Gebaren der Verbände: Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Frankfurt/Darmstadt/Tokio, 15. Juli 2021)Humor ist, wenn man trotzdem lacht", soll anno dazumal der humoristische Dichter und Zeichner Wilhelm Busch (*15.04.1832, †09.01.1908) gesagt haben. Den meisten bekannt durch die stets zu Streichen aufgelegten Max & Moritz, diesen beiden. Busch steht für etliche plakative Sprüche. Der stammt allerdings von dem weniger populären Journalisten und Schriftsteller Otto Julius Birnbaum (1865 – 1910), der zumindest überschneidend mit Busch gelebt hat. Ob sie sich je begegnet sind, ist nicht überliefert.

Tod von 6.500 Gastarbeitern billigend in Kauf genommen

Doch zum Eigentlichen, zum unbeschreiblichen und unbegreiflichen Humor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Feudalsitz in Frankfurt am Main. Da werden von ihm die Herren Nationalspieler instrumentalisiert, tragen Trikots mit Buchstaben auf der Brust, die in Aneinanderreihung den Begriff „HUMAN RIGHTS“ (Menschenrechte) ergeben. Damit laufen die Jungens auf den Platz, tragen regenbogenfarbene Armbinden wider die Unterdrückung der sexuellen Selbstbestimmung von Homos und Lesben (= Homophilen), werden Stadien so angestrahlt, nehmen jedoch im selben Moment kritiklos zur Kenntnis, dass der sie instrumentalisierende DFB einen Vertrag mit Qatar Airways abschließen will. Also mit einer staatlichen Fluggesellschaft, deren milliardenschwere Obrigkeit die Menschenrechte mit Füßen tritt, die beim Bau der WM-Stätten von 2022 unter unwürdigen Arbeitsbedingungen den Tod von bislang 6.500 Gastarbeitern zu verantworten hat.

... doch "Kaiser" Franz Beckenbauer hat dort keine Sklaven bei der Arbeit gesehen

Diese Schau-Darstellungen des größten Dachverbandes der Welt und seiner fürstlich honorierten kickenden Diener reichen leider nur bis zum Anpfiff. Dann sind die farbigen Spieler bei allzu vielen Zuschauern, so genannter Fans, wieder Anlass zu Pfiffen und Affenlauten, werden „geoutete“ Spieler mit Hang zum eigenen Geschlecht niedergebuht. Thomas Hitzlsperger, Nadine Angerer oder Steffi Jones werden mit ihren Offenheit weiter allein dastehen und dennoch heucheln, wie ehrlich es der DFB mit der Freiheit gleichgeschlechtlich orientierter Menschen hält. Alles-Gewinner FC Bayern München betreibt seit Jahren seine Saisonvorbereitung in Katar. Aber sein Ehrenpräsident „Kaiser“ Franz Beckenbauer hat ja dort keine Sklaven bei der Arbeit gesehen. Also Schwamm drüber. Ja, und der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics (WA, vorher IAAF) hielt dort gegen jede Vernunft bei Brüllhitze gewissermaßen nach der Saison vom 27.September bis 06.Oktober 2019 seine Weltmeisterschaften der Berufs- und Sp(r)itzensportler ab.

Auch der DLV hat gehörig Dreck am Stecken

Wichtig sind vordergründig das Geld, das Geld, das Geld und die Sponsoren. Das war bei der Fußball-EM zu sehen, als gäbe es keine Corona mehr, und so wird es bei den Olympischen Spielen sein, wo das Internationale Olympische Komitee (IOC) sich einen Teufel um die Gesundheit der Menschen schert und dem schnöden Mammon huldigt. Derweil berichtet die ARD-Tagesschau aktuell, dass sich die Corona-Lage in Tokio verschärft. Und da wäre noch der Gott begnadete, vom Himmel gefallene Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), der damals in den 1970er Jahren die  Kondom-Firma LONDON zur Verhinderung der Nachwuchsförderung zum zahlungskräftigen Partner hatte. Dazu oftmals grenzwertig, was an Werbebotschaften über seine Netzseite flimmert. Doch Geld stinkt nun mal in aller Regel nicht. Zudem, wenn es via Überweisung ins Haus flattert.
Seien wir allerdings knapp ehrlich: Heutzutage wäre diese schlüpfrig-verhütende Partnerschaft nicht schlecht, da doch die Olympia-Macher mit den bisherigen Gepflogenheiten brechen und in der Mensa neben dem Nachtisch keine Präservative zur freien Bedienung und Unterstützung der ganz nahen Völkerverständigung auslegen werden. Nun muss also der DLV in seiner schier grenzenlosen Vor- und Fürsorge höchstselbst für den Schutz der Athleten*innen Sorge tragen. Aids gibt es nämlich immer noch. Nur schreibt und spricht niemand mehr darüber.
Wären wir wieder bei Herrn Birnbaum: Humor ist, wenn man(n)/frau trotzdem lacht. Da kann einem allerdings das Lachen bisweilen im Halse stecken bleiben.