Hammerwurf-Weltrekordler Jurij Sjedych erst 66-jährig verstorben

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(Sittard/Paris/Krefeld, 15. September 2021) Große Ungewissheit herrschte beim zu Deutschland grenznahen AV Unitas Sittard in den Niederlanden. Hammerwurf-Nationaltrainer Michel Leinders hatte für seine verschiedenen Kader-Athleten keinen Geringeren als den seit Anfang der 1990er Jahre in Paris lebenden amtierenden Weltrekordler und dort eine private Werfer-Akademie unterhaltenden Jurij Sjedych (*11.Juni 1955) vergangenes Wochenende zur Leitung eines Lehrganges eingeladen. Die Lernwilligen nebst ihrer Heimtrainer warteten jedoch vergeblich. Nunmehr ist bekannt, weshalb der gebürtiger Ukrainer nicht erschien. Sein nicht minder prominenter, ehedem stabhochspringender Landsmann und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Sergej Bubka, teilte via Twitter mit, dass Sjedych gestern verstorben sei. Er wurde lediglich 66 Jahre alt, wo das Leben nach einem Schlager von Udo Jürgens, Gott hab' ihn selig, angeblich erst beginnt.
Einer mehr, der auch in diesem Fall viel zu früh seinen bei der EM 1986 in Stuttgart aufgestellten, bereits 35 Jahre alten Weltrekord von 86,74m mit ins Grab nimmt. Über diese Bestmarke hinaus (er hielt mit 67,74m zeitweise auch den Weltrekord in der M45, aufgestellt 2001 in Clermont-Ferrand) wurde der spätere Wahl-Franzose über einen langen Zeitraum hinweg zweimal Olympiasieger (1976, 1980), einmal Weltmeister (1991 in Tokio) und dreimal Europameister (1978, 1982, 1986). Der Verstorbene hinterlässt seine Frau aus zweiter Ehe, die Kugelstoß
-Olympiasiegerin von 1988 Natalja Lissowskaja, und die gemeinsame Tochter, die für Frankreich startete und bei den Olympischen Jugend-Spielen 2010 in Singapur die Goldmedaille im Hammerwurf gewann.