Neuerliche peinliche Panne beim Krisenmanagemnet der EMA

Kolumne

Moment mal

(Braga/Krefeld, 24. Dezember 2021; 11:15 Uhr)
Da ist ganz offensichtlich bei der Feinabstimmung gehörig etwas schiefgelaufen. Einige Stunden (genaue Zeitpunkt nicht bekannt) bevor sich Präsidialherr Kurt Kaschke irgendwann gestern Nachmittag gemüßigt sah auf die im Raum stehende Absage der Hallen-Europameisterschaften vom 20. bis 27.Feburar 2022 im portugiesischen Braga (wir berichteten) mit einer offiziellen Verlautbarung auf der Netzseite der European Masters Athletics (EMA) angemessen zu reagieren, war ihm der Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) just mit derselben Meldung zuvorgekommen (siehe Link).
Das passt indes zum nicht vorhandenen Krisenmanagement des restlos überforderten Auslaufmodells auf dem kontinentalen Kommandostand. Dessen mit Kunstgriffen und Taschenspielertricks um zwei Jahre verlängerte Amtszeit läuft 2022 ab. Die Generalversammlung mit den Neuwahlen des gesamten fünfköpfigen Präsidiums könnte allerdings bei der höchstwahrscheinlich zu erwartenden EM-Absage eine ziemlich einsame Veranstaltung werden. Denn entgegen der bisherigen Gepflogenheiten hat K.K. sie außerhalb der Titelkämpfe auf den 28.Februar 2022 gelegt. Das könnte also ein kapitales Eigentor dieses „Schlaumeiers“ werden...

Kaschke wurde das Heft des Handelns entzogen

Doch zu den wesentlichen Inhalten der erwähnten Mitteilung. Die erfreuliche Nachricht vorweg: Kaschke wurde das Heft des Handelns aus der Hand genommen, fortan gibt das Lokale Organisationskomitee (LOC) den Takt vor. Danach wird die Anmeldefrist vom 09. auf den 13.Januar 2022 verlängert (eine Bewertung dieses lächerlichen Zeitschindens schenken wir uns). Eine endgültige Entscheidung einer etwaigen Austragung wird einen Tag später getroffen. Bei einer Absage werden alle bis dahin geleisteten Meldegebühren zurückerstattet (alles andere wäre auch rechtswidrig!).

Bisher lediglich 412 von benötigten rund 4.000 Anmeldungen

Weiterhin wurden noch Empfehlungen ausgesprochen, auf die mündige Bürger auch von selber gekommen wären: So noch nicht geschehen, vorerst keine Flug- und Hotelbuchungen vorzunehmen sowie die Corona-Situation daheim und in Portugal zu beobachten. Derzeit ist im Gastgeberland der ausgerufene nationale Notstand verlängert worden und wurde von Deutschland zum Hochrisikogebiet erklärt. Aber das allein wegen dieser nicht mehr neuen Geißel der Menschheit ein EM-Ausfall drohe, ist lediglich die halbe, „geschönte“ Wahrheit der EMA. Denn bei Online-Stellung dieses Beitrages lagen nur 412 Anmeldungen vor. Die rund zehnfache Zahl ist nötig, um monetär, also den Einnahmen, mit dem Bauch vor den Tisch zu kommen. Zumal hohe Vorlaufkosten aufgrund der bereits zweimaligen Verschiebung angefallen sind. So schaut's aus!