Heutiger Reformationstag läutet die November-Tristesse ein

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Wittenberg/Krefeld, 31. Oktober 2021)
Mal „Halloween“ ausgenommen, den aus den USA zu uns herübergeschwappten Schnickschnack, den niemand mitmachen muss und bei steigenden Infektionszahlen auch nicht sollte, ist heute hochoffiziell Reformationstag. Der wird von evangelischen Christen hierzulande und in Österreich zum Gedenken an Mönch, Theologie-Professor und Reformator Martin Luther gefeiert, der 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg  in Sachsen-Anhalt geschlagen haben soll. Lesen, noch weniger verstehen werden es nicht viele gekonnt haben, da sie in lateinscher Sprache gehalten waren. Unsererseits bleiben wir bei Deutsch. Von meinem „Kleinen Latinum“ ist eh nicht viel übrig geblieben. Kostproben werde ich jedoch zur Schonung der geschätzten Stammbesucher und Gelegenheitsgäste nicht abliefern, sie tun zudem nicht zur Sache.
Allerdings macht der Klartext in verständlicher deutscher Sprache die Botschaften eher schlechter als besser. Denn der heutige Tag läutet gewissermaßen die November-Tristesse ein mit Allerheiligen (01.11.), Allerseelen (02.11.), Volkstrauertag (14.11.), Buß- und Bettag (17.11.) und Totensonntag (21.11.). Ein wenig aufgelockert durch Sankt Martin (11.11.), zugleich bekannt als Karnevalserwachen mit dem Elften im Elften. Und nicht zu vergessen den 1.Advent (28.11.), an dem ein Hoffnung verbreitendes erstes Lichtlein brennt und die Vor-Weihnachtszeit einleitet.

World Masters Games abermals verschoben

Globetrotter unter den Senioren-Sportler/innen, mithin nicht zuletzt der Leichtathletik, müssen abermals vertröstet werden, Die bereits auf den 12. bis 29.Mai 2022 verschobenen World Masters Games 2021 im japanischen Kansai (wir berichteten) müssen auf einen momentan noch nicht bestimmten Zeitpunkt verlegt werden. Möglicherweise in den Herbst 2022 hinein. Dies teilte das Organisationskomitee jüngst auf der Veranstalter-Netzseite imga.ch mit. Schuld daran ist, was sonst, das anhaltend ungünstige Infektionsgeschehen im Land der aufgehenden Sonne. Das muss wahrscheinlich bald in „untergehenden“ umgetitelt werden. Doch machen wir uns kein X für ein U vor: Bei uns drohen auf alle möglichen Gebieten ähnliche Szenarien. Die nächste Welle rollt bereits über uns hinweg. Das gelobte Bundesland der Senioren-Leichtathletik Thüringen hat aktuell einen Inzidenzwert von 288. Wenngleich noch nicht offiziell durch Bewerbungen manifestiert und der vom wie eine Behörde geführten Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt geforderten „Belastbaren Absichtserklärung“ hinterlegt, stehen/stünden dort drei der fünf großen nationalen Senioren-Meisterschaften 2022 in den Startlöchern.

Es gibt immer noch zu viele Impfverweigerer

Und da es nun einmal in die vermeintlich „Herrlichste Nebensache der Welt“ hineinspielt, muss ich notgedrungen noch ein bisschen politisch werden: Es ist auf Sicht keine wesentliche Besserung im Hinblick auf eine Herdenimmunität in Sicht. Losgelöst von einem prominenten Impfverweigerer wie dem kickenden Vorzeigeprofi Joshua Kimmich vom FC Bayern München, gibt es von der Sorte schlechterdings viel zu viele. Ja, klar, jede/r ist bei den hohen Werten unserer Demokratie und unseres weltweit gelobten, beneideten Grundgesetzes (Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar) seines (Un-)Glückes Schmied. Aber es gibt auch noch einen Verantwortung seinen Mitbürgern gegenüber. Womöglich den eigenen Freunden, Bekannten und Verwandten. Wer sich angesprochen fühlen muss: Einfach in einer stillen Stunde, und davon gibt es demnächst reichlich, noch mal drüber nachdenken. Denn: Nach fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen sind die etwaigen Nebenwirkungen zu vernachlässigen und auch keine Langzeitschäden zu befürchten.
Kleiner Mutmacher aus meiner eigenen verbrieften Erfahrung: Als fortgeschrittenes Modell vom Jahrgang 1944 Spätlese bin ich seit Corona gegen Pneumokokken, zweimal gegen Grippe und zweimal gegen COVID-19 mit keinerlei Begleiterscheinungen geimpft. Und wie selbstverständlich werde ich mir am 09.November als Drittes die „Booster“-Impfung gegen diese vermaledeite Seuche verabreichen lassen. Noch eine Weisheit für alle Lebenslagen, die nicht von mir stammt, aber trotzdem stimmt: Für Optimismus gibt es keine Alternative!
In diesem Sinne einen schönen Sonntag, eine geschmeidige 44. Kalenderwoche und lasst euch alle miteinander nicht vom November-Blues heimsuchen!