Gottfried Gassenbauer ließ es zu seinem Saisonauftakt richtig krachen

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(Trenton/Krefeld, 23. Januar 2022) Salopp, aber durchaus treffend formuliert: Beim zweiwöchigen Florida- und Texas-Trip zu seinem diskuswerfenden britischen Sportfreund Guy Dirkin (*1953) mit Wahl-Wohnsitz Orlando eröffnete Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*1958; im Bild) aus Wien die sehr frühe Freiluftsaison mit einem verspäteten Silvesterkracher. Der 63-jährige Filigrantechniker warf gestern bei einem Wettkampf in Trenton als überlegener Sieger der M60 das 5-Kilo-Gerät in einer sehr stabilen Serie im fünften Versuch auf 57,48m.
Das ist zu diesem Zeitpunkt naturgemäß Weltjahresbestleistung (WJB). Allerdings könnte sie es noch recht lange bleiben, so er sie nicht selber überbietet oder ein sehr starker Nachrücker aus dem Jahrgang 1962 dazu stößt. Auf jeden Fall hat „Gassi“ schon seine WJB von 55,60m aus dem Vorjahr recht deutlich um 1,88m übertroffen. „Obwohl daheim im Training schon mehrfach Weiten zwischen 55 und 56 Meter gefallen sind, habe ich ein solches Ergebnis nicht für möglich gehalten. Dieses Resultat im vierten Jahr der M60 stelle ich noch über die 59,11m aus 2018.“
Und noch ist ja gaaanz viel Saison 2022 übrig.

Es folgt ein Besuch bei Wolfgang Schmidt...

Die nächsten beiden Bewerbe, wie es in Österreich heißt, absolviert der fortgeschrittene Wiener „Gaudibursch“ am nächsten Wochenende in Austin/Texas. Dazwischen ist am Dienstag ein Besuch bei Wolfgang Schmidt in Fort Lauderdale vorgesehen. Ja, genau, jenem ehemaligen Weltklasse-Diskuswerfer Wolfgang Schmidt (*16.01.1954 in Berlin) aus der gleichermaßen einstigen DDR, der dort lebt und immer noch als Trainer tätig ist, für die es keine Altersgrenze zur Verrentung gibt. Auf europäischem Boden will Gassenbauer, so sie denn stattfinden, bei der Winterwurf-EM Ende Februar in Braga (Portugal) in den Ring gehen.

...den der Autor 1973 kennenlernte

Apropos Schmidt: Als er noch ein Jungspund von 19 Jahren gewesen ist, habe ich ihn anlässlich der Junioren-Europameisterschaften 1973 im Duisburger Wedau-Stadion flüchtig kennengelernt. Damals hat er sich zusammen mit seinem Teamkameraden Udo Beyer (*1955) in meiner sportlichen Heimstatt, dem Uerdinger Bayer-Stadion, auf die Wettkämpfe mit Diskus (Erster) und Kugel (Zweiter hinter Beyer) vorbereitet, und ich habe in doppelter Funktion gekiebitzt. Streng beaufsichtigt, war seinerzeit im
kalten Krieg" der Systeme ein persönlicher Kontakt zu den beiden Ostdeutschen nicht en passant möglich. Der sollte indes noch kommen.
Denn: Darüber hinaus habe ich von der EM für die Rheinische Post berichtet, da mit Zehnkämpfer Dieter Leyckes (Zweiter) von Preussen Krefeld, Weitspringer Joachim Busse und Dreispringer Wolfgang Kolmsee (beide vom FC Bayer 05 Uerdingen) drei Krefelder im Nationaltrikot mit dem Adler auf der Brust gestartet sind. Schmidt und Beyer habe ich als Sieger ihrer Disziplinen bei der Pressekonferenz wiedergesehen sowie die eine oder andere Frage gestellt. Die habe ich allerdings nebst Antworten nicht mehr auf dem Bio-Computer zwischen meinen Ohren.
Das pralle Leben als kugelstoßender Sportjournalist seit 1966 ist mit Anekdoten nur so gepflastert. Der kleine Schlenker sei mir gestattet, er ist ohnehin jetzt nicht mehr zu verhindern. Wobei die Leichtathletik neben vielen anderen Sportarten mit den Schwerpunkten Eishockey, Feld-/Hallen-Hockey und Handball lediglich ein Mosaikstein war.