Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz meldete sich noch überraschend an

(Gerstungen-Neustädt/Krefeld, 10. Juli 2021) Je später der Abend, je illustrer die Gäste. Rein sinnbildlich zu verstehen. Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz (*24.12.1985) vom LV 90 Erzgebirge wird sich und der Veranstaltung mit ihrer Meldung auf dem letzten Drücker bei Chef-Organisator Heiko Wendorf die Ehre geben. Die 35-jährige Zwillingsmama versucht im Hinblick auf Tokio zu retten was noch zu retten ist. Bekanntlich hat sie einen Großteil der Freiluftsaison durch den (absehbar) mit einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne belegten Start beim Diamond League-Meeting im britischen Gateshead versenkt.
Also geht sie heute zur allgemeinen Überraschung beim 5.Neustädter Kugel-Cup auf der Privat-Anlage von Wendorf „Am Angelheim“ in der 300-Seelen-Gemeinde an der hessisch-thüringenschen Grenze in den Ring. Bei der um 16 Uhr beginnenden Konkurrenz der Frauen wird sich ein national gesehen erstklassiges Sextett ein Stelldichein geben. Bis auf die mit 18,86m deutsche Jahresbeste und aktuelle Meisterin Sara Gambetta vom SVHalle ist die gesamte Creme vertreten. Folglich eine Art kleine DM-Revanche. Diesmal eben mit Schwanitz, die sich am 03.Juli beim Juwelen-Meeting in Stockholm auf 18,59m verbesserte (vorher 18,11m) und die Olympia-Norm von 18,50m nachlieferte. Das dürfte ein hochinteressanter Wettbewerb mit offenem Ausgang werden (siehe Startliste).

Bob Bertemes musste schweren Herzens absagen

Doch Wendorf hat neben diesem unerwarteten zusätzlichen „Leckerli“ durch das erwachsene Christkind aus Sachsen allerdings auch eine herbe Hiobsbotschaft zu verkraften. Er muss auf das absolute Zugpferd dieser fünften Auflage verzichten. Der mit 21,71 Meter an der zehnten Position der Weltbestenliste 2021 liegende Luxemburger Bob Bertemes (PBL 22,22m) sagte gestern schweren Herzens kurzfristig ab. Der vom Mannheimer Khalid Alqawati trainierte Drehstoßer ist momentan nicht in bester physischer Verfassung, hat schon unter der Woche das mit Antritts- und Preisgeld ausgestattete Internationale Abendsportfest in Budapest von seiner Agenda gestrichen. Doch das Duo (im Bild) versprach als Wiedergutmachung nach den Olympischen Spielen zu einem eigens organisierten kleinem Kugelstoß-Wettkampf nach Gerstungen-Neustädt zu kommen. So kann als Nebeneffekt die vom DLV-Bestenlisten-Ersten Christian Zimmermann (20,34m) vom Kirchheimer SC angeführte nationale Elite unbeschwert von einem Giganten der Szene auftreten (siehe Startliste).

Gaudi-Veranstaltung mutierte zum angesehenen Spezial-Sportfest

Aber noch ein wenig zur jungen Historie dieses Solos für Kugelstoßer/innen. Ursprünglich als Gaudi-Veranstaltung eines Jedermann-Wettbewerbes zum Reinschnuppern konzipiert, hat es sich mittlerweile zu einem angesehenen Ereignis beim „schmutzigen Geschäft“ mit der Kugel entwickelt. Letztlich geboren dadurch, dass Wendorf im Vorjahr nach der Abriegelung (Lockdown) als Eisbrecher auftrat, sich traute alle Hürden für einen Wiederbeginn zu nehmen und so Bundestrainer Sven Lang auf den Plan rief, der mit seinem Kader die Gelegenheit liebend gerne wahrnahm (siehe Link). Mit dem Versprechen wiederzukommen, was nunmehr eingelöst wird. Diesmal darüber hinaus mit einem vom bewährten Moderator Hardy Gnewuch (Halle/Saale) geführten prallen Programm durch alle Klassen männlich und weiblich von der U16 bis zu den Senioren, 40 in Summe.

Größtes Dorf-Kugelstoß-Festival Deutschlands

Dereinst nannte sich das „Internationale“ in Rhede (19.000 Einwohner) im Münsterland mit Weitsprung-Ass Larry Myricks (PBL 8,70m) aus den USA als Dauer-Gast das „Größte Abendsportfest der Welt“. Heruntergebrochen aufs Kugelstoßen kann das zumindest auf Deutschland gemünzt der Vorort Neustädt (300 Einwohner) für sich in Anspruch nehmen. Es ist enorm, was der DLV-Seniorensprecher und Wirtschaftsjurist Wendorf im Zusammenwirken mit Moritz Scholz vom Eisenacher LV und der Unterstützung von Gerstungens Bürgermeisterin Silvia Hartung sowie den Sponsoren ARAG-Rechtschutz und Manuka-Honig aus Neuseeland auf die Beine gestellt hat. Dabei hat der Chef im Vorfeld buchstäblich bis zur letzten Minute die Strippen gezogen. Da es gestern den lieben langen Tag regnete und Land unter herrschte, wurde noch eine LKW-Ladung Sand geordert, um den versumpften Sektor trocken zu legen. Als Lohn für all‘ die Mühe ist für den heutigen Tag schönes Wetter bei bis zu 24 Grad angekündigt.
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