Speerwerfer Johannes Vetter muss beim "Heimspiel" Farbe bekennen

(Offenburg/Krefeld, 15. August 2021) Nun muss der ausgerechnet auf dem Olymp in Tokio bei seiner „Mission Gold“ höchst unsanft als Neuntplatzierter mit 82,52m und 13,77m unter seiner Weltjahresbestleistung von 96,29m abgestürzte saisonale Speerwurf-Überflieger Johannes „Jo“ Vetter von der LG Offenburg Farbe bekennen. Beim Spezial-Meeting heute in seinem „Wohnzimmer“ auf der Heim- und Trainingsanlage gibt es keine Ausreden von einem angeblich unzulänglichen Belag, auf dem bei den Olympischen Spielen der Zweit- bis Viertplatzierte immerhin Saisonbestleistung warfen. Nullkommanix mit einer von seinem Trainer und Coach Boris Obergföll (geb. Henry) daraufhin geäußerten Verschwörungstheorie von „Betrogen und beschissen“ worden zu sein. Das war so was von völlig daneben und deplatziert. Sprachlich asozial und inhaltlich ultimativer Nonsens. Betrug setzt Vorsatz voraus. Und das kann den Organisatoren und Anlagenerbauern nicht wahrhaftig allen Ernstes vorgeworfen werden. Als ob sie es in irgendeiner Form gezielt auf Vetter abgesehen hatten? Absurd!

SWR berichtet ab 12.45 Uhr drei Stunden lang im Internet-Livestream

Gleichermaßen unsinnig und abwegig ist es, den heutigen Wettbewerb als „Olympia Revanche“ hochstilisieren zu wollen: 1. ist die Goldmedaille von Tokio unwiederbringlich futsch, und 2. folglich eher nebensächlich, da nicht alle elf Gegner vom Vetter’schen Waterloo asiatischer Prägung am Start sein werden. Egal: Der 28-Jährige muss liefern. Alles unter 90 Metern befeuert den heißen Verdacht, dass er sich mit großzügiger Unterstützung seines großmäulig verplappernden Trainers in dem unbedingten Wollen zur absoluten Unzeit in ein veritables Leistungstief manövriert hat. Bereits die beiden letzten Wettkämpfe vor den Olympischen Spielen beim Juwelen-Meeting in Gateshead und Thum waren für seine überragenden Möglichkeiten mit Weiten um 85 Meter eher unterdurchschnittlich. Das erst im dritten Versuch erzielte Ergebnis der Tokioter Qualifikation von 85,64m lag gewissermaßen im unheilvollen Trend. Es nagte weiter am Selbstvertrauen, nährte Zweifel an der abhanden gekommenen Höchstform.
Auf Rehabilitation aus ist vorher in der Konkurrenz der Frauen auch Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken, die als Weltbestenlisten-Zweite (69,19m) ihren Medaillentraum ebenfalls als Neunte mit für sie kläglicher Weite von 59,94m begraben musste. Dem SWR ist es im Internet-Livestream wert, von diesem doppeltgemoppelten Wiedergutmachungsunternehmen ab 12.45 Uhr zu berichten.