Sportsch(l)au: Leistungsfähigkeit von Mann und Frau nicht vergleichbar

(Köln/Krefeld, 15. November 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Dank seiner freundlichen Genehmigung haben wir honorarfrei seit nunmehr über zehn Jahren in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues dazukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. As

Geschlechter unterscheiden sich maßgeblich von ihrer Biologie

Männer stemmen schwerere Gewichte, können schneller rennen, weiter sowie höher springen und haben im direkten Vergleich mit ihren weiblichen Sportkolleginnen immer die Nase vorn. Deshalb überlassen es Frauen auch im Alltag gern ihren Männern, Getränkekisten oder Einkäufe die Treppe hinauf zu tragen. Männer sind einfach viel leistungsfähiger und die besseren Sportler – da gibt es absolut keine Zweifel (?).
Die beiden Geschlechter unterscheiden sich maßgeblich aufgrund ihrer Biologie und haben damit unterschiedliche (sportliche) Voraussetzungen. Hinsichtlich der sportlichen Leistungsfähigkeit unterscheiden sie sich vermehrt eigentlich erst ab der Pubertät. Das liegt vor allem an der verstärkten Bildung der Sexualhormone, die maßgeblich für die Ausprägung des typisch männlichen oder weiblichen Körperbaus sind. So werden Männer meist um bis 15 Zentimeter größer und um genauso viele Kilogramm schwerer, besitzen eine etwas höhere Muskelmasse (zirka 15 Prozent) und einen geringeren Körperfettanteil.

Bezüglich Beweglichkeit und Koordination sind Frauen im Vorteil

Für die Trainingspraxis bedeutet dies, dass Männer von der Körperkonstruktion her größere Kräfte und eine deutlich höhere Schnelligkeit entwickeln können. Frauen verfügen über größere Fettspeicher in der Muskulatur sowie eine durchschnittlich höhere maximale Herzfrequenz. Das bedingt durch das geringere Körpergewicht eine weniger hohe Maximalbelastung und ermöglicht eine raschere Regeneration. Dies prädestiniert das gemeinhin schönere Geschlecht vor allem für Ausdauerbelastungen, bei denen Frauen relativ betrachtet leistungsfähiger sind als männliche Sportkollegen.    
Fazit: Sportliche Leistungen von Männern und Frauen sind einfach zu unterschiedlich und daher gar nicht objektiv vergleichbar. Ähnlich wie Begabungen für einzelne Disziplinen. Bei sportlichen Aktivitäten allerdings, in denen es vornehmlich auf Beweglichkeit und Koordination ankommt, sind die Frauen den Männern deutlich überlegen. Dickere Muskeln sind eben auch im Sport nicht alles!