Diskuswurf-Terzett der Frauen überstand geschlossen die Qualifikation

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(Tokio/Krefeld, 31. Juli 2021) Mehr geht nicht: Erfolgsquote 100 Prozent! Das wird nicht allein deshalb Seltenheitswert behalten, da längst nicht in allen Disziplinen auch die Höchstzahl von drei deutschen Leichtathleten beiderlei Geschlechts die Ehre haben werden, den Bundesadler auf ihren gestreiften, hübsch-hässlichen Trikots des Ausrüstungssponsors (Name vergessen) in Szene zu setzen. Das Terzett im Diskuswurf der Frauen hatte sie heute in der Frühschicht der olympischen Vorentscheidungen im aus bekannten Gründen auf den Rängen menschenleeren Nationalstadion von Tokio. Recht souverän setzten sich per Saldo in der Qualifikation, bei der nur zwei Werferinnen die geforderten 64m warfen, Kristin Pudenz vom SC Potsdam (4. mit 63,73m), Marike Steinacker vom TSV Bayer 04 Leverkusen (6. mit 63,22m) und Claudine Vita vom SC Neubrandenburg (10. mit 62,64m) in dem 31 Teilnehmerinnen starken Feld durch.

Makellose Vorstellung von "Stabi" Bo Kanda Lita Baehre 

Das bemerkenswerte Kunststück blieb den zu Dritt angetretenen Stabhochsprung-Artisten versagt. Aus der Reihe tanzte Torben Blech vom TSV Bayer 04 Leverkusen, der nach einer starken Hallensaison unter freiem Himmel durchgängig den Beweis seiner Klasse schuldig blieb. Dem Wahl-Leverkusener gelang mal gerade die Anfangshöhe von 5,30m, belegt damit den 25. Platz unter 29 „Stabis“. Weitaus besser machte es sein Klubkamerad Bo Kanda Lita Baehre, der mit einer makellosen Vorstellung alle Höhen bis 5,75m auf Anhieb nahm und die Qualifikation mit einem geteilten ersten Rang abschloss. Klar, das ist prima, stärkt das Selbstvertrauen. Aber noch ist es ein Muster ohne Wert und kein Garantieschein auf eine Medaille im Finale. Das erreichte auch Oleg Zernikel (ASV Landau) mit 5,65m und einem dreigeteilten zwölften Rang. Also werden hier 14 statt normalerweise zwölf Finalisten die stundenlange Flugshow angehen.

Carolina Krafzik rannte persönliche Bestzeit über 400 m Hürden

Wer zum Saisonhöhepunkt eine persönliche Bestleistung aufstellt, der hat zunächst mal alles richtig gemacht. Egal was unter dem Strich bleibt. Doch Carolina Krafzik vom VfL Sindelfingen versüßte ihre 54,72 Sekunden als Vorlaufzweite und Gesamt-Fünfte über 400 m Hürden mit dem Einzug ins Triple-Finale. Kann sie die Leistung da in etwa bestätigen, winkt sogar der zuvor nicht für möglich gehaltene Endlauf. Mit ebenfalls zehn Hürden, aber nur einem Viertel der Distanz erlebte Ricarda Lobe (MTG Mannheim) in einem restlos verkorksten Vorlauf ein Waterloo, schied mit 13,43 Sekunden als Gesamt-36. (von 39) sang- und klanglos aus. (Alle Resultate des japanischen Vormittags.)

Zwei Finals mit gesicherter deutscher Beteiligung

Für Mitteleuropäer zur christlichen Zeit geht es heute um 12.10 Uhr in der örtlichen „Evening Session“ (19.10 Uhr) mit deutscher Beteiligung weiter. Darunter die Finals im Diskuswurf mit Daniel Jasinski und Clemens Prüfer sowie der 4x400-m-Mixed-Staffel bei ihrem Olympia-Debüt. Der DLV sieht in seiner sehr optimistischen Vorschau auf der Verbandsnetzseite darin auch die Sprinterinnen Alexandra Burghardt und Tatjana Pinto einziehen. Schön wär’s! Da ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens (offiziell ist der Begriff noch nicht vergendert; genau wie Muttersprache). Noch im Einsatz Weitspringer Fabian Heinle (StuttgartI) in der Qualifikation und Katharina Trost (München) im dritten Drittelfinaleüber 800m.
Zeitplan: 12.10 Uhr Weitsprung; 12.15 Uhr Triplefinals 100 m der Frauen; 13.15 Uhr Diskus Männer; 13.50 Uhr Triplefinals 800m der Frauen; 14:35 Uhr Finale Mixedstaffel; 14.50 Uhr Finale 100m der Frauen. – Alles zu sehen ab etwa 12:15 Uhr im ARD-Fernsehen oder verlässlicher und womöglich selektierbar in deren Internet-Livestream.