Sportlerwahl: Mihambo, Zverev und der Bahnrad-Vierer Frauen

(Baden-Baden/Krefeld, 20. Dezember 2021) Ringerin Aline Rotter-Focken vom  KSV Germania Krefeld blieb nach Abschluss ihrer erfolgreichen Karriere, bei der sie in ihrem letzten Kampf als erste deutsche Frau einen historischen Olympiasieg errang, der ganz große ideelle Wurf versagt. Bei der Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres schlug das nicht gebührend durch, belegte die attraktive 30-jährige NRW-Beste 2021 (wir berichteten) gestern Abend bei der Kürung im Kurhaus von Baden-Baden deutlich hinter der weitspringenden Triple-Siegerin (seit 2019) Malaika Mihambo aus Heidelberg den zweiten Platz vor Kanuslalom-Sportlerin Ricarda Funk aus Ahrweiler.
Die größere Popularität der Leichtathletik und der Bekanntheitsgrad der auf den Spuren von Tennis-Juwel Steffi Graf (1986 – 1989, 1999) wandelnden auserwählten Seriensiegerin Mihambo hat wohl bei den meisten der abstimmenden 980 Sportjournalisten*innen das Zünglein an der Waage gespielt und den Ausschlag für ihr Voting gegeben. Doch ein unvergleichlicher „Preis“ reift unter dem Herzen der gebürtigen Krefelderin heran: Sie erwartet zusammen mit Ehemann und Ex-Ringer Jan Rotter erstmals Nachwuchs. Der errechnete Entbindungstermin fällt kurioserweise auf ihren eigenen Geburtstag, den 10.Mai. Das wäre Maßarbeit.

Nur Skispringer Karl Geiger drang in die Phalanx der Olympioniken ein

Eine nahezu perfektes Sportjahr von Tennisstar Alexander Zverev aus Hamburg wurde erwartungsgemäß durch die mehrheitliche Gunst der Medienvertreter veredelt, gewann der 24-jährige Sonnyboy diese Auszeichnung überlegen vor Langestrecken-Schwimmer Florian Wellbrock und Skispringer Karl Geiger. Para-Weitspringer Markus Rehm (Achter) kam noch vor dem bei Olympia enttäuschenden Speerwerfer Johannes Vetter (10. Platz) ein. Bei den Mannschaften landete Vorjahrssieger FC Bayern München lediglich auf dem achten Rang. Der in Tokio mit drei Weltrekorden hintereinander alles in Schutt und Asche fahrende Bahnrad-Vierer der Frauen (die hatte ich bei meiner Wertung schlichtweg übersehen), der zudem anschließend noch den EM- und WM-Titel holte, setzte sich vor der Dressur-Equipe und den Tischtennis-Männern durch. Bis auf Geiger beherrschten also Olympioniken die Szenerie auf den ersten drei Plätzen. – Alles Weitere reich bebildert unter diesem Link.