Ein paar Gedanken zum Tage und dem drohenden November-Blues

(Krefeld und die Welt, 31. Oktober 2014) Hier zu Lande übernehmen wir in begnadeter Einfältigkeit gerne fremde Rituale, Brauchtümer und sonstigen Schnickschnack. Bevorzugt aus den Vereinigten Obama-Staaten von Amerika. Selbst der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat mangels eigener Profilierung und eingedenk seines amerikanischen Hauptsponsors (wie heißt er doch noch gleich?) längst Englisch als Amtssprache eingeführt. Doch zurück. Wem heute zu abendlicher Stunde finstere Gestalten mit Furcht erregenden Masken begegnen sollten, so muss das nicht unbedingt ein Angriff auf Geld, Leib und Leben sein. Es ist nämlich „Halloween“.
Kulturell und geschichtlich weit wichtiger für uns „Krauts“, wie uns die Amis wegen unserer angeblichen Vorliebe für Sauerkraut schimpfen, ist jedoch der Reformationstag. Der soll daran erinnern, dass der Mönch und Theologie-Professor Martin Luther im Jahre 1517 seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hat. Wenn es nicht irgendwann auf den 30.Oktober vorverlegt worden wäre, hätten wir auch Weltspartag. Verbrieft ist indes, und jetzt wird’s endlich sportlich, dass Bud Spencer, der Haudrauf aus unzähligen Italo-Western und ähnlichen Klamotten, sein 85. Lebensjahr vollendet. Der kongeniale Partner von Terence Hill war einstmals Schwimmer und als solcher siebenmal in Serie italienischer Meister sowie Olympia-Teilnehmer von 1956 in Melbourne.
Zwei Jahre zuvor wurde Fritz Walter (*31.10.1920 in Kaiserslautern) 1954 im Berner Wankdorfstadion als Kapitän und Kopf der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Weltmeister. Wäre er nicht am 17. Juni 2002 von uns gegangen, würde er 94 Jahre alt. Das und mehr kann man(n) durchaus schaffen, wie der immer noch mit Körper und Geist putzmuntere Wurf-Allrounder Philipp Frech (*06.07.1920) aus Frechen bereits Anfang Juli bewiesen hat.
Ein Blick auf das Datum lehrt freilich auch, dass morgen der so genannte November-Blues mit seinen vielen Gedenk-Feiertagen Allerheiligen, Allerseelen, Sankt Martin, zugleich allerdings Karnevals Erwachen, und Buß- und Bettag Einzug hält. Bonjour Tristesse! Nichts für Schwermütige und zart Besaitete.
Also stets schön fröhlich bleiben! Der nächste Frühling kommt bestimmt.