Olympia: Marathonis setzten den Schlussakkord bei der Leichtathletik

(Sapporo/Tokio/Krefeld, 08. August 2021) Ehre, wem Ehre gebührt. Den männlichen Marathonis (das Wort steht sogar in der Einzahl im Duden; An- und Abführung also entbehrlich) blieb es vorbehalten, in der mit 42,195 Kilometer längsten Laufdistanz, die sich bereits seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahre 1896 in Athen im Programm dieses (an sich) größten und bedeutendsten sportlichen Spektakels befindet, den Schlussakkord bei der Leichtathletik zu setzen. Wenn das nicht mal wieder eine dieser teilweise obskuren Gender-Diskussionen von der Gleichberechtigung der Geschlechter auslöst? Sei angemerkt, dass der Marathonlauf der Frauen erst seit 1984 in Los Angeles olympisch ist. Aber irgendwann wird es buchstäblich darauf hinauslaufen, dass es ein Wechselspiel von Männlein und Weiblein hinsichtlich erwähnter Ehre geben wird. Vielleicht ja schon ab 2024 in Paris. Die meist greisen olympischen Gralshüter sind ja bekanntlich für jeden Schwachsinn empfänglich.
Dazu gehören auch diese auf dem Altar des Kommerzes geopferten Olympischen (Nachhol-, Geister- und Corona-)Spiele in Tokio. Olympisches Flair und olympischer Geist? Fehlanzeige! Nicht wenige, da schließe ich mich ein, werden dieses amputierte Völkerfest als Farce bezeichnen. Ganz zu schweigen von der coronären Gesundheitsgefährdung der einheimischen Bevölkerung und Sportler/innen aus aller Welt. Und wer hat es mitzuverantworten? Der halsstarrige, selbstgefällige deutsche Präsident Thomas Bach an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Drei deutsche Marathonis unter ferner liefen

Das war jetzt nicht mal eine sonderlich negative Erkenntnis, dass die drei deutschen Ultra-Langstreckler in dem zunächst 106-köpfigen Starterfeld heute Morgen um 7 Uhr Ortszeit (0 Uhr MESZ) in Sapporo unter ferner liefen das weit entfernte Ziel erreichten. Aber immerhin das. Denn 30 Teilnehmer stiegen vorzeitig aus. Eigentlich ein Tabubruch für jeden Olympioniken. Egal welcher Sportart. Das mag allerdings als Indiz dafür herhalten, dass es nicht nur von der Distanz her kein pures Zuckerschlecken war. Doch nun zu den Platzierungen des vom DLV nominierten Trios: 26. Richard Ringer 2:16,08, 30. Amansal Petros 2:16,33, 50. Hendrik Pfeiffer 2:20,43 Stunden. Das mögen Berufenere einschätzen, wie das zu bewerten ist. Meinerseits kann ich nur feststellen, dass der kenianische Sieger Eliod Kipchoge in 2:08,38 ziemlich ungefährdet wie schon 2016 in Rio de Janeiro die Goldmedaille in seine afrikanische Scheuer fuhr. Versilbern kann er fortan den Erfolg bei den berühmten Stadtmarathons. – Alle Resultate von Platz eins bis 76.