Sportsch(l)au: Mit einem reichhaltigen Frühstück fit in den Tag

(Köln/Krefeld, 23. Dezember 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben.  As

Grundlage für gezielten Stoffwechsel-Rhythmus schaffen

„Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler” – diese Binsenweisheit erfreute sich in Deutschland lange großer Popularität und hält sich zum Teil bis heute. Die Annahme, dass ein gesundes und üppiges Frühstück uns leistungsfähiger, aufmerksamer und fitter macht ist weit verbreitet. Trotzdem scheinen immer mehr Menschen auf eine Mahlzeit am Morgen zu verzichten. Die Gründe dafür sind Zeitmangel, fehlender Appetit oder auch etwa die Idee Kalorien einzusparen. Warum dies jedoch in meinen Augen die falsche Strategie für einen gelungenen Start in den Tag ist, verrate ich Ihnen jetzt!
Nachts läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Regenerationsprozesse sorgen dafür, dass sich der Körper von einem anstrengenden Tag erholt, Zellen werden erneuert, Viren und Bakterien bekämpft. Während der Erholung im Schlaf laufen körpereigene Auf- und Umbauprozesse also auf Hochtouren, die den Organismus viel Energie kosten. Daher braucht unser Körper am Morgen auch dringend neuen Kraftstoff. Mit einem reichhaltigen Frühstück wird mithin die ideale Grundlage für einen gezielten Stoffwechsel-Rhythmus gelegt. Zudem kommt es nachts zu einem Flüssigkeitsverlust von 1 – 1,5 Litern. Empfehlenswert ist es deshalb, direkt nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser zum Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher und zur Reinigung des Körpers zu trinken.

Gehirn, Muskeln und Organe benötigen Treibstoff

Nach dem Aufstehen sind die „Aktivierungshormone“ Serotonin und Adrenalin bereit für einen energievollen Start in den Tag. Gerade Kohlenhydrate sind deshalb ein gutes Futter für diese wichtigen Hormone und sorgen dafür ausgeglichen und entspannt den Tag zu beginnen. Ein weggelassenes Frühstück führt dazu, dass der Stoffwechsel den Grundumsatz runterfährt. Denn ohne eine ausreichende Energieversorgung bleibt dem Körper gar nichts anderes übrig, als auf Sparflamme zu schalten. Gerade am Morgen benötigen Gehirn, Muskeln und Organe Treibstoff, um richtig funktionieren zu können. Ein gesundes und ausgewogenes Frühstück holt den Stoffwechsel aus dem Keller und lässt einen mit Elan in den Tag starten. Die Getränke, egal ob Kaffee oder Tee, sollten ungesüßt sein. Denn Zucker treibt den Blutzuckerspiegel unnötig in die Höhe. Abzuraten ist von Früchtetees, da sie viel Fruktose enthalten.
Morgenmuffel, die nach dem Aufstehen noch keinen Appetit verspüren, sollten jedoch spätestens nach zwei Stunden ein reichhaltiges Frühstück zu sich nehmen, um den Körper mit Energie zu versorgen und erfolgreich durch den Tag zu kommen.