Sportausschuss-Chefin Dagmar Freitag holte zu Rundumschlag aus

  • Drucken

(Tokio/München/Berlin/Krefeld, 13. Juli 2021) Wenngleich unser seit Monaten andauerndes Lamento gegen die Durchführung der Olympischen (Nachhol- und Geister-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in der Seuchenstadt Tokio dieselbe Wirkung hat(te), als fiele dort vor dem Bahnhof der ultraschnellen japanischen Magnetschwebebahn (Spitzengeschwindigkeit 603 Kilometer) ein Fahrrad um, haben wir unverdrossen unsere dementsprechenden Gliedmaßen in die Wunde gelegt. Allzu wenige mit weitaus größerer Bedeutung und Außenwirkung haben unterdessen den Mund und die Tastaturfinger still gehalten. Es wird dem Götzen Kommerz huldigend entgegen aller Vernunft und gesundem Menschenverstand stattfinden, das größte sportliche Spektakel auf diesem momentan besonders schnöden Erdball.

Jeder hat ein Recht darauf im Laufe der Zeit schlauer zu werden

Und nun, wo das Kind namens Olympia unweigerlich in den Brunnen fallen wird, hat sich Dagmar Freitag (*1953) von der SPD als Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag in Berlin in einem großen Interview der Münchner Boulevardzeitung „TZ“ höchst kritisch zu Wort gemeldet. Die ehemalige DLV-Vizepräsidentin kritisiert darin das Internationale Olympische Komitee (IOC), dessen – deutschen – Präsidenten Thomas Bach und den scheidenden DOSB-Chef Alfons Hörmann mit unverhohlenen, deutlichen Worten. Ob sie das in ihrer früheren Eigenschaft beim „Deutschen Leichtturm-Verband“ mit seiner selbst ernannten weltweiten Strahlkraft und für sie verbriefter Dienstreise auch gemacht hätte? Sei’s drum: Jedem muss zugebilligt werden, im Laufe der Zeit etwas schlauer geworden zu sein. Das hat auch schon Konrad Adenauer (CDU) als erster Bundeskanzler auf einen Zuruf von Oppositionsführer Erich Ollenhauer (SPD) für sich in Anspruch genommen.

Bereits zwei Sportler im Olympischen Dorf positiv auf Corona getestet

Justament als ich diesen Beitrag schreibe, habe ich beiläufig die Nachrichten im WDR-Hörfunk mitgehört, dass im Olympischen Dorf (brand-)aktuell je ein Athlet aus Serbien und Uganda positiv auf Corona getestet worden sind. Diese vermeintliche Blase wird weiterhin platzen: Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ob der unheilvollen, verheerenden Gemengelage haben die Tennisstars Serena Williams aus den USA und Rafael Nadal aus Spanien ihre Teilnahme bereits abgesagt (Glückwunsch dazu!), Roger Federer aus der Schweiz, sie sind allesamt bereits Olympiasieger, und Novak Djokovic aus Serbien überlegen noch, es ihren ebenfalls hochdekorierten Kollegen beiderlei Geschlechts (die 0,007 Prozent diversen der Neugeborenen lassen wir außen vor) gleich zu tun.
Mit diesem Link geht es zum vollständigen Interview und in unserem Schaufenster Flurfunk zu einem weiteren heutigen Beitrag.