Einstige Weltklasse-Kugelstoßerin kandidiert für EMA-Präsidentschaft

(Braga/Wien/Lausanne/Krefeld, 24. November 2021) Ein Kahlschlag steht dem kontinentalen Senioren-Dachverband European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne/CH ins Haus. Das gesamte fünfköpfige geschäftsführende Präsidium ist bei der Generalversammlung am 28.Februar 2022 in Braga (Portugal) entweder durch endgültigen Amtsablauf nicht wieder wählbar oder kandidiert aus freien Stücken heraus nicht mehr. Nach gutem Brauch und alter Väter Sitte geht man(n) nicht auf blauen Dunst in eine solche Sitzung, sondern pflegt vorher ein „Schattenkabinett“ auf die Beine zu stellen. Zumal eine Kürung der Kandidaten nur erfolgen kann, wenn sie durch ihren nationalen Leichtathletik-Verband vorgeschlagen worden sind. Der verlinkte Knebelpakt" zwischen Kaschke und dem DLV läßt unschön grüßen.

"Kuddel" wurde in der Nachbarschaft fündig...

Der mit Kunstgriffen und Trickserei seine Amtszeit auf zehn statt acht Jahre verlängernde und demnächst endgültig scheidende, schon lange umstrittene, narzisstisch veranlagte Präsident Kurt „Kuddel“ Kaschke (im Bild) mit Wahlheimat Assafora (Portual) ging für sein von ihm zu übergebende unzureichend bestellte Feld auf die Suche (unter anderem in einem langen Telefonat bei DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf, der dankend ablehnte). Er wurde in der näheren geografischen Umgebung bei einer schillernden, kosmopolitischen Figur fündig: Der gebürtigen Ukrainerin Valentina Fedjuschina (*10.02.1965) mit österreichischer Staatsangehörigkeit, portugiesischem Wohnsitz und beruflicher Aktivität in Texas (USA).

...mit einer buchstäblich auf-sehen erregenden Person

Nie gehört oder gelesen, den Namen, werden jetzt sicherlich viele Leser zu sich selber sagen. Moment mal: Ein unbeschriebenes Blatt ist die Dame nicht, haben die Alleswisser von Wikipedia einmal mehr Rat. Die stattliche 56-Jährige wird bei den meisten Herren der Schöpfung für aufsehen sorgen. Das ist kein Tippfehler, vielmehr buchstäblich zu verstehen. Denn die ehemalige Weltklasse-Kugelstoßerin mit Bestleistungen von 21,08m im Freien und 21,60m unter dem Hallendach hat mit einer Körpergröße von 1,90m die eigene Messlatte sehr hoch gelegt. Mit
„Highheels" noch zehn Zentimeter obendrauf. Seinerzeit, darauf liegt die Betonung, brachte sie ein Wettkampfgewicht von 90 Kilogramm auf die Waage. Heutzutage beschreibt sie unser hammerwerfender Österreich-Repräsentant Gottfried Gassenbauer aus Wien, der sie aus vielen Begegnungen persönlich kennt, als attraktive, elegante, repräsentative Erscheinung (siehe Foto; Quelle Facebook).

Nach Kaschke kann es eh nur besser werden

Das allein ist logischerweise noch kein Kriterium und Bewerbungsschreiben, noch weniger ein Ticket für ein hohes Ehrenamt, obwohl es nach Kaschke eh nur besser werden kann. Fedjuschina ist seit geraumer Zeit in Gremien des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV), der sie inzwischen auch offiziell nominierte, des Weltdachverbandes World Athletics (WA) in Monte Carlo und der europäischen Tochter European Athletics (EA) in Lausanne aktiv. Sie hat in einer Lampis vorliegenden Rundmail mit großem Verteiler für sich die Werbetrommel gerührt. Ein kleiner Auszug in Schlaglichtern daraus sinngemäß aus dem Englischen übersetzt:
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Meine Absicht ist es, die positive Entwicklung der Masters-Leichtathletik in Europa zu gewährleisten,
# Ein Präsident muss mit einem Team von Managern mit Fähigkeiten und Leidenschaft für unsere Masters tätig sein: Das ist mein Vorhaben.
# Die Masters-Leichtathletik muss von den nationalen Verbänden respektiert und in allen Belangen unterstützt werden. (Den Sportschuh sollte sich der DLV anziehen, die Redaktion).
# Zusammen mit meinem Team werde ich den hohen Standard bei den Masters durch neue Projekte und Ideen für eine erfolgreiche Zukunft unseres Sports verbessern.

Abgerechnet wird in einem mäßig besuchten Sitzungssaal

Alles sehr vielversprechend. Ob das, ihr Bekanntheitsgrad in der Szene und ihre Vernetzung ausreichen, entzieht sich unserer Kenntnis. Wie auch etwaige weitere Kandidaten*innen. So oder so: Abgerechnet wird letztlich in irgendeinem mäßig besuchten Sitzungsaal in Braga. Denn aus purem Kalkül hat Kaschke die Generalversammlung entgegen der bisherigen Gepflogenheiten an das Ende der ohnehin bereits aufgepfropften Hallen-EM (20.- 27.Februar 2022) auf einen Montag, den 28.Feburar, in eine neue Arbeitswoche gelegt. Welche/r Deligierte will sich das schon noch antun?