Kann Speerwerfer Johannes Vetter seine Top-Saison mit Gold krönen?

(Sapporo/Tokio/Krefeld, 07. August 2021) Nun gehört die größte Sportmesse der Welt mit leibhaftigen Protagonisten beiderlei Geschlechts und einer Nabelschau bei oftmals sehr spärlich gedressten Frauen (beim Beachvolleyball gibt es gar eine Kleiderordnung wie knapp es zu sein hat!) fast schon der Vergangenheit an. Die Olympischen (Nachhol-, Geister- und Corona-)Spiele in Tokio biegen, um ein Sprachbild aus der Leichtathletik zu verwenden, gewissermaßen in die Zielgerade ein. Dabei mussten 88 Langstreckenläuferinnen aus aller Herren Länder sehr früh aufstehen. Der Auftakt wurde heute Morgen 6 Uhr Ortszeit (Freitag 23 Uhr MESZ) mit der klassischsten Disziplin, dem Marathonlauf, auf bereits durch die Winterspiele 1972 geweihtem olympischem Boden in Sapporo gemacht. Aus dem deutschen Trio belegte bei sehr schwierigen äußeren Bedingungen unter 73 Zielstrebigen die aus Äthiopien stammende Melat Yisak Kejeta in 2:29,16 Stunden einen beachtlichen sechsten Platz. Morgen sorgen die Männer um 7 Uhr in der Früh (00:00 Uhr MESZ) an selber Stelle für den Kehraus der Leichtathletik-Konkurrenzen.

Ein genialer Schachzug der Zeitplan-Verunstalter
  
Die Show geht heute im Nationalstadion der japanischen 38-Millionen-Metropple mit den letzten Wettbewerben auf der knallharten Kunststoffpiste mit einem Quartett aus Germany weiter. Dabei steht ab 13 Uhr MESZ der saisonale Speerwurf-Terminator Johannes Vetter (WJB mit 96,29m) bei seiner selbst ernannten „Mission Gold“ im Mittelpunkt des Interesses. Eine genialer Schachzug der Zeitplan-Verunstalter, dass die ab 12.45Uhr kreiselnden 10.000-m-Läuferinnen, darunter Konstanze Klosterhalfen, die Kreise der Werfer beim über die Rundbahn hinausgehenden Anlauf stören. Völlig unverständlich, da es nach dem 1.500-m-Finale der Männer (13:40 Uhr) erst um 14.30 Uhr mit der 4x400-m-Staffel der Frauen weitergeht. Bleibt zu hoffen, dass sich „Bruder“ Johannes dadurch nicht aus dem Konzept und der Ruhe bringen lässt. Sein Auftritt in der Qualifikation mit drei erforderlichen Versuchen war ähnlich bescheiden wie der von Christin Hussong. Wo sie letztlich als über die Maßen enttäuschende Neunte gestrandet ist stellt sich hoffentlich nicht als schlechtes Omen dar. Zweites Eisen im Feuer ist Julian Weber, der sich der „Quali“ von 84,00 Meter souverän im ersten Durchgang entledigte.
Die vierte im Bunde macht um 12.45 Uhr (jeweils MESZ) den Anfang. Marie-Laurence Jungfleisch steht nach einer miserablen Saison mit dem „Gnadenakt“ einer Nominierung überraschend im Hochsprung-Finale, für das sie sich mit der Saisonbestleistung von 1,95m (zuvor 1,90m) qualifiziert hat. Das bereits ist als großer Erfolg zu werten, der Rest ist Zugabe.
Weitere Ergebnisse vom Marathonlauf: 18. Deborah Schöneborn 2:33,08 Stunden, 31. Katharina Steinruck 2:35,00. – Alle Resultate.