichteten), jedenfalls nicht ausgehen.

Kontraproduktiv: Kugelstoßen nicht als Rahmenwettbewerb anzubieten

Da half bei absehbar zurückhaltendem Meldeverhalten auch eine Brandmail von DLV-Seniorenreferent David Deister (im Bild), jener Erfinder der „belastbaren Absichtserklärung“, an die Landesseniorenwarte nicht, ordentlich die Werbetrommel für diese Premieren-Veranstaltung zu rühren. Erschwerend kommt hinzu, dass der örtlich zuständige Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) den Vorschlag seines Aushängeschildes und Volkstribuns Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha ablehnte, dessen „Schokoladen-Disziplin“ Kugelstoßen als Rahmenwettbewerb anzubieten. Das hätte 1.) Spezialisten angelockt und 2.) bei dem klassischen Double Kugel/Diskus auch mehr Diskuswerfer generiert, die für eine Konkurrenz den immensen Aufwand nicht auf sich nehmen wollen. Die wenigsten wohnen schließlich gleich um die Ecke. Und 3.) hätte es obendrein die schwindsüchtige Kasse aufgepeppt.

Unfassbar: Antrag von Eva Nohl auf Sonderstarterlaubnis wurde abgeschmettert

Und dann gibt es noch einen zum himmelschreienden Vorgang, der Unverständnis, krasser formuliert: ohnmächtige Wut, auslöst. Da die als Weltrekordlerin im Hammerwurf der W70 (39,24m) sportlich über jeden Zweifel erhabene Eva Nohl (*1948) vom TSV Langenzenn aufgrund eine Schulteroperation im Vorjahr keine Qualifikationsleistung (für sie läppische 18m) vorweisen kann, stellte sie gemäß den Statuten einen Antrag auf Genehmigung einer Sonderstarterlaubnis. Der wurde unisono von Deister und auch ihrem Landesverband Bayern abgeschmettert. Versteht das jemand? Ganz abgesehen davon, dass hier auch ohne jede Not 63 Euro Startgeld (sie wäre auch bei Diskus und Speer angetreten) versenkt wurden. Sei’s drum: Nun schwingt also die gleichaltrige Heidelore Ambratis vom TSV Backnang den Hammer allein auf weiter Flur. Die große Freude über das Titelgeschenk von Verbandsgnaden wird bei ihr sicherlich nicht aufkommen.  
Mit diesem Link geht es zur Liste der potenziellen Teilnehmer/innen, die einige durchaus bekannte Namen der Szene enthält. Schall und Rauch sind indes die Meldeleistungen, die mit Diskus, Speer und Hammer zwangsläufig noch aus 2021 herrühren.

Christa Bortignon verzichtet auf Starts bei den „Canadian Masters“    

Schweren Herzens, jedoch der Vernunft gehorchend muss Mehrfach-Weltrekordlerin Christa Bortignon (*1937) aus Westvancouver auf ihre Titeljagd bei den „Canadian Masters“ an diesem Wochenende im 4.800 Kilometer entfernten New Brunswick verzichten. „Die Corona-Infektionen haben dort wieder stark zugenommen, und die Meisterschaften werden zusammen mit mehr als 100 ungeimpften Junioren durchgeführt. Das Risiko, zumal in einer Halle, wollte ich als 85-Jährige nicht eingehen“, schrieb sie uns in einer gestrigen E-Mail, nachdem sie sich über unsere nun nicht mehr zutreffende Vorschau sehr gefreut hatte.