Vier von zwölf deutsche Leichtathleten blieben auf der Strecke

  • Drucken

(Tokio/Krefeld, 30. Juli 2021) Na, da schau her. Es sind nur vier von einem Dutzend deutscher Leichtathleten bei der so genannten „Morning Session“, der Nachtschicht ab 02.00 Uhr MESZ für unverbesserliche Enthusiasten und Berichterstatter, auf der Strecke geblieben. Erwartungsgemäß müssen der völlig von der Rolle geratene Hochspringer Mateusz Przybylko vom TuS 04 Leverkusen, dessen Teilnahme genau genommen ein Gnadenakt war, als 23. mit 2,21m und 3.000-m-Hindernisläufer Karl Bebendorf vom Dresdner SC als 34. in schwachen 8:33,47 Minuten nach den Vorentscheidungen die frühzeitige Heimreise antreten. Ohne gleich für ein Weiterkommen zaubern zu müssen, ist auch für 800-m-Läuferin Christine Hering (30. In 2:02,23 min.) von der LG Stadtwerke München und Diskuswerfer David Wrobel (22. mit 60,38m), die beide deutlich hinter den eigenen Möglichkeiten zurückblieben, die Party bereits zu Ende. Soweit der negative Part der hausinternen DLV-Bilanz.

Langhürdler und Sprinterinnen geschlossen weiter

Fraglos sehr erfreulich, dass gleich alle drei nicht sonderlich hoch zu handelnden 400-m-Hürdenläufer in die Triplefinals (sie nennen es sprachbeugend Hablfinals) einziehen konnten. Constantin Preis (49,73 sec.) vom VfL Sindelfingen und Luke Campell (49,19) von Eintracht Frankfurt in direkter Linie als jeweils Vorlauf-Vierte, sowie Joshua Abuaka (ebenfalls Frankfurt) über die Zeitschnellsten-Regelung als insgesamt 20. in 49,50 Sekunden. Dies gelang über 800 Meter auch Katharina Trost (13. in 2:00,99 min.) von der LG Stadtwerke München. Dank einer recht günstigen Auslosung rannte Sprinterin Alexandra Burghardt von Wacker Burghausen als Siegerin des dritten Vorlaufes in 11,08 Sekunden in die nächste Runde. Das schaffte auch Tatjana Pinto vom LC Paderborn als Vorlauf-Dritte in 11,16 Sekunden. Ganz vorne ging allerdings mit sechs Zeiten unter elf Sekunden gehörig die Post ab. Darunter die beiden Schweizerinnen Ajla del Ponte (10,91, Landesrekord), die ihr Glück kaum fassen konnte, und Mujinga Kambundji (10,95). Der DLV traute sich vernünftigerweise nicht, die formschwache Ersatzfrau Gina Lückenkemper vom SCC Berlin als Solistin an den Start zu bringen.

Daniel Jasinski und Clemens Prüfer zitterten sich in den Vorkampf

Der Lohn der Angst nach langem Warten auf die Ergebnisse der zweiten Gruppe im Diskuswurf war für Daniel Jasinkski (TV Wattenscheid) und Clemens Prüfer (SC Podsam) war, dass ihre unterbelichteten Weiten von 63,29m (9.) respektive 63,18m (11.) für das Überstehen der Qualifikation der besten Zwölf reichten. Das große Q der geforderten 66 Meter gelang indes allein dem monumentalen, angeblich nur 145 Kilo schweren und 2 Meter großen Schweden Daniel Ståhl mit 66,12m. Der große Rest der insgesamt 32 schwergewichtigen Recken mühte sich daran vergeblich ab, oftmals weit hinter der eigenen Saisonbestleistung. Das traf letztlich auch auf die als Streifenhörnchen gewandeten beiden Germanen zu, die etwas über vier Meter unter ihren saisonalen Spitzenwerten blieben. Aber es reichte. Freilich werden sie im Vorkampf ordentlich zulegen müssen, um nicht unter ferner liefen zu landen.
Und noch zu schlechter Letzt das alles beherrschende Thema Corona. Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA wurde in Tokio positiv getestet und musste sich in einem Hotel in Quarantäne begeben. Da er im Olympischen Dorf Kontakt zu australischen Leichtathleten hatte, wurden die zunächst kollektiv in Isolation geschickt, aus der jedoch bis auf drei inzwischen wieder entlassen werden konnten.

Noch drei Vorentscheidungen zur normalen Mittagszeit
 
Nach einer Pause geht es ab 12:05 Uhr MESZ jeweils mit deutscher Beteiligung bei den Vorentscheidungen im Dreisprung (Nele Eckhardt-Noack, Kristin Gierisch), Kugelstoßen (Sara Gambetta, Katharina Maisch, Christina Schwanitz) und der 4x400-m-Mixed-Staffel (noch nicht benannt) weiter. Aufgerufen sind nominell 14,40m, 18,80m und mindestens Platz drei aus zwei Vorläufen oder eine der beiden nächstschnellsten Zeiten.
Alles hoffentlich zu sehen im Internet-Livestream der ARD.