Johannes Vetter näherte sich mit 88,54m wieder der 90-m-Marke

(Lausanne/Niederselters/Krefeld, 27. August 2021) Er hat bereits bei seinem heimischen Meeting in Offenburg zumindest in die Erfolgsspur zurückgefunden, der als „tragischer Held“ jäh vom Olymp gestürzte und sich zur Unzeit in ein Formtief (plus Schuhwechsel) manövrierende saisonale Speerwurf-Überflieger Johannes Vetter. Doch nach sechs Wettkämpfen im Bereich von 82,52 bis 86,48m kehrte der 28-jährige auch gestern Abend auf schweizerischem Boden beim Juwelen-Meeting in Lausanne nicht in seine eigene Liga jenseits der 90-m-Marke bis hinauf zur Weltjahresbestleistung von 96,29m zurück. Allerdings machte der Parade-Schützling des unlängst mit dem unflätigen Spruch „Beschissen und betrogen worden“ verbal entgleisenden Heim- und Bundestrainers Boris Obergföll (geb. Henry) einen Schritt nach vorn, gewann den gleichermaßen prestige- wie geldträchtigen Wettbewerb der Diamond League mit 88,54 m vor dem Olympia-Zweiten Jakub Vadlejch (85,73m) aus Tschechien. Aber, unschwer zu erkennen: Eine 90er-Weite gelang dem selbst das Anspruchsdenken an ihn in schwindelerregende Höhen treibenden „Bruder Johannes“ wieder nicht.
Darauf wartet er nun schon seit dem 29.Juni, als er bei der „„World Continental Tour“ in Luzern (Schweiz) 92,14 und 91,39m geworfen hat. Dem Selbstbewusstsein von „Jojo“ tat dies indes keinen Abbruch. „Im nächsten Jahr möchte ich die WM und EM gewinnen“, ließ er nach getanem Werk verlauten. Immerhin hat er nur „möchte“ gesagt und den Mund nicht ganz so voll genommen wie bei der lauthals erklärten ultimativen „Mission Gold“ vor den Olympischen (Nachhol- und Geister-)Spielen in Tokio.

Christina Schwanitz für Diskus in Niederselters gemeldet

Unternehmen wir noch einen Abstecher in die, mit Verlaub, Leichtathletik-Provinz nach Niederselters. Denn für die großen „Fleischtöpfe“ reicht es für die bei Olympia ebenfalls höchst unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandeten Kugelstoßerin und Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz (*24.12.1985) vom LV 90 Erzgebirge nicht mehr, die mit 18,08m als 14. der Qualifikation krachend scheiterte.
Nun schlägt „La Schwanitz“ also morgen (angeblich) beim zweiten diesjährigen Werfertag der LSG Goldener Grund auf. Die Frage nach Sekt oder Selters erübrigt sich. Doch, Überraschung, die W35-Seniorin hat lediglich für den Diskuswurf mit 46,15m gemeldet. Wann immer sie die geworfen hat. Noch mit von der Partie sind in dem avisierten zehnköpfigen Feld ihre normalerweise ebenfalls bevorzugt kugelstoßenden Klubkameradinnen Katharina Maisch und Sarah Schmidt. Mutet so ein bisschen nach Betriebsausflug vom Erzgebirge in den Taunus an.
Für weiteren nationalen Glanz steht „Frau konstant und zuverlässig“ Julia Ritter vom TV Wattenscheid, die sowohl Kugel stößt als auch Diskus wirft (siehe Gesamtmeldeliste).