Senioren-DM: Es sind massenhaft Betreuer, aber keine Zuschauer erlaubt

(Darmstadt/Baunatal/Krefeld, 20. Juli 2021) Senioren-DM 2021 in Baunatal, Klappe, die 4. und sicherlich nicht letzte. Neben diesen vielen, von Dieter Krumm vom LAC Quelle Fürth in einer E-Mail an den DLV explizit aufgelisteten Unzulänglichkeiten der Ausschreibung für diese Titelkämpfe sticht noch eine besonders plakativ heraus: Unter Punkt 2 „Durchführungs- und Hygienekonzept" und weiter „Anmeldung Betreuer:innen, Begleiter:innen" wird es komplett widersinnig, wird das genaue Gegenteil zur gewollten Reduzierung gleichzeitig auf dem Gelände befindlicher Personen erreicht. Denn, mal von dem blödsinnigen Aküfi (= Abkürzungsfimmel) abgesehen, heißt es im Original-Wortlaut: Je Athlet wird max. ein Betreuer:in oder Begleiter:in zugelassen." Gilt das nur bei Männern? Egal! Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei angenommenen 1.000 Teilnehmern*innen die selbe Anzahl - lassen wir den Gender-Quatsch beiseite -  Betreuer/Begleiter Einlass finden. Das kann unmöglich gewollt sein.
Aber Zuschauer sind aktuell nicht gestattet. Wieso eigentlich nicht? Bei der DM der Männer/Frauen in Braunschweig bei seinerzeit schlechteren Inzidenzwerten waren es nominell 2.000, unlängst bei der Olympia-Generalprobe von Stoß und Wurf im sächsischen Thum nach Veranstalter-Angaben derer 1.000. Wobei es sich bei Senioren-Meisterschaften ohnehin nicht um neutrale Zuschauer, sondern Familien-Angehörige handelt. Wenn also Kinder und Enkelkinder Vater oder Mutter, Oma oder Opa sehen wollen, müssen sie daheim bleiben. Und, so es einen Betreuer geben sollte, auch der in aller Regel mitreisende (Ehe-)Partner. Total unausgoren, das Ganze. Dazu eine vom DLV hausgemachte
Lex specialis" für die Ü35-Generation. Worin soll das Problem liegen von/auf Corona Genesene, Geimpfte und Getestete auf das Gelände zu lassen? Versteht das jemand?

Diskus eine der traditionsreichsten Disziplinen der Leichtathletik

Aber noch einmal zurück zum gestrigen Beitrag mit dem wegfallenden Diskuswurf. „Was erlauben DLV?“, ist man geneigt in Anlehnung an die Wutrede vom früheren Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni zu Thomas Strunz zu zitieren. Das ist eine ungeheuerliche Diskriminierung dieser Spezies. Der Diskuswurf
(Diskós) ist eine der ältesten und traditionsreichsten Disziplinen in der Leichtathletik. Die im Jahre 708 vor Christus beginnende Olympische Geschichte im antiken Fünfkampf besagt, dass unser Namensgeber Lampis von Sparta der erste Olympiasieger in diesem Vielseitigkeitswettbewerb mit Diskus gewesen ist (siehe auch unser Fenster Über Lampis).

Bei Wurf-Fünfkampf-DM und DAMM war es auch möglich

Und noch dies: 2014 wurde die Senioren-DM im Wurf-Fünfkampf in Baunatal ausgetragen. Ebenfalls im September, genau am 27./28. Der beinhaltet bekanntlich ebenfalls den Diskuswurf. Damals fanden Kugel und Speer im Parkstadion statt, Hammer, Gewicht und Diskus gegenüber auf einem zu einer Schule gehörenden großen Wiesengelände. Den in Beton gegossenen und in Eisen gefassten Wurfring werden sie wohl kaum ausgebuddelt sowie weiterhin zweckentsprechend genutzt haben. Was sogleich bewiesen wird.
Dermaßen weit müssen wir nämlich in der Historie von nationalen Senioren-Meisterschaften jedweder Art gar nicht zurückblättern. Denn vier Jahre später, von heutzutage an gerechnet drei früher, wurde am 22.September 2018 die Team-DM Senioren (ehedem DAMM) an selber Stelle veranstaltet, wo auch in vielen Altersklassen männlich wie weiblich Diskus geworfen wird.
Also: Warum nicht wieder dort?