DLV hat die Senioren-DM 2021 mutwillig kaputtorganisiert

(Baunatal/Darmstadt/Krefeld, 26. August 2021) Ein bisschen Zahlensalat (Stand gestern) vier Tage vor dem Meldeschluss (29.August) der via Ausschreibung hausgemacht in vielerlei Hinsicht höchst umstrittenen Deutschen Senioren-Meisterschaften der Ü35-Generation vom 10. bis 12.September 2021 in Baunatal (Hessen). Es sind aus den 14 über ladv.de meldenden Verbänden Hamburg, Niedersachsen, Bayern, Thüringen, Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Baden, Württemberg, Bremen, Rheinland und Mecklenburg-Vorpommern exakt 358 Startwillige gemeldet. Bei der DM 2019 in Leinefelde-Worbis (Thüringen) waren es aus diesen 14 Verbänden abschließend 750 Gemeldete. Zusammen mit den Landesverbänden Hessen, Nordrhein, Westfalen, Pfalz, Saarland und Rheinhessen (melden alle über LA.NET) haben bei den bislang letzten Stadion-Titelkämpfen vor Corona 1.283 Aktive ihre Willenserklärung für einen Start abgegeben. Erfahrungsgemäß treten aus den verschiedensten Gründen schlussendlich zehn bis 20 Prozent nicht an.

Noch stehen vor Meldschluss drei regionale Meisterschaften an

Wie dem auch sei: Aufgrund der doch bislang sehr niedrigen Meldezahlen kurz vor Toresschluss wird die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV ) für Baunatal angestrebte Teilnehmerzahl von maximal 1.000 Athleten*innen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich unterschritten werden. Selbst in Rechnung gestellt, dass ein Teil fast schon traditionell auf dem letzten Drücker meldet und zudem viele noch die Norm erfüllen oder den geforderten Leistungsnachweis (bei Zugriff auf 2019) erbringen müssen. Das gilt für den Nordrhein und den lediglich von den Mitgliederzahlen großen Bruder aus Westfalen, die beide erst am kommenden Wochenende in Düsseldorf respektive Bielefeld ihre Titelkämpfe austragen (wir berichteten) sowie den Südwestdeutschen Senioren-Meisterschaften in Ingelheim. Da dürfte also noch einiges Potenzial zur Mehrung vorhanden sein.

Beim Dreisprung der W90 wird ein „Mondrekord“ gefordert

Dass der DLV den untauglichen Versuch zur Minimierung am falschen Objekt mit drei Über-Weltrekord-Normen der W90 unternommen hat, haben wir gestern in unserer Glosse nachgewiesen. Dabei haben wir allerdings noch zwei absolute Leckerbissen Darmstädter Gestaltungskunst beim Dreisprung der Seniorinnen übersehen. In der W85 muss der Weltrekord (5,50m) um zehn Zentimeter in der W90 (4,25m.) gar um satte 1,15 Meter übersprungen werden. Aber das muss ja noch nicht das Ende der Kletterstange sein. Reicht aber völlig zur Darstellung, mit welcher Interessenlosigkeit und Geringschätzigkeit die stärkste Fraktion im Verband von ihrer befohlenen „Interessen-Vertretung“ (welche ein Wort in diesem Kontext) behandelt wird.
Fazit: Diese Karikatur einer Dachorganisation hat die Senioren-DM 2021 mutwillig kaputtorganisiert.